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Nagelneu glänzend sind die Leitplanken, die auf der B 2 südlich von Weilheim verbaut wurden.

Zahlreiche Autofahrer wundern sich

Kilometerlanger Leitplanken-Ausbau: Gut für Sicherheit oder Verkehrsrisiko?

  • Boris Forstner
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Einige Tage war kürzlich die B 2 südlich von Weilheim gesperrt. „Dringende Ausbesserungen am Fahrbahnbelag“ waren dort notwendig, hatte das Staatliche Bauamt Weilheim mitgeteilt. Als die Autofahrer wieder dort fahren durften, wunderten sich manche: Es gab nicht nur einen neuen Straßenbelag, sondern fast durchgehend Leitplanken bis zum Kreisverkehr.

Landkreis – Darüber ärgern sich viele, allen voran Franz Schütz aus Raisting. Erhat sich an die Heimatzeitung gewandt: „An gefährlichen Stellen ist eine Leitplanke wichtig, keine Frage. Aber an dieser Stelle doch nicht durchgehend“, sagt er. Man könne künftig nicht mehr aufs Bankett fahren, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug auf die Gegenspur gerate, „und für Motorradfahrer ist das eine tödliche Falle“, so Schütz. „Man kann doch eine normale Straße nicht so zupflastern.“

Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt ist verwundert über diese Kritik. „Wir machen das nicht zum Spaß, aber es ist wegen der Verkehrssicherheit vorgeschrieben.“ Schon in den vergangenen Jahren seien die Schutzplanken ausgebaut worden, nachdem laut Lenker gefordert worden war, alle Bäume, die bis zu 1,50 Meter an den Bundesstraßen stehen, entweder zu fällen oder zu schützen. „Für uns wäre es leichter, die Bäume zu entfernen“, gibt Lenker zu – vor einigen Jahren wurde das entlang der B 2 Richtung Murnau praktiziert, mit einem enormen Aufschrei der Naturschützer.

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Als der Bund den notwendigen Abstand der Bäume zur Straße laut Lenker auf 4,50 Meter vergrößerte, hätten unzählige weitere Bäume gefällt werden müssen. Deshalb habe man Leitplanken vorgezogen, so Lenker, auch wenn die beim Drumherum-Mähen viel Mehrarbeit bedeuten und grundsätzlich die Unterhaltskosten steigern.

Autofahrer krachen nicht gegen Baum sondern nur in die Leitplanke

„Aber für die Verkehrssicherheit haben sie den Vorteil, dass Autofahrer eben nicht gegen einen Baum fahren, sondern in der Planke hängen bleiben“, sagte Lenker. Als gefährliche Stellen gelten übrigens nicht nur Bäume, sondern beispielsweise auch abfallende Böschungen oder Bachläufe neben der Straße.

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2018 habe man an der B 2 vom Kreisverkehr Spatzenhausen bis zur Autobahnauffahrt den Leitplanken-Bau erledigt, vergangenes Jahr sei der Bereich östlich von Sindelsdorf bis zur Landkreisgrenze dazugekommen, auch nördlich von Weilheim wurden entlang der B 2 900 Meter Schutzplanken verbaut und südlich bis Spatzenhausen satte vier Kilometer.

„Vom Landschaftsbild her sind die Planken sicher nicht schön“

 „Vom Landschaftsbild her sind die Planken sicher nicht schön“, räumt Lenker ein, zumal wegen eines je rund 20 Meter langen Vor- und Nachlaufs die Planken meist viel länger sind als der Baum, vor dem der Autofahrer geschützt werden soll – deshalb werden oft gleich durchgehende Bereiche daraus.

„Eigentlich wollten wir dieses Jahr schon fertig werden, aber es fehlt noch das Stück der B 17 von Peiting Richtung Steingaden“, so Lenker. Wenn es nach Schütz geht, kommt es nicht dazu: „Ich werde nicht tatenlos zusehen und mich an die Polizei wenden“, kündigte er an. 

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