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Bald 520 neue Plätze für Asylbewerber: Landkreis reagiert auf steigende Flüchtlingszahlen

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Von: Boris Forstner

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In Weilheim sollen die alten Container am Leprosenweg abgerissen und ein Neubau errichtet werden.
In Weilheim sollen die alten Container am Leprosenweg abgerissen und ein Neubau errichtet werden. © Ralf Ruder

Der Landkreis rüstet sich für die erwartete Steigerung der Asylbewerberzahlen in den nächsten Monaten. Insgesamt sechs größere Unterkünfte mit 520 Plätzen seien derzeit „in progressiver Planung“, teilte das Landratsamt auf Anfrage mit.

Landkreis – Nach den großen Flüchtlingszahlen in den Jahren 2015 und 2016 war das Thema Asylbewerber zuletzt – natürlich mit Ausnahme der Ukraine-Flüchtlinge – nicht mehr oberste Priorität im Landkreis und bei den Städten und Gemeinden. Die damals geschaffenen Unterkünfte reichten locker aus, Stand diese Woche waren noch 180 der insgesamt 1738 Plätze frei.

Doch das dürfte sich schon bald ändern. Denn die Flüchtlingszahlen ziehen merklich an. Bereits im ersten Halbjahr gab es EU-weit 406 000 Asylgesuche, eine Steigerung um satte 68 Prozent im vergleich zum Vorjahr. In Deutschland wurden bis August mehr als 115 000 Erstanträge auf Asyl gestellt. Und die Zahlen sind nicht weniger geworden. Es werden eher noch mehr, oft illegale, Grenzübertritte unter anderem auf der Balkan-Route registriert. Deshalb haben die kommunalen Spitzenverbände in Bayern bereits einen Flüchtlingsgipfel auf Bundesebene gefordert, damit nicht wieder Turnhallen und Zelte als Unterkünfte herhalten müssen.

Privat untergebrachte Ukrainer müssen bis 31. März aus ihren Unterkünften

Obwohl die Situation im Landkreis noch entspannt ist – seit Jahresbeginn sind laut Landratsamt gerade einmal 118 Asylbewerber angekommen –, dürfte es auch dort brisanter werden. Denn viele der insgesamt 1330 aufgenommenen Ukrainer sind in privaten Wohnungen untergekommen. Dort müssen sie aber spätestens zum 31. März raus. „Das wurde von vornherein einkalkuliert und bei der Akquise von Mietobjekten so von der überwiegenden Anzahl der Vermieter kommuniziert“, sagt Vize-Landratsamtssprecher Klaus Mergel.

Dazu kommt die noch immer stattliche Zahl an Fehlbelegern. So werden Flüchtlinge genannt, die ein dauerhaftes oder zumindest längeres Aufenthaltsrecht in Deutschland haben. Doch weil sie oft keine Wohnung finden, dürfen sie länger in ihrer angestammten Unterkunft bleiben. Im Landkreis gibt es derzeit immerhin 167 solcher Fehlbeleger, quer durch alle möglichen Nationen. „Vereinzelt leben die schon seit 2017 dort“, sagt Mergel. Man habe noch nie jemanden aus einer Unterkunft rauswerfen müssen und werde es auch in Zukunft nicht tun, verspricht er.

Die erste neue Unterkunft für Flüchtlinge seit längerer Zeit soll in Peiting gebaut werden, der Bauantrag wurde kürzlich im Gemeinderat genehmigt.
Die erste neue Unterkunft für Flüchtlinge seit längerer Zeit soll in Peiting gebaut werden, der Bauantrag wurde kürzlich im Gemeinderat genehmigt. © Osenstätter

Damit das problemlos so bleibt, werden gleich eine ganze Reihe an neuen Asylbewerberunterkünften gebaut. „Insgesamt sechs größere Objekte mit etwa 520 Plätzen sind in progressiver Planung“, sagt Mergel, heißt: Sie sollen zum Teil bereits im Frühsommer 2023 bezugsfertig sein. Bekannt ist wie berichtet eine Unterkunft in Peiting, die bis zu 144 Flüchtlingen Platz bieten soll und die frisch vom Gemeinderat genehmigt wurde. Auch am Leprosenweg in Weilheim sollen die bestehenden abgewohnten Container durch einen Neubau ersetzt werden. Zu weiteren Projekten wollte Mergel noch nichts sagen, auch nicht zu bestehenden Heimen. Nur so viel: Es gebe Unterkünfte in nennenswerter Größe in Weilheim, Schongau, Peiting, Penzberg, Rottenbuch, Altenstadt und Steingaden.

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