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Überhöhte Geschwindigkeit ist oft die Unfallursache. 

Statistik zu Verkehrsunfällen

Verkehrsstatistik für den Landkreis: Alkohol und Raserei oft Todesursache

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis ist 2018 nur um 1,8 Prozent gestiegen, die Zahl der Todesopfer stieg im gleichen Zeitraum aber um 200 Prozent - von fünf auf 15.

Landkreis – Die Hauptursache für Verkehrsunfälle sind laut der Polizeistatistik, die der Leiter des Polizeipräsidiums „Oberbayern Süd“ Robert Kopp und seine Stellvertreterin Eva Schichl jetzt vorstellten, „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Ein- und Anfahren“.

972 Unfälle weist die Statistik für 2018 aus, das sind 79 weniger als im Vorjahr. Trotz der hohen Zahl von Unfällen gab es dabei keine Todesopfer. Allerdings wurden 127 Personen verletzt.

Eine Unfallursache hat am stärksten zugenommen

Auch durch unzureichenden „Sicherheitsabstand“ verloren keine Verkehrsteilnehmer ihr Leben. Allerdings gab es auch in dieser Rubrik viele Verletzte. 155 waren es 2018. Das zu dichte Auffahren hat dabei unter den Unfallursachen am stärksten zugenommen. Die Zahl der Unfälle stieg binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf 588.

Auch wenn die Unfallursachen nicht immer klar zugeordnet werden können, und so für die 15 bei zwölf Unfällen getöteten Personen in der Statistik durch Mehrfachzählung 22 Ursachen ausgewiesen werden, fallen zwei Ursachen auf, die leicht vermieden werden könnten. „Alkohol“ hatte drei Getötete zur Folge, unter „Geschwindigkeit“ sind sieben verzeichnet. Ohne Alkohol am Steuer und ohne Raserei gäbe es nur etwa halb so viele Todesopfer im Straßenverkehr.

Auffällig: Unfälle mit Todesfolge alle außerorts 

Auffallend ist laut Kopp, dass sich alle Unfälle mit Todesfolge außerorts ereigneten, und dass es keine regionalen Schwerpunkte gab. Insgesamt wird der Straßenverkehr im Landkreis immer gefährlicher. Seit 2009 stieg die Zahl der Unfälle von 3522 auf 3823, die Zahl der bei Unfällen Verletzten stieg von 750 auf 867, die Zahl der Getöteten hatte 2013 mit 19 ihren Höhepunkt, im Mittel der zehn Jahre lag sie bei 9,4.

Bei den Verkehrsstraftaten nimmt das „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ mit 2559 Fällen den Spitzenplatz ein. Es macht damit deutlich mehr als die Hälfte der 4601 Straftaten aus. Den größten Zuwachs verzeichnen mit 66 Prozent die Bedrohungen, gefolgt vom Kennzeichenmissbrauch mit 20 Prozent, der Körperverletzung mit 16 Prozent und der Nötigung mit 13 Prozent. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern, werden laut Kopp verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.

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Künftig könnten Senioren verstärkt Opfer werden

Auch auf zwei Bergstrecken, die von dem „einen Prozent der High Risk Biker“ bevorzugt werden, werde stärker kontrolliert. Grund dafür sei auch der Lärmschutz. Kopp fürchtet, dass unter den Opfern des Straßenverkehrs künftig mehr Senioren sein werden, die mit Elektrofahrrädern unterwegs sind und keinen Helm tragen. Ein Fehler, den viele Senioren begehen – oftmals, weil sie es von früher noch so gewohnt sind.

Von Alfred Schubert

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