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In Penzberg stellte Johannes Jauß vom Ordnungsamt im November 2017 stolz den Parkservice vor.

Wenig angenommen

Parkzettel per App: Dienst floppt - und zwar in allen Städten in der Region

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Viele Orte in der Region haben eines gemeinsam: Autofahrer können ihre Parkgebühren per Handy zahlen. Doch das macht kaum jemand.

Landkreis – „Die Zeit ist dafür reif.“ Penzbergs Bürgermeister Elke Zehetner war an diesem 8. November 2017 überzeugt vom neuen Service. Die Stadt startete als nächste Landkreis-Kommune nach Weilheim und Schongau in das bargeldlose Parken mit dem Mobiltelefon. Unterzeichnet wurde dafür ein zweijähriger Vertrag mit der Initiative „Smartparking“, die gleich vier App-Anbieter für Penzberg auswählte.

In Penzberg zieht 16 Monate später der stellvertretende Ordnungsamtsleiter Johannes Jauß eine zurückhaltende Bilanz: „Das Angebot wird noch eher gering genutzt.“ Laut Jauß zahlen bislang nur etwa drei bis fünf Prozent der Parker per Handy. Als Probleme bei der Akzeptanz sieht er die zusätzlichen Kosten für den Nutzer sowie „eventuell der Umstand, dass man sich zuerst eine App installieren und sich mit dem Vorgehen vertraut machen muss“. Der Service wird an allen 47 Parkautomaten im Stadtgebiet, mit dem Freibad Eizenberger Weiher, angeboten. Ob eher von Kurz- oder Langzeitparkern, kann Jauß nicht sagen. „Da gibt es keinen klaren Trend.“ Vorteil sei auf alle Fälle, dass Handy-Parken flexibel sei und man sich im Gegensatz zum normalen Tickets nicht vorher für eine Parkzeit entscheiden müsse – inklusive Gefahr eines Knöllchens beim Überschreiten.

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Die Resonanz ist „ausbaufähig“

Ähnliche Erfahrungen werden andernorts gemacht. Den Anfang im Landkreis hatte Weilheim im Jahr 2010 gemacht, seit 1. Januar hat die Kreisstadt mit „ParkNow“ einen neuen Anbieter. Der Service gilt für alle oberirdischen städtischen Stellplätze, Tiefgaragen fallen aus technischen Gründen wegen der Schranken heraus. Auch Ordnungsamtschef Andreas Wunder spricht von „Anfangshemmnissen bei den Nutzern“. Die Resonanz sei beim ersten Anbieter „ausbaufähig“ gewesen. Laut Wunder fallen derzeit bei jedem Vorgang 0,25 Euro Servicegebühr an sowie eventuell 0,15 Euro SMS-Gebühr unter anderem für die Erinnerung an eine Parkdauerverlängerung. Ob kurz oder lang, genutzt werden in Weilheim alle Zeitvarianten.

In Schongau gab es im November 2016 den bargeldlosen Service mit dem neuen Parkraumkonzept. Dieser gilt in der gesamten Altstadt. Wie in Penzberg arbeitet man mit „Smartparking“ zusammen, Nutzer können ebenfalls zwischen vier Anbietern wählen. Die bargeldlosen Tickets sind mit 0,80 Euro pro Stunde bis maximal 5 Euro am Tag im Vergleich zum normalen Parkschein (1 Euro pro Stunde, maximal 6 Euro am Tag) sogar etwas günstiger. Allerdings kommen Anbietergebühren dazu. Trotzdem hält sich die Resonanz in Grenzen. Das Handy-Parken ist „als richtige Alternative noch fraglich“, bilanziert Wirtschaftsförderin und Pressesprecherin Meike Petro. Vielleicht sei der Service „noch zu kurz im Einsatz“. Ein leichter Aufwärtstrend ist jedoch zu spüren: Die Stadt nahm 2017 laut Petro 2500 Euro ein, ein Jahr später waren es 4300 Euro. Was jedoch angesichts von 99 600 Euro beziehungsweise 99 800 Euro gesamte Parkeinnahmen in den beiden Jahren nur ein geringer Anteil war. Auch Wirtschaftsförderin Petro sieht als größte Hürde noch die technische Barriere mit dem Herunterladen einer App und die zusätzlichen Gebühren.

Aufgeben kommt nicht in Frage

Obwohl das bargeldlose Parken in den Kinderschuhen steckt: Aufgeben wollen ihn die drei Kommunen nicht. Auch, weil ihnen keine Kosten entstehen. In Penzberg läuft der Vertrag heuer aus. Wird er nicht sechs Monate davor gekündigt, verlängert er sich jeweils um ein Jahr. „Nachdem momentan kein attraktiverer Anbieter bekannt ist, besteht kein Grund, den Vertrag zu kündigen“, teilt Ordnungsamts-Vize Johannes Jauß mit. In Weilheim wurde der heute angelaufene Vertrag gleich auf sechs Jahre festgelegt. In Schongau gilt: Die Zusammenarbeit verlängert sich automatisch jeweils um ein Jahr. An eine Kündigung werde derzeit nicht gedacht, so Stadtsprecherin Meike Petro.

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