Rathaus in Schongau
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Junger Kreis in Oberbayern

Weilheim-Schongau

Der Landkreis Weilheim-Schongau besteht aus 34 Gemeinden. Er gehört zum Regierungsbezirk Oberbayern und hat die Stadt Weilheim als Verwaltungssitz.

  • Der Landkreis Weilheim-Schongau wurde erst in den 1970er-Jahren gegründet.
  • Die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau profitiert von einem ausgewogenen Branchenmix.
  • Die oberbayerische Region Weilheim-Schongau verfügt über zahlreiche Natur- und Landschaftsschutzgebiete.

Weilheim in Oberbayern – Am 1. Juli 1972 entstand der neue Landkreis Weilheim-Schongau. Er wurde im Rahmen der großen bayerischen Gebietsreform gegründet, die eine Verbesserung der Effizienz der kommunalen Verwaltung zum Ziel hatte. Dies sollte unter anderem durch eine Vergrößerung der Landkreise erreicht werden. Zu diesem Zweck erfolgte die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Weilheim und Schongau sowie der Gemeinde Ingenried, die zuvor zum Landkreis Marktoberdorf Oberbayern gehört hatte. Die Stadt Weilheim in Oberbayern wurde zum Verwaltungssitz ernannt.

Der Landkreis Weilheim-Schongau: Lage und Geografie

Drei größere Flüsse durchfließen das Gebiet des Landkreises Weilheim-Schongau. Dabei handelt es sich um den Lech, einen Nebenfluss der Donau, die Ammer sowie die Loisach, die bei Wolfratshausen in die Isar mündet. Darüber hinaus liegen der Ammersee und der Starnberger See in diesem Landkreis. Ein Teil der Ammergauer Alpen gehört zum Landkreis Weilheim-Schongau. Hier erhebt sich der höchste Berg dieser Region, die Niederbleick mit knapp 1.600 Metern Höhe. Die Reliefstruktur ist typisch für die Lage im Alpenvorland und durch eine großflächige Hügellandschaft gekennzeichnet. Der Landkreis Weilheim-Schongau erstreckt sich über eine Fläche von 966 Quadratkilometern.

Weilheim-Schongau: Die Geschichte des ehemaligen Landkreises Weilheims

Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass die Region bereits in der Bronzezeit besiedelt war. Später errichten Römer hier eine Station an der „Via Raetia“. Diese wichtige antike Militär- und Handelsstraße führte von Augsburg über den Brenner bis nach Norditalien. Im 5. Jahrhundert verließen die Römer Bayern. Anschließend siedelten sich bajuwarische Volksstämme im Gebiet des heutigen Landkreises Weilheim-Schongau an.

Die erste, gesicherte urkundliche Erwähnung von Weilheim stammt aus dem Jahre 1010. Damals wurde die Stadt als „Wilhain“ bezeichnet. In den ersten drei Jahrzehnten des neuen Jahrtausends beherrschten Lehensherren des Adelsgeschlechts der Andechs-Meranier die Region. Im 14. Jahrhundert erfolgten die Errichtung einer ersten Stadtbefestigung in Form eines Palisadenzauns sowie der Bau eines Spitals. Im weiteren Verlauf der Geschichte etablierten sich zahlreiche renommierte Kunsthandwerker in der Stadt und ihrer Umgebung. Dazu gehören unter anderem:

  • Hans Krumpper
  • Hans Degler
  • Christo Angermair
  • Johann Sebastian Degler

Im 19. Jahrhundert ereigneten sich mehrere große Brände in der Stadt. Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg führten ebenfalls zu Zerstörungen.

Weilheim-Schongau: Die Geschichte des ehemaligen Landkreises Schongau

Wie Weilheim war auch Schongau eine antike Römersiedlung und lag an einer wichtigen Straße. Die „Via Claudia Augusta“ wurde um die Mitte des 1. Jahrhunderts gebaut und führte vom heutigen Mertingen über die Alpen nach Norditalien. Vom frühen bis zum Hochmittelalter bildete Schongau einen Teil des von schwäbischen Welfen beherrschten Lechrains. Ende des 12. Jahrhunderts übernahmen die Staufer diese Region. Zwei Jahrhunderte später kamen die Wittelsbacher in den Besitz von Schongau. Im ausgehenden Mittelalter kam es in Schongau zu einem verheerenden Stadtbrand und zum Einfall feindlicher Truppen. Von 1589 bis 1592 wurde in der Stadt einer der größten Hexenprozesse Bayerns durchgeführt, dem 63 Bürger zum Opfer fielen.

Schongau erhielt 1886 einen Eisenbahnanschluss, der in der Folgezeit zu einem Aufschwung der Wirtschaft führte. Durch die Industrialisierung und die damit verbundene Entstehung neuer Arbeitsplätze wuchs die Bevölkerung stark an. Die gleiche Entwicklung war nach dem Zweiten Weltkrieg zu verzeichnen, als sich viele Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reichs in der Region niederließen.

Der Landkreis Weilheim-Schongau: Die Entstehung des neuen Landkreises

Die unabhängigen Landkreise Weilheim und Schongau gingen aus den Bezirksämtern hervor, die 1862 im Königreich Bayern gegründet worden waren. Im Dritten Reich erfolgte mit Wirkung zum 1. Januar 1939 die Umwandlung aller deutschen Bezirksämter in Landkreise.

Der Freistaat Bayern führte in den 1970er-Jahren eine umfassende Gebietsreform durch, um größere kommunale Verwaltungseinheiten zu bilden. Die neuen Gemeinden, Städte und Landkreise sollten durch diese Maßnahme leistungsstärker und effizienter werden.

  • Im Rahmen dieser Reform wurden die beiden ehemaligen Landkreise Weilheim und Schongau zusammengeführt.
  • Allerdings wurden davon einige Gemeinden im nördlichen Schongau ausgenommen, sie wurden dem neuen Landkreis Landsberg am Lech zugeordnet.
  • Auch Bayersoien und einige Gemeinden im Süden des ehemaligen Landkreises Schongau kamen nicht in den neuen Landkreis Weilheim-Schongau, sondern gelangten zu den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen beziehungsweise Garmisch-Partenkirchen.
  • Außerdem wurde die Gemeinde Ingenried Teil des neuen Landkreises Weilheim-Schongau. Sie gehörte zuvor zum Landkreis Marktoberndorf in Oberbayern.

Weilheim in Oberbayern wurde zur Kreisstadt des neuen Landkreises. Diese Neuordnung trat mit Wirkung zum 1. Juli 1972 in Kraft. Seinen heutigen Namen erhielt dieser oberbayerische Landkreis am 1. Mai 1973.

Der Landkreis Weilheim-Schongau: Einwohner und Verwaltung

Im Landkreis Weilheim-Schongau leben rund 135.000 Personen (Stand Dezember 2019). Vom Ende der 1980er-Jahre bis 2019 wuchs die Bevölkerungszahl um mehr als 20 Prozent. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 140 Einwohnern je Quadratkilometer.

Das Kreisgebiet besteht aus 34 Gemeinden. Dazu zählen die Städte Weilheim in Oberbayern, Penzberg und Schongau sowie die beiden Märkte Peißenberg und Peiting. Außerdem gehören die folgenden sieben Verwaltungsgemeinschaften zum Landkreis:

  • Altenstadt
  • Bernbeuren
  • Harbach
  • Hugfingen
  • Rothenbuch
  • Seeshaupt
  • Steingaden

Der Landkreis Weilheim-Schongau: Wirtschaft und Politik

Seit vielen Jahrzehnten floriert die Wirtschaft im Landkreis Weilheim-Schongau. Dementsprechend niedrig ist die Arbeitslosigkeit in dieser Region, sie liegt deutlich unter dem Bundes- und dem bayerischen Durchschnitt. Der Landkreis verdankt seine wirtschaftliche Stabilität und seinen Wohlstand vor allem einer ausgewogenen Branchenstruktur. Anders als viele Landkreise in Bayern beherbergt Weilheim-Schongau eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen, darunter viele Handwerksbetriebe. Aus diesem Grund besteht keine Abhängigkeit von wenigen großen Konzernen. Darüber hinaus ist die Region auch stark landwirtschaftlich geprägt.

Traditionell bestimmt die bayerische Partei CSU die Politik im Landkreis Weilheim-Schongau maßgeblich. Auch aus der Kommunalwahl 2020 ging sie mit 34 Prozent der abgegebenen Stimmen als stärkste Kraft hervor. Dieses Ergebnis sicherte der CSU 20 der insgesamt 60 Sitze im Kreistag. Die Grünen erhielten als zweitplatzierte Partei zehn Sitze, die SPD sieben und die Vereinigung Bürger für den Landkreis Weilheim-Schongau brachte es auf sechs Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 66 Prozent. Seit dem 1. Mai 2014 hat Andrea Jochner-Weiß von der CSU das Amt der Landrätin inne.

Weilheim-Schongau: Tourismus und Sehenswürdigkeiten im Landkreis

Der Landkreis Weilheim-Schongau bietet großflächige Naturschutz- und Naherholungsgebiete, wie zum Beispiel:

  • die Ammerschlucht an der Echeslbacher Brücke
  • der Bernrieder Filz
  • das Flachtenbergmoor
  • die Gerstenfilz
  • der Karpfenwinkel am Starnberger See

In der zum Landkreis gehörenden Kleinstadt Penzberg befindet sich ein Museum, das über die Geschichte der Region informiert. Darüber hinaus präsentiert das Museum Penzberg die Sammlung Campendonk. Dabei handelt es sich um Werke von Heinrich Campendonk, einem niederländischen, expressionistischen Maler, der Mitglied in der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ war.

Die Kreisstadt Schongau lockt mit ihrer gut erhaltenen historischen Altstadt zahlreiche Besucher an. Hier ist insbesondere die im Rokoko-Stil errichtete Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt sehenswert. Auch die im 14. Jahrhundert gebaute Stadtmauer ist zu großen Teilen erhalten.

In der Stadt Weilheim in Oberbayern präsentiert das Stadtmuseum als eines der ältesten Heimatmuseen Bayerns bereits seit 1882 Exponate, die das Alltagsleben früherer Generationen veranschaulichen. Auch Schloss Hirschberg am Haarsee gehört zu den lohnenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es stellt ein bedeutendes architektonisches Baudenkmal dar und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts im sogenannten Jugendstil-Barock errichtet.

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