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urn:newsml:dpa.com:20090101:130522-99-01443

Landkreis

Wohnungsnot trifft immer mehr Menschen

Landkreis - Um günstigen Wohnraum ging es beim „Runden Tisch“, zu dem die CSU Weilheim eingeladen hatte. Wohnungsnot trifft nicht nur sozial Schwache.

Es hat sich etwas verändert auf dem Wohnungsmarkt im Landkreis, davon berichteten die meisten Teilnehmer des Runden Tisches. „Früher hatten 80 Prozent unserer Bewohner keine Arbeit und 20 Prozent eine Stelle, heute ist es umgekehrt“, sagte zum Beispiel Schwester Anita Leipold vom Haus Emmaus, wo Weilheimer Bürger vorübergehend unterkommen können, die keine Wohnung finden. Doch selbst das Haus Emmaus fällt als Übergangslösung oft aus, weil die, die dort wohnen, keine bezahlbare Bleibe finden, weiter dort leben und so alle Plätze belegt bleiben.

Das Problem betrifft schon lange nicht mehr den unteren Rand der Gesellschaft, diesen aber ganz besonders: Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, die dann auch noch auf barrierefreie Wohnungen angewiesen sind, Hartz-IV-Empfänger und Familien mit vielen Kindern tun sich besonders schwer, eine geeignete Bleibe zu finden. Wobei es die Landkreisbüger mit einem Anspruch auf eine Sozialwohnung noch leichter haben, als die, die mit ihrem Einkommen knapp über der Grenze liegen.

Dass sich auf dem Wohnungsmarkt im niederpreisigen Bereich wenig tut, berichtete auch der Geschäftsführer der „Wohnbau GmbH Weilheim“, Felix Nuss, der über die Tätigkeit der Gesellschaft informierte: Die „Wohnbau“ habe die Aufgabe, breite Schichten der Bevölkerung mit Wohnungen zu versorgen. „Unsere Hauptklientel sind die, die woanders weniger zum Zug kommen“, sagte Nuss.

Der runde Tisch in der Mitte dient als Symbol: Der CSU-Ortsverband Weilheim hatte zu einem „Runden Tisch“ über die Wohnraumproblematik eingeladen. Felix Nuss (vorn 3.v.l.) informierte über die Projekte der „Wohnbau GmbH Weilheim“. 

Die Durchschnittsmiete in den insgesamt 1600 Wohnungen der Gesellschaft beträgt laut Nuss 5 Euro pro Quadratmeter. 600 der Wohungen sind noch Sozialwohnungen, die übrigen 1000 sind bereits aus der Preis- und Belegungsgrenze herausgefallen, werden, so Nuss, aber immer noch zu günstigen Preisen vermietet. Doch auch bei der „Wohnbau“ wird wenig frei, weil es wenig Bewegung gibt: „Im vergangenen Jahr hatten wir 130 Mieterwechsel“, sagte Nuss, diese hätten meist stattgefunden, weil Mieter ins Altenheim gezogen oder gestorben seien. Allein in Weilheim stünden dagegen zwischen 160 und 170 Menschen auf der Warteliste für Sozialwohnungen, in Peißenberg seien es 140, in Penzberg 150. Da der Bedarf in den vergangenen Jahren so gestiegen ist, laufen bei der „Wohnbau“ verschiedene Bauprojekte. Das größte davon ist das an der Lindenstraße in Weilheim, wo 37 neue Sozialwohnungen entstehen sollen.

„In Penzberg gibt es mit acht neuen Wohnungen ein kleines Bauvorhaben, mit dem die Mittelschicht angesprochen werden soll“, erläuterte Geschäftsführer Nuss. Es soll im Sommer dieses Jahres fertig sein und genau die Bürger ansprechen, die es inzwischen schwer haben, auf dem freien Wohnungsmarkt fündig zu werden: Menschen, die Arbeit haben, aber nicht zu den Besserverdienern gehören. Zudem gebe es Vorhaben in Seeshaupt und Murnau.

„Der Wunsch zu kaufen ist da“

Ob es der „Wohnbau“ gelingt, die vier Häuser an der Römerstraße in Weilheim zu kaufen, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in den nächsten Jahren verkauft werden sollen, ist weiter unklar. „Der Wunsch zu kaufen ist da“, sagte Nuss, doch der Verkaufsprozess solle erst nächstes Jahr beginnen.

Bei all den Plänen und geplanten Vorhaben machte Nuss aber wenig Hoffnung, dass sich der Mangel an günstigem Wohnraum dadurch beheben lässt. „Wenn man hier für Wohnraum zehn bis elf Euro pro Qudratmeter zahlt, schaffen wir das nicht.“

-Kathrin Hauser-

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