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Kommentar zu Filialschließungen der VR-Bank: Abschied von der Bauernbank?

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Sebastian Tauchnitz hält die Filialschließungen der VR-Bank für einen Fehler, der das Geldinstitut teuer zu stehen kommen könnte.

Die Entscheidung für ein Geldinstitut hat viel mit Vertrauen zu tun. Da ist es hilfreich, wenn die Bank schon lange vor Ort ist, man die Mitarbeiter kennt und unter Umständen bereits seit Generationen als Familie Kunde ist.

Das war das Pfund, mit dem die VR Bank bislang in unserer Heimat wuchern konnte. Während sich die „Global Player“ gern um Kopf und Kragen spekulierten, stand die„Bauernbank“ für regionale Nähe und schnöselfreie Kompetenz. In Obersöchering zum Beispiel seit mehr als 100 Jahren.

Nun allerdings schließt die VR Bank Werdenfels im Handstreich gleich drei Filialen im Landkreis. Quasi über Nacht, mit der derzeit vielmissbrauchten Begründung „Corona-Krise“. Den Aufschrei der Bürgermeister und der langjährigen Kunden kalkuliert Vorstand Walter Beller offenkundig billigend ein. 

Sicher ist das Geschäftsumfeld angesichts des historisch niedrigen Zinsniveaus und der wachsenden Konkurrenz durch Direktbanken im Internet schwieriger geworden. Aber deswegen die Alleinstellungsmerkmale der VR Bank – die räumliche Nähe und das über Jahrzehnte gewachsene Vertrauen der Kunden – einfach so aufzugeben, könnte zwar kurzfristig die Bilanz aufbessern, langfristig aber sehr schädlich für das Geldinstitut sein. Denn in Zukunft dürfte es deutlich schwieriger werden, den Kunden zu erklären, warum sie Gebühren für ein Konto bei einer Bank bezahlen sollen, die sie nicht mehr vor Ort erreichen können, wenn sie ein ähnliches Konto auch gratis bei einer Direktbank haben könnten.

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