Grau und Rosa haben ausgedient: Die alten Papierführerscheine müssen nach und nach umgetauscht werden.
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Grau und Rosa haben ausgedient: Die alten Papierführerscheine müssen nach und nach umgetauscht werden.

Aktion „Der Lappen geht - die Karte kommt“

Umtausch von Führerscheinen läuft nur schleppend

Sind im Landkreis bald über 6000 vorwiegend ältere Menschen ohne gültigen Führerschein unterwegs? Dies könnte passieren, sollte die Umtauschaktion für die alten Führerscheine weiter so schleppend laufen. Noch aber haben 63- bis 68-Jährige bis 19. Januar Zeit, ihr neues Dokument beim Landratsamt zu beantragen.

Landkreis – Eine erster Aufruf der Behörde im Mai brachte nicht den gewünschten Erfolg. Seit 2019 wurden lediglich knapp 1000 der alten grauen oder rosafarbenen Papiere gegen die neuen digitalen und fälschungssicheren EU-Kartenführerscheine eingetauscht. Noch fehlen rund 6200 Führerscheine. Wie viele Führerscheine im Landkreis insgesamt im Umlauf sind, konnte die Pressestelle nicht sagen.

Im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sieht es deutlich besser aus: Dort wurde bislang rund ein Drittel der rund 7000 alten Führerscheine der Jahrgänge 1953 bis ’58 ausgetauscht. In Garmisch-Partenkirchen wurden bislang „relativ wenig“ Führerscheine ausgewechselt. Das hänge auch mit einer Computerumstellung zusammen, so die Pressestelle des Landratsamts. In Garmisch-Partenkirchen leben rund 88 000 Menschen, rund 61 000 davon sind im Besitz eines Führerscheins.

Es gelten verschiedene Stichtage für verschiedene Jahrgänge

„Der Lappen geht – die Karte kommt“ nennt das Landratsamt die Aktion, die bis Ende 2025 abgeschlossen sein soll. Für die Jahrgänge 1959 bis ’64 gilt der 19. Januar 2023 als Stichtag zum Umtausch, für die Jahrgänge 1965 bis ’70 19. Januar 2024, für alle ab Jahrgang 1971 der 19. Januar 2025. Wer bereits im Besitz eines Kartenführerscheins ist, für den gelten andere – meist längere – Fristen bis maximal 2033.

„Vermutlich haben viele Bürger den Pflichtumtausch gar nicht im Blick“, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Wer sich aber schon jetzt darum kümmere – egal welchen Jahrgangs er ist – der erspare sich lange Wartezeiten. Denn je näher der Stichtag rücke, desto größer werde erfahrungsgemäß der Andrang in den Zulassungsstellen Weilheim und Schongau. „Wir empfehlen allen betroffenen Führerscheininhabern, möglichst bald und am besten online einen Termin zu vereinbaren“, so Sabrina Loy, Leiterin des Bereichs „Fahrerlaubniswesen“ in der Pressemitteilung. In Weilheim (Stainhartstraße 7) gibt es sogar einen eigenen Tresen für den Umtausch, der rund 25 Minuten in Anspruch nimmt. Mitzubringen sind der aktuelle Führerschein, Personalausweis oder Reisepass, ein aktuelles biometrisches Passbild (35 auf 45 Millimeter, nicht älter als ein Jahr). Die Umtauschgebühr beträgt 30,30 Euro. Wessen Führerschein nicht vom hiesigen Landratsamt stammt, der benötigt zudem noch eine – kostenlose – Karteikartenabschrift von der Behörde, bei der das Dokument ausgestellt wurde.

Bei Polizeikontrolle droht mit „altem Lappen“ ein Bußgeld

Wer an seinem alten Lappen hängt, der darf ihn übrigens nach dem Umtausch wieder mitnehmen – selbstverständlich entwertet. Trotzdem ist die Papierausgabe dann noch zwei Monate gültig, denn der neue Fahrausweis im Scheckkartenformat wird erst nach einigen Wochen per Post zugesandt. Wer in eine Polizeikontrolle kommt, hat also nichts zu befürchten – im Gegensatz zu denjenigen, die den Umtauschtermin verpasst haben. Sie begehen eine Ordnungswidrigkeit, die mit zehn Euro geahndet werden kann.

VON JOHANNES THOMA

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