Gegrüßt wird derzeit nur mit den Ellenbogen so wie im Bild im Therese-Peter-Haus in Peiting, wo Harald Kögl Sohn Liam bei Erzieherin Jeannette Wollschläger abliefert. 
+
Gegrüßt wird derzeit nur mit den Ellenbogen so wie im Bild im Therese-Peter-Haus in Peiting, wo Harald Kögl Sohn Liam bei Erzieherin Jeannette Wollschläger abliefert. 

Strenge Hygienevorschriften 

Kita-Notbetreuung im Landkreis Weilheim-Schongau: „Alles ist aufwendiger und umständlicher“

Die Notbetreuung in den Kindergärten ist ausgeweitet worden. Derzeit kommen bis zur Hälfte der Kinder wieder. Hygiene-Vorschriften einzuhalten, ist mit Kindern jedoch schwierig. 

Landkreis – „Der Abstand ist mit Kindern nicht einzuhalten“, betont Manuela Schülke, die Leiterin im Kindergarten Mariae Himmelfahrt in Schongau. Natürlich sind die Erzieherinnen bemüht, alles einzuhalten, aber zum Beispiel beim Mittagessen alle auf eineinhalb Meter Abstand zu setzen, ist schon aus Platzgründen schwierig.

Derzeit besuchen rund 32 Kinder, etwa die Hälfte der „normalen“ Anzahl, die Einrichtung in Schongau. Diese werden auf verschiedene Kleingruppen verteilt und möglichst auf Abstand gehalten. „Normalerweise ist es unser Anliegen, Gemeinschaft und Selbstständigkeit zu fördern“, erklärt Schülke.

Die Corona-Vorschriften bewirken gerade das Gegenteil. Abstand muss eingehalten werden, und das Mittagessen zum Beispiel wird angereicht. Früher durfte sich jeder selbst den Teller füllen. „Es ist eben alles etwas aufwändiger und umständlicher“, so Schülke.

Mund-Nasen--Masken werden nur in bestimmten Situationen getragen. Zum Beispiel, wenn Eltern kommen, beim Wickeln und auch, wenn das Essen ausgegeben wird.

Kitas: Weniger Kinder, mehr Gruppen

Im städtischen Kinderhaus Pfiffikus in Weilheim werden laut Leiterin Roberta Fischer derzeit 25 der 65 angemeldeten Kinder betreut. Ebenfalls nach einem strengen Hygiene-Konzept. So wurden aus ursprünglich drei jetzt vier Gruppen, eine besteht aus den Vorschulkindern, um ihnen altersentsprechende Angebote zu bieten. Die Mitarbeiter sind festen Gruppen zugeteilt, was natürlich auch personell eine Herausforderung ist.

„Die jüngeren Kinder verstehen es nicht, warum sie nicht bei der gewohnten Erzieherin sein dürfen und vermissen diese auch“, weiß Fischer. Das mit dem Händewaschen wurde im Kindergarten immer schon gepflegt. Morgens dürfen die Kinder erst in die Gruppe, wenn die Hände sauber sind. „Das klappt ganz gut“, so Fischer.

Papierkrieg bei Kita-Neuanmeldungen 

Kompliziert sind für sie vor allem die Neuanmeldungen. Ein Papierkrieg, da der persönliche Kontakt zu den Eltern geringgehalten werden soll. Treffen finden dann mit Atemschutzmaske und Abstand im Garten statt. „Die Gesundheit geht vor“, so Fischer zu den Bestimmungen.

Das sieht auch Rita Ullrich so, die stellvertretende Leiterin im Therese-Peter-Kindergarten in Peiting. Dort werden derzeit in der Krippe 19 Kinder, verteilt auf drei Gruppen, und im Kindergarten 16 Kinder in zwei Gruppen betreut. Masken tragen die Erzieherinnen nur bei der Übergabe.

„Besonders kleine Kinder lesen viel aus der Mimik ab. Es ist wichtig für sie, das Gesicht zu sehen“, so Ullrich.

Der Garten der Einrichtung wurde in drei Abschnitte aufgeteilt, wo die einzelnen Gruppen sich abwechselnd aufhalten. Kontakt zwischen den Gruppen ist nicht möglich, obwohl normalerweise Wert auf ein offenes Konzept gelegt wurde. Und das Essen findet nicht mehr im Speisesaal statt, sondern in den Gruppenräumen.

Eltern haben Maskenpflicht

„Trotz der ganzen Auflagen genießen es unsere Kinder, dass sie wieder in den Kindergarten kommen dürfen“, weiß Tamara Eberl zu berichten, die Leiterin im städtischen Kindergarten in Penzberg. 30 von 92 Kindern werden dort derzeit betreut. Das Essen wird ebenfalls in den Gruppenräumen eingenommen, für die Eltern herrscht beim Holen und Bringen Maskenpflicht.

Die Kinder haben sich an die neuen Regeln gewöhnt und waschen sich auch bereitwillig oft die Hände. Aber wie das alles funktionieren wird, wenn erst einmal alle Kinder wieder kommen dürfen, wissen die Einrichtungsleiterinnen noch nicht. Da wird es wohl noch andere Regeln beziehungsweise vielleicht auch mehr Personal brauchen.

VON URSULA FRÖHLICH

Lesen Sie auch: Krankenhaus, Müll und Radom - Kreistag debattiert lieber hinter verschlossenen Türen

Außerdem interessant: Der Schongauer Märchenwald macht wieder auf: Besucher müssen online reservieren

„Der Pflegenotstand ist nach Corona nicht vorbei.“ Darauf verweist Christian Osterried, Leiter des Heiliggeist-Spitals in Schongau.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Landwirtschaftsschule Weilheim verliert Ausbildungszweig - Bauernverband übt Kritik
Der Schulstandort Weilheim ist künftig um eine Ausbildungsrichtung ärmer:  Ein Zweig der Landwirtschaftsschule wird, wie jetzt bekannt wurde, dicht gemacht. Kritik an …
Landwirtschaftsschule Weilheim verliert Ausbildungszweig - Bauernverband übt Kritik
Wolf in oberbayerischem Wald gesichtet: Jäger mit mahnenden Worten - Wer jetzt aufpassen muss
Ein Wolf treibt sich in einem Landkreis in Oberbayern herum. Das bestätigte das bayerische Landesamt für Umwelt. Die Identifizierung ist eindeutig.
Wolf in oberbayerischem Wald gesichtet: Jäger mit mahnenden Worten - Wer jetzt aufpassen muss
Durch Weilheim mit dem Lastenrad
In Weilheim kann erstmals ein Lastenfahrrad ausgeliehen werden. Die Idee dazu hatten Geschäftsleute in der Innenstadt.
Durch Weilheim mit dem Lastenrad
Kino am Trifthof in Weilheim bleibt zu - der Grund macht traurig
Seit mittlerweile 15 Wochen sind die Kinos der Kinobetriebe Wolf geschlossen. Die Wiedereröffnung war für den 16. Juli anberaumt, jetzt wird sie doch verschoben.
Kino am Trifthof in Weilheim bleibt zu - der Grund macht traurig

Kommentare