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Speisepläne in Kindergärten: Extra-Essen für Vegetarier und Muslime

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Von: Marion Neumann

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Schmeckt’s? Für alle Kinder im Kindergarten ein geeignetes Menü zu finden, ist nicht immer einfach. © Georg Wendt/dpa

Welches Essen soll im Kindergarten auf den Tisch kommen? Zum Start des neuen Kindergartenjahres haben wir uns in Einrichtungen im Landkreis umgehört – und gefragt, wie sich Erzieher auf Vegetarier, Muslime oder Kinder mit speziellen Unverträglichkeiten einstellen.

Landkreis – „Jeder sollte essen dürfen, was er möchte“ – dieser Überzeugung ist Tina Ruhe, Leiterin des „FortSchritt Kinderhauses“ in Weilheim. Die Einrichtung, in der 50 Kindergartenplätze angeboten werden, wird zur Mittagszeit von einem Caterer beliefert, der regional und saisonal koche, so Ruhe weiter.

Der kleine Teil der Kinder mit muslimischen Glauben bekomme eine Essens-Alternative, wenn das Gericht Schweinefleisch enthalte. Für ein Kind, das unter einer Laktoseintoleranz leidet, gibt es ein Extra-Essen, wenn im regulären Menü Milchprodukte verwendet werden. „Gesunde Ernährung ist uns wichtig“, sagt die Leiterin, „zu Diskussionen mit den Eltern kommt es bei uns eigentlich nicht.“

Nicht immer ist es einfach, alle Wünsche unter einen Hut zu bringen

Im „Kindernest Schongau“ werden fünfzehn Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren betreut. Alle Ernährungswünsche unter einen Hut zu bringen, ist laut Erzieherin Meike Wallkam nicht immer ganz einfach. „Aber wir haben das gut im Griff“, sagt sie.

Kinder mit Unverträglichkeiten sind derzeit keine in der Gruppe. „Dass Essen ,halal’ sein soll, ist dagegen schon Thema“, sagt sie, „auch wenn immer nur einzelne Kinder betroffen sind.“ Die warmen Mahlzeiten bekommt die Einrichtung ebenfalls von einem Catering-Service geliefert. „Schweinefleisch wird dort gar nicht angeboten. Wenn es Fleisch gibt, ist es meist Pute oder Rind“, erklärt Wallkam, „an zwei Tagen ist das Essen sowieso rein vegetarisch.“

Zu Diskussionen kam es im Vorfeld des Sommerfestes, das der Kindergarten veranstaltete. „Wir wollten grillen – und hatten dann am Ende gleich drei verschiedene Grills mit Schweinefleisch, anderem Fleisch und vegetarischem Essen in Betrieb“, sagt die Erzieherin. Aber: „letztendlich waren aber alle glücklich.“

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Drei von 73 Kinder essen vegetarisch

Im Kindergarten „Spatzennest“ in Penzberg essen drei der insgesamt 73 Kinder vegetarisch. Spezielle Gerichte gibt es auch für die zwölf muslimischen Kinder in den Gruppen, erklärt der pädagogische Leiter Michael Bihle. „Wir bekommen das Mittagessen von einem regionalen Caterer geliefert“, sagt er, „die bieten verschiedene Gerichte an.“

Generell werde über das Essen im Kindergarten selten diskutiert. „Von den Eltern kommen dazu eigentlich keine Nachfragen“, so Bihle, „wir haben die Speisepläne aushängen, so dass es immer nachvollziehbar ist, was es gibt.“ Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestünden bei den Kindergartenkindern aktuell keine. „Liegt beispielsweise tatsächlich Zöliakie vor, wird es schon komplizierter. Dann dürfen die Speisen auch nicht in den Behältern mit glutenhaltigen Lebensmitteln zubereitet werden“, sagt Bihle.

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Kein geliefertes Essen, sondern eigener Koch

Auf geliefertes Essen vom Catering-Service verzichtet indes Constanze Poguntke, Leiterin des AWO-Kinderhauses „Villa Kunterbunt“ in Weilheim. „Darauf greifen wir nur zurück, wenn unser Koch im Urlaub oder erkrankt ist“, sagt sie.

Schweinefleisch stünde in der Einrichtung, die 90 Kindergartenkinder besuchen, generell nicht auf dem Speiseplan. „Ein Problem gab es deswegen noch nie. Die Kinder können ja Zuhause Schweinefleisch essen, wenn sie möchten“, sagt sie. Für die wenigen hinduistischen Kinder, die kein Rindfleisch essen dürfen, würde es Alternativen geben. „Das haben wir gut im Griff“, so Poguntke im Gespräch.

Ihr ist es wichtig, dass die Kinder einen Bezug zu den Lebensmitteln entwickeln, die auf den Tisch kommen. „Sie dürfen sich das Essen zum Beispiel selbst nehmen – und selber entscheiden, welche Menge sie essen wollen“, sagt sie. Gemüse wie Kürbisse und Gurken oder auch Kräuter würden in Hochbeeten auf dem Kindergartengelände angebaut werden. „Sie sollen das Essen kennenlernen und auch als wertvoll ansehen“, sagt sie.

nema

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