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Kreisausschuss vertagt wichtigen Beschluss: Warum planen, wenn man schätzen kann

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Im vergangenen Jahr wurde die frischsanierte und erweiterte Realschule in Schongau eröffnet. Grundlage der Entscheidung, hier Geld zu investieren, war die Schulnetzplanung.
Im vergangenen Jahr wurde die frischsanierte und erweiterte Realschule in Schongau eröffnet. Grundlage der Entscheidung, hier Geld zu investieren, war die Schulnetzplanung. © Foto: Herold/Archiv

Soll es doch der nächste Kreistag entscheiden: Der Beschluss, die Schulentwicklungsplanung für den Landkreis fortzuschreiben, wurde jetzt vertagt.

Landkreis – Der Landkreis Weilheim-Schongau investiert seit Jahren immense Beträge in seine Schulen. Damit das Geld nachhaltig und richtig angelegt wird, wurde in den Jahren 2009/2010 eine detaillierte Schulnetzplanung ausgearbeitet, die unter anderem die künftigen Schülerzahlen und den damit verbundenen Raumbedarf an den einzelnen Schulen berechnete.

Das Papier, das die Beratungsgesellschaft „SAGS“ damals vorlegte, wurde zwar zwischenzeitlich noch einmal für das Schulzentrum Schongau aktualisiert, müsste aber eigentlich dringend überarbeitet werden.

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Dementsprechend wurde bei der gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Schulausschuss der Antrag gestellt, das zuvor zuständige Planungsbüro mit der Fortschreibung der Grundlagenplanung zu beauftragen. Rund 30 000 Euro hätte das Konzept, dass dann den Zeitraum bis 2020 abdecken würde, gekostet. Doch nachdem Kreis- und Schulausschuss zuvor zahllose Mehrausgaben in Höhe von weit mehr als einer Million Euro beschlossen hatten – unter anderem für einen Projektsteuerer, der das Bau- und Liegenschaftsamt unterstützen soll und zahlreiche Zusatzmaßnahmen im Zuge des Erweiterungsbaus am Gymnasium Schongau, trat man jetzt auf die Kostenbremse.

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Manuela Vanni (Unabhängige/ÖDP) redete sich richtiggehend in Rage: „Die Zahlen des Büros waren doch nicht sonderlich zutreffen. Da wäre eine grobe Schätzung ähnlich genau“, sagte sie. Und setzte noch einen drauf: „Wir sollen hier 30 000 Euro ausgeben, damit die Verwaltung im Anschluss sagen kann, dass nicht sie falsch gerechnet hat.“

Das sei so nicht ganz richtig, entgegnete Kreiskämmerer Norbert Merk. Aufgrund der detailierten Untersuchungen in der Schulnetzplanung habe man zum Beispiel den Bau eines vierten Gymnasiums im Landkreis, der immer mal wieder gefordert wurde, ausschließen können. Zudem sei es mit Blick auf künftige Investitionen sicher besser, konkrete Zahlen von Fachleuten als Grundlage der Entscheidung zu haben.

Seine Chefin, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, mochte allerdings nicht weiter diskutieren und nahm nach einem entsprechenden Vorschlag von Klaus Gast (CSU/Weilheim) das Thema von der Tagesordnung. Nun soll der nächste Kreistag im kommenden Jahr entscheiden.

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