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Ein Mann aus dem Landkreis Weilheim-Schongau rastete aus und schlug seine Partnerin (Symbolbild).

„Er war wie von Sinnen“

Hand in Haustür eingeklemmt: Mann rastet aus und misshandelt Ex-Freundin - Kinder sehen alles

Ein 35-jähriger Mann aus dem Kreis Weilheim-Schongau rastete in der Wohnung seiner Ex-Freundin aus. Vor den Augen der beiden gemeinsamen Kindern schlug er sie.

  • Ein 35-Jähriger aus dem Landkreis Weilheim-Schongau rastete in der Wohnung seiner Ex-Freundin aus. 
  • Er schlug sie und klemmte ihre Hand in der Wohnungstüre ein.
  • Die beiden gemeinsamen Kinder mussten die schlimmen Szenen mitansehen.

Landkreis – „Morgens war alles noch in Ordnung“, sagte die Ex-Lebensgefährtin (35) aus. Zwei gemeinsame Kinder haben sie, leben aber seit zwei Jahren getrennt. „Aber er ist ein guter und lieber Vater“, erklärte die Frau und fügte hinzu, dass ihr ehemaliger Freund häufig auf die Kinder aufpassen würde, wenn sie zur Arbeit geht.

Hand in Haustür eingeklemmt: Mann rastet aus und misshandelt Ex-Freundin 

So auch am Tattag im Januar. Alles war friedlich, man telefonierte miteinander. Als die Frau aber am Abend klingelte, um in ihre Wohnung zu kommen, öffnete der Mann nicht. Die 35-Jährige holte sich den Ersatzschlüssel, den sie bei ihrer Nachbarin deponiert hatte. 

Als sie die Tür aufschloss, war die Sicherheitskette vorgelegt. Das Paar diskutierte eine Weile, dann machte der Mann die Tür einen Spalt auf. „Als ich meine Hand hineinschob um die Kette zu öffnen, hat er die Tür zugemacht“, sagte die Frau. Ihre Hand wurde eingeklemmt und nicht unerheblich verletzt. Noch immer sind die Folgen in Form von tauben Fingern spürbar.

Der Mann ließ seine frühere Lebensgefährtin doch in die Wohnung, drückte sie aber gegen die Wand, auf den Boden und schlug sie ins Gesicht. „Er war wie von Sinnen, und das alles geschah vor unseren schreienden Kindern“, erinnerte sich die Frau. Die Wohnung sei wie verwüstet gewesen, überall lagen Bierflaschen herum. Die herbeigeeilte Nachbarin brachte die Kinder in das Schlafzimmer und rief die Polizei. 

Mann rastet aus und misshandelt Ex-Freundin - vor Gericht macht er keine Angaben

„Wenn du einen anderen hast, nehm ich dir die Kinder weg und bring dich um“, soll der Mann noch geschrien haben. Warum er so ausrastete, war nur eine Vermutung der Frau. Ein Brief von der Familienhilfe über die Regelung des Kindersorgerechts, der an diesem Tag eingetroffen war, könnte der Auslöser gewesen sein.

Der Mann machte vor Gericht keine Angaben, war aber sichtlich beschämt über den Vorfall. Seine frühere Lebensgefährtin, die keinerlei Belastungseifer zeigte, fragte die Vorsitzende Richterin Karin Beuting, ob statt einer Strafe auch ein Täter-Opfer-Ausgleich in Frage kommen könnte. Dies ist eine Möglichkeit zur Zusammenwirkung von Täter und Opfer, um einen vorangegangenen Konflikt außergerichtlich zu klären. 

Mann misshandelt Ex-Freundin: Antiaggressionstraining für den 35-Jährigen

In einem Gespräch mit einem Mediator wird dabei über eine Wiedergutmachung verhandelt. Der Ausgleich wurde auf richterlichen Beschluss zwingend für beide verordnet – nachdem der Staatsanwalt nach einigem Überlegen noch ein Antiaggressionstraining für den Angeklagten beantragt hatte, das die Richterin auch anordnete.

Der Angeklagte war sowohl mit dem Training als auch mit dem Täter-Opfer-Ausgleich einverstanden. Richterin Beuting stellte das Verfahren unter diesen Voraussetzungen vorläufig ein, stellte aber klar, dass sie den Ausgleich überwachen würde. „Wenn es nicht klappt, wird das Ganze wieder aufgenommen.“

VON REGINA WAHL-GEIGER

In München steht derzeit ein Pfleger wegen Mordes vor Gericht. Auch in Weilheim hat er versucht, einen Menschen umzubringen.

Wegen räuberischem Diebstahl stand eine 22-Jährige aus der Umgebung von Murnau vor dem Amtsgericht in Weilheim. Sie ist bei ihrem Ex-Freund eingebrochen. 

Ausgerastet ist auch ein Mann bei einem Streit in der Nähe von Passau. Er warf den Hund seiner Freundin aus dem Fenster - das Tier starb.

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