Die Arbeitsagentur Weilheim kämpft mit Corona-Krise.
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Die Arbeitsagentur Weilheim kämpft mit Corona-Krise.

Mitarbeiter werden umgeschult

Arbeitsagentur kämpft mit Corona-Krise: „Etwas Vergleichbares war noch nie da“

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Die Arbeitsagentur Weilheim kämpft mit der Corona-Krise: Die Folgen seien erheblich größer als beispielsweise bei der Finanzkrise 2008. Für die Mitarbeiter hat sich einiges geändert.

Land¦kreis – Das ganze Ausmaß dieser Krise, es ist schwer zu greifen. In medizinischer Hinsicht sowieso, aber auch mit Blick auf die Folgen. Was bleibt übrig, wen erwischt es besonders, wie übersteht die Wirtschaft diese Pandemie? Fragen, die aktuell keiner so genau beantworten kann. Auch nicht Elvira Thoma, Pressesprecherin in der Agentur für Arbeit in Weilheim, die die Landkreise Landsberg, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen abdeckt.

„Wir haben derzeit keine Zahlen“, betont Thoma fast schon entschuldigend. „Wir hoffen, dass wir sie bis zum nächsten Arbeitsmarktbericht am 30. April bekommen. Aber wie die dann aussehen, kann ich nicht sagen.“ Für den gesamten Agenturbezirk werde es sicherlich Daten geben, runtergebrochen auf die einzelnen Regionen wohl aber eher nicht. Für die Statistik seien derzeit schlichtweg keine Arbeitskräfte abgestellt. Alle personellen Ressourcen werden für die Bearbeitung der Kurzarbeitsanträge benötigt.

Viele Anträge auf Kurzarbeit - nahezu alle Branchen sind betroffen

Dass die Situation außergewöhnlich und durchaus dramatisch ist, verhehlt Thoma nicht. „Etwas Vergleichbares war noch nicht da“, sagt sie offen. „Wir sind als Agentur mit etwas konfrontiert, dass für uns fremd ist.“ Hinsichtlich der Anträge auf Kurzarbeit ist ein Ausmaß erreicht, das alles bisher Bekannte übertrumpft. „Im Vergleich zur Finanzkrise 2008/09 sind es wesentlich mehr.“ Besonders heikel: Durch die Corona-Pandemie sind nahezu alle Branchen betroffen. „Das geht querbeet, damals war das nicht der Fall“, erinnert sich Thoma.

Der Bereich Gastronomie/Hotellerie sei 2008 nicht so stark involviert gewesen. „Jetzt haben alle zu, teilweise einen hundertprozentigen Arbeitsausfall.“ Thoma pickt als Beispiel nur mal die Absage der Passion in Oberammergau heraus. „Es ist Wahnsinn, wer und was da alles dranhängt.“

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Ausnahmezustand in den Arbeitsämtern: Auch am Wochenende wird gearbeitet 

Seit dem Shutdown am 23. März, als durch die bayerische Regierung das öffentliche Leben auf ein Minimum heruntergefahren wurde, herrscht in den Arbeitsämtern Ausnahmezustand. „Da ist eine Flut über uns hereingebrochen.“ Seither wurde die komplette „Manpower“ auf das Thema Kurzarbeit ausgerichtet. Mitarbeiter aus dem Bereich Berufsberatung etwa erhielten kurze Umschulungen, um eingreifen zu können. „Es sind Überstunden erlaubt, wir arbeiten Samstag und Sonntag.“

Zur Arbeitslosigkeit vermag die Agentur derzeit auch noch keine klaren Angaben zu machen. Nur so viel: „Sie wird merkbar steigen“, prognostiziert Thoma. Auch Insolvenzen werden die Folge sein. „Die ziehen solche Krisen erfahrungsgemäß immer nach sich.“

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