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In Senioreneinrichtungen, wie hier im Weilheimer Bürgerheim, wird fachkundiges Personal gebraucht.

Debatte um Wehrpflicht

Soziales Dienstjahr wird positiv gesehen

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Seniorenheime und Hilfsorganisationen im Landkreis brauchen Personal. Da kommt die Debatte um ein  soziales Pflichtjahr recht. Wir haben uns umgehört.

LandkreisZum 1. Juli 2011 wurde in Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt. Damals fielen 131 000 Rekruten weg, aber auch fast 100 000 Zivildienstleistende. In der CDU gibt es Gedankenspiele über die Rückkehr der Wehrpflicht oder gar die Einführung einer einjährigen Dienstpflicht bei der Armee, beim THW, in der Pflege oder in der Gesundheitsvorsorge.

Im Weilheimer Bürgerheim steht Rainer Schlosser einem sozialen Dienstjahr grundsätzlich positiv gegenüber. Der Leiter der städtischen Senioreneinrichtung zählt 130 Mitarbeiter, die Hälfte in Teilzeit. Personal kann er immer gebrauchen. „Aber wir benötigen eigentlich Fachkräfte mit einer dreijährigen Ausbildung“, schränkt Schlosser im Hinblick auf die im Raum stehende kurze zwölfmonatige Dienstdauer ein.

Doch der Heimleiter hofft darauf, in dieser Zeit Interessenten für längere Zeit gewinnen zu können. „Vielleicht würde der eine oder andere Gefallen an dem Job finden.“ Für das eine Jahr wüsste Schlosser Verwendung: Diensttuende könnten in der Pflege das Personal unterstützen, in der sozialen Betreuung arbeiten oder in der Haustechnik.

Bis 2011 konnte das Bürgerheim auf Zivildienstleistende zählen. Mit ihnen habe man gute Erfahrung gemacht, sagt Schlosser. „Sie konnten die Grundpflege übernehmen.“ Einige Zivis blieben der Einrichtung treu.

Aktuell hat sich die Personalsituation laut Schlosser („Das war dramatisch“) entspannt: Im Juli bestanden drei Auszubildende ihre Prüfungen, zum August wurden die Altenpfleger übernommen. Schlosser hofft, dass 2019 weitere vier Azubis fertig werden.

Im BRK-Kreisverband – rund 1200 ehrenamtliche Helfer sowie etwa 140 festangestellte Mitarbeiter – sieht man ein soziales Jahr positiv. „Das wäre sehr zu begrüßen“, sagt Geschäftsführer Hans Eberl. Er verweist auf den Zivildienst: „Die Erfahrung hieraus war, dass diese Zeit den jungen Leuten bei der Persönlichkeitsentwicklung und auch bei der beruflichen Orientierung sehr hilfreich war.“ Viele Zivis seien dem Roten Kreuz verbunden geblieben. Eberl erhofft sich auch eine Entspannung beim „Freiwilligen sozialen Jahr“: Vier Plätze werden im Krankentransport angeboten. „Die Besetzung gelingt uns in der Regel alle Jahre, ist aber nicht leicht.“ Einsatzmöglichkeiten für ein soziales (Pflicht)-Jahr sieht Eberl genug: im Rettungsdienst oder in den Heimen, in der Pflege, bei „Essen auf Rädern“ oder in Kindertagesstätten.

Im Raum steht ein Dienstjahr auch beim Technischen Hilfswerk (THW). Der Schongauer Ortsverband wurde 1954 mit 17 Helfern aus der Taufe gehoben. Mittlerweile zählt Ortsbeauftragter Walter Frömmrich rund 40 Aktive und insgesamt etwa 90 Mitglieder. Aber: „Tendenz sinkend“, muss Frömmrich seit dem Wehrpflicht-Ende 2011 feststellen. Wer wollte, konnte sich bis dahin statt für Bundeswehr oder Zivildienst für mehrere Jahre, zuletzt waren es mindestens vier, im Zivil- und Katastrophenschutz verpflichten. Davon profitierte das THW, seitdem fehlt der Nachwuchs. „Ich würde gern Leute nehmen“, sagt Frömmrich. Ansonsten hält sich der Schongauer aber mit Aussagen zurück und verweist auf die Bundeszentrale in Bonn. Dort leitet man sofort an das Bundesinnenministerium weiter, zu dessen Geschäftsbereich gehört die ehrenamtliche Einsatzorganisation. Auch dort: Schweigen. Es handele sich um eine „parteipolitische Debatte, die ganz am Anfang steht“, zitiert das Berliner Ministerium Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Deshalb werde man sich nicht dazu äußern.

In der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt ist ein Wehrpflichtjahr kein großes Thema. Am Ausbildungsstützpunkt Luftlande/Luftlandetransport gebe es keine Rekrutenausbildung im klassischen Sinne, so Presseoffizier Christoph Hartung.

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