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Marodes Dach und steile Treppen: Landratsamtsgebäude soll saniert werden - Problem Denkmalschutz

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Keine guten Nachrichten erwarteten die Mitglieder des Kreisausschusse bei ihrer Besichtigung des Landratsamtsgebäudes an der Pütrichstraße 10.
Keine guten Nachrichten erwarteten die Mitglieder des Kreisausschusses bei ihrer Besichtigung des Landratsamtsgebäudes an der Pütrichstraße 10. © Alfred Schubert

Barrierefrei machen und energetisch sanieren, das sind die beiden großen Ziele, die sich der Kreistag für den Gebäudebestand des Landkreises gesetzt hat. Um sich ein Bild vom derzeitigen Zustand eines Gebäudes zu machen, besuchten Mitglieder des Kreistags das Amtsgebäude an der Pütrichstraße 10, in dem das Jugendamt seine Büros hat.

Landkreis – Das Gebäude ist etwa ein Jahrhundert alt und nicht umfassend saniert worden. Der Keller hat keinen geschlossenen Betonboden, sondern besteht nur aus lose verlegten Ziegelsteinen, die Raumhöhe ist gering und die Außenflächen sind nicht gegen Feuchtigkeit isoliert, was zur Folge hatte, dass die dort gelagerten Akten nach einer längeren Regenperiode angefangen hatten zu schimmeln, wie Florian Steinbach berichtete, der als Leiter der Liegenschaftsverwaltung für die Bausubstanz zuständig ist.

Ein weiteres Problem des Gebäudes ist, dass es nicht barrierefrei ist. Nur ein Zugang hat eine Rampe, im Inneren gibt es nur Treppen, aber keinen Aufzug. Zudem entspricht die Raumaufteilung nicht mehr den aktuellen Anforderungen der Nutzung.

Das größte Problem bei der Sanierung ist laut Steinbach aber ein ganz anderes: der Denkmalschutz. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, darf es nicht so umgebaut werden, wie es eigentlich notwendig wäre. Vor allem beim Einbau eines Aufzugs sieht er größere Schwierigkeiten.

Gebäude soll wegen des Denkmalschutzes separaten Aufzugsturm bekommen

Um dieses Problem zu umgehen, haben sich die Mitglieder der Ausschüsse darauf geeinigt, dass ein separater Aufzugsturm hinter dem Gebäude gebaut werden soll. Dieser solle eine moderne Funktionseinheit sein, die sich klar vom historischen Gebäude absetzt. Der Aufzug soll bis ins Dachgeschoss geführt werden, sodass auch dieses zugänglich ist, wenn es zu einem späteren Zeitpunkt ausgebaut wird.

Bevor aber der Aufzug gebaut wird, steht noch die Sanierung des Dachs an. Die alten Biberziegel sind marode, zahlreiche Haltenasen zerbröseln bereits. In welchem Tempo der Verfall fortschreitet war am Boden zu sehen, der von Bruchstücken übersät war. Diese waren laut Steinbach absichtlich seit einem Jahr nicht weggekehrt worden, damit sich Besucher ein realistisches Bild vom Zustand des Dachs machen können.

Die Räte fürchten, dass bei einem Sturm die Ziegel wegfliegen könnten. Geschlossen stimmten sie daher dafür, die Sanierung des Dachs vorrangig zu behandeln. Erst danach soll der Aufzug gebaut werden. Steinbach wurde mit der entsprechenden Planung beauftragt.

Heizung soll von Gas auf Hackschnitzel umgestellt werden

Derzeit wird das Haus laut Steinbach noch mit Erdgas beheizt. Sobald das Parkhaus am Feuerwehrhaus gebaut ist, in dem auch eine Hackschnitzelheizung geplant ist, sollen die Gebäude des Landratsamts von diesem über ein Nahwärmenetz beheizt werden.

Karl-Heinz Grehl bezeichnete es bei der Diskussion um die Nutzung regenerativer Energie als Anachronismus, dass die Denkmalschutzbehörde Photovoltaikanlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden verbietet. Zuletzt war das beispielsweise beim „Echter“-Kaufhaus in Weilheim der Fall gewesen (wir berichteten).

Solche Anlagen könnten ja auch wieder demontiert werden, wenn sie nicht mehr gebraucht würden, argumentierte Grehl. Das Gebäude würde dadurch keinen Schaden nehmen. Laut Steinbach ist das steile Süddach für eine PV-Anlage geeignet.

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