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Corona-Testpflicht in Kitas: Keine einheitlichen Kontrollen - Eltern „muss man schon ein bisschen vertrauen“

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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Kinder, die den Kindergarten besuchen möchten, müssen mit den Eltern drei mal pro Woche einen Selbsttest machen. Wie die Kindergärten das kontrollieren? Das ist im gesamten Landkreis unterschiedlich.
Kinder, die den Kindergarten besuchen möchten, müssen mit den Eltern drei mal pro Woche einen Selbsttest machen. Wie die Kindergärten das kontrollieren? Das ist im gesamten Landkreis unterschiedlich. © bas

Drei negative Corona-Tests müssen Eltern pro Woche nachweisen, damit ihre Kinder die Kita besuchen dürfen. Einheitliche Kontrollen gibt es dafür im Landkreis Weilheim-Schongau nicht.

Landkreis Weilheim-Schongau – Es ist der erste Kindergarten-Tag nach den Weihnachtsferien. Im städtischen Kindergarten Penzberg (Kreis Weilheim-Schongau) geht man auf Nummer sicher. Statt der drei verlangten Selbsttests pro Woche, hat man sich hier mit den Eltern darauf verständigt, dass an diesem Öffnungstag ein zertifizierter Test vom Testzentrum für jedes Kind vorliegen muss.

„Damit wir alle ,negativ‘ ins neue Jahr starten“, so Tamara Eberl, stellvertretende Leiterin. Sicher ist sicher. Tatsächlich haben alle Eltern der immerhin 92 Kinder pünktlich für Montag einen zertifizierten Negativ-Test beigebracht. „Das ist richtig gut angelaufen“, gibt’s ein Lob von Eberl an die Eltern. Im Gegensatz zu Schulkindern brauchen Kita-Kinder, die bereits genesen sind, keinen negativen Testnachweis.

Corona-Testungen in Kitas: Keine einheitlichen Kontrollen im Landkreis Weilheim-Schongau

Wie’s weitergeht? Ab sofort wird hier in der Penzberger Einrichtung, wie in allen anderen Kitas im Landkreis, dreimal wöchentlich ein Test-Ergebnis für den Nachwuchs Pflicht sein. Bestätigen werden den Negativ-Nachweis die Eltern. Und zwar per Unterschrift in einer Tabelle. Die negative Test-Kassette wird hier nicht verlangt. „Man muss schon ein bisschen vertrauen“, so Eberl. Sie beruft sich dabei darauf, dass hier bislang auch die Berechtigungsscheine für die Selbsttests gut angenommen worden sind. Hinzu kommt: „Bei uns sind einige Kinder auch schon geimpft oder genesen.“

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Corona-Testpflicht an Kitas: Eltern bestätigen per Unterschrift oder Vorzeigen der Testkassette

Im evangelischen Regenbogen-Kindergarten in Peißenberg ist der Kita-Besuch per Unterschrift oder nach Vorzeigen der Negativ-Testkassette möglich. Die Resonanz bei 75 Eltern am ersten Tag: „Vom Gefühl her haben die Hälfte der Eltern unterschrieben, die anderen haben die Kassette gezeigt“, so die Leiterin Betina Kreutzer. Sie lobt ihre Eltern, die „sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgehen – wir hatten sehr wenige Fälle.“

Alles unspektakulär auch beim Städtischen Kinderhaus „Pfiffikus“ in Weilheim. Alle Eltern haben hier gestern erstmals eine Test-Kassette abgegeben und weggeworfen. 90 Kinder konnten so in den ersten Kita-Tag nach den Ferien starten, so Bianca Schuster, stellvertretende Leiterin.

Beim katholischen Kindergarten Mariae Himmelfahrt in Schongau will man auf Nummer sicher gehen. Eltern, die ihr Kind hier morgens abgeben möchten, müssen die Test-Kassette mit dem Negativ-Streifen abgeben. „Eine Mutter hat uns darauf hingewiesen, dass sich das Test-Ergebnis manchmal noch verfälscht“, so Anja Schneider, die als stellvertretende Leitung federführend für den neuen Test-Nachweis zuständig ist.

Also hat man sofort reagiert: Von der Test-Kassette wird mit der Handy-Kamera zu Hause ein Foto gemacht, das im Zweifelsfall beim Vorzeigen zur Aufklärung dienen soll. Damit nicht derselbe Test ohne Testung drei Mal in der Woche vorgezeigt werden kann, wird die Test-Kassette noch vor Ort entsorgt.

Corona: Ist Test-Bereitschaft bei Eltern nicht groß genug?

Warum belässt man es in der kirchlichen Einrichtung nicht bei der einfacheren Unterschrift-Lösung? „Sehr wenige Eltern haben das Angebot für die Gratis-Tests aus der Apotheke angenommen“, deutet Leiterin Manuela Schülke an, dass die Test-Bereitschaft bei einigen Eltern vielleicht doch nicht so groß ist, wie man es sich wünschen würde.

Sie spricht aus, was sich so manch einer vielleicht schon denken mag: „Unterschreiben kann jeder mal schnell.“ Auch, wenn das Testen zu Hause vielleicht vergessen worden ist. „Wenn man die Test-Kassette abgeben muss, dann ist das schon was anderes“, befindet Schülke – auch wenn nicht vor Ort getestet wird. Und: „Ein bisschen Vertrauen muss man schon noch in die Eltern haben.“

Tatsächlich nimmt man das Ganze hier in der Kita recht ernst. Eine Mutter habe keine Zeit mehr zum Testen zu Hause und somit auch keine Test-Kassette dabei gehabt. „Die hatte dann aber auch Verständnis dafür, dass sie ihr Kind wieder mit nach Hause nehmen muss. Wir müssen das so machen, sonst bringt es nichts“, wirbt Schülke für konsequentes Handeln in Sachen Testung. Schließlich besuchen immerhin 65 Kinder ihre Einrichtung. „Und unser großes Ziel muss es sein, so aufzubleiben, wie es jetzt ist.“

Laut einer Corona-Studie von Würzburger Wissenschaftlern ist die Gefahr von Infektionsübertragungen in Kitas gering - allerdings unter eine Voraussetzung.

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