Im Gespräch: (v. l.) Rick Breunig (Intensivpflege), Anne Ertel (Pflegedirektorin), Claudia Koch und Sandra Buchner (beide Pflegedienstleitung) sowie Ulrike von Armansperg von der Palliativmedizin.
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Im Gespräch: (v. l.) Rick Breunig (Intensivpflege), Anne Ertel (Pflegedirektorin), Claudia Koch und Sandra Buchner (beide Pflegedienstleitung) sowie Ulrike von Armansperg von der Palliativmedizin.

Der Duft des Erfolgs

Aromapflege in den Kliniken Weilheim und Schongau sehr beliebt

  • VonJennifer Battaglia
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Fachkräftemangel ist in den Kliniken Weilheim und Schongau ein Fremdwort. Mehr als 600 Pflegekräfte sind dort beschäftigt und in verschiedensten Bereichen spezialisiert, wie zum Beispiel in der Aromapflege.

Landkreis – Dass mit Düften und Aromen die Selbstheilungskräfte der Patienten aktiviert werden können, weiß man in den Kliniken Weilheim und Schongau schon lange. Seit mehr als 20 Jahren kommt auf den Stationen der Krankenhaus GmbH deshalb die Aromapflege zum Einsatz. In jährlichen Fort- und Weiterbildungen werden die Pflegekräfte in der Verwendung der ätherischen Öle geschult. „Die Kurse sind unter unseren Mitarbeitern auch sehr beliebt und rasch ausgebucht“, sagt Pflegedienstleiterin Sandra Buchner.

Die Anwendung der Düfte kann das Wohlbefinden der Patienten steigern und ihre Abwehrkräfte stärken. Dafür werden die Öle auf die Haut der Patienten aufgetragen oder zum Riechen verabreicht. „Vorher klären wir aber ab, ob mögliche Allergien auf die Inhaltsstoffe vorliegen“, sagt Buchner. In den Krankenhauszimmern kann es dann schon mal nach Lavendel, Bergamotte oder Mandarine duften. „Das gefällt sowohl unseren Patienten als auch unseren Mitarbeitern.“

Patienten mit Demenz können von Aromaölen profitieren

Für Patienten mit Demenz kann die Aromapflege eine Hilfe zur Regulierung des Tagesablaufes sein. „Am Morgen geben wir den Patienten einen Erfrischungsduft, zum Beispiel Zitrone oder Mandarine“, erklärt die Pflegedienstleiterin. „Abends hingegen hilft Lavendelaroma zur Beruhigung.“ Bei täglicher Anwendung dienen die Gerüche als Gedächtnisstütze für den Tages- und Nachtrhythmus.

In der Regel werden die Düfte zweimal pro Tag verabreicht, die Anwendung sei aber ganz individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt. „Wenn ein Patient mehrmals pro Tag die Aromen genießen möchte, ist das kein Problem.“ Die Aromapflege ist ein Service der Krankenhaus GmbH und für die Patienten kostenfrei.

Pflege in der Intensivmedizin

Neben der Schulung in der Aromapflege können sich Pflegekräfte der beiden Kliniken auch in vielen weiteren Bereichen spezialisieren. Dazu gehört die Pflege in der Intensivmedizin. Rick Breunig, Pflegedienstleiter der Intensivpflege im Klinikum Schongau sagt: „Unsere Pflegekräfte sind hoch motiviert.“ Der Altersdurchschnitt des Pflegeteams auf der Station liege bei gerade einmal Mitte zwanzig. Breunig führt das darauf zurück, dass versucht wird, so gut wie möglich auf die persönlichen Befindlichkeiten jedes einzelnen Mitarbeiters einzugehen. „Außerdem werden unsere Pflegekräfte individuell gefördert“, sagt der 31-Jährige. „Wir versuchen bereits im Rahmen der achtwöchigen Einarbeitung, die Stärken und Interessen der Kräfte herauszuarbeiten.“ Ziel sei es immer, den Patienten bestmöglich zu betreuen. Zufriedene Mitarbeiter sind dafür die Voraussetzung.

Anne Ertel, Pflegedirektorin der Kliniken Weilheim und Schongau, ist stolz auf die vielen Fortbildungsangebote, die Mitarbeiter an den Häusern Weilheim und Schongau in Anspruch nehmen können. „Wir heben uns deutlich von der Pflegesituation in Deutschland ab“, sagt sie. Bereits 2018 habe die Krankenhaus GmbH erkannt, dass ein Pflegenotstand herrsche und als Konsequenz viele neue Kräfte eingestellt. „Wir stehen deshalb auch nach eineinhalb Jahren Pandemie gut da“, sagt die Pflegedirektorin. Seit zwei Jahren kooperiert die Krankenhaus GmbH außerdem mit dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Im Rahmen der Ausbildung werden die Pflegeschüler auch nach München geschickt. „Davon profitieren sie sowohl fachlich als auch medizinisch“, sagt Ertel.

Großes Interesse an Pflege von Seiten der Geschäftsführung

Mit dem Geschäftsführer der beiden Kliniken Weilheim und Schongau, Thomas Lippmann, sowie seinem Stellvertreter Claus Rauschmeier haben laut Ertel alle Mitarbeiter die richtigen Ansprechpartner und Unterstützer in Sachen Pflege. „Denn beide haben ein großes Interesse an der Pflege“, sagt sie.

Interessierte können authentische Ausschnitte aus dem Klinikalltag auf den Social-Media-Accounts der Krankenhaus GmbH finden. Auf Facebook, Instagram und Youtube werden regelmäßig Situationsfotos und -videos aus beiden Kliniken gepostet.

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