Ein junger Mann läuft an Bierkästen vorbei.
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Schüler der Realschule Weilheim werden wegen Bierkonsums außerhalb des Schulgeländes von der Abschlussfeier ausgeschlossen.

Realschule Weilheim

Schulleiterin greift rigoros durch: Zwei Schüler trinken Bier in Schulnähe und dürfen nicht zur Abschlussfeier

  • Boris Forstner
    VonBoris Forstner
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Wenn an der Realschule Weilheim feierlich die Abschlusszeugnisse übergeben werden, sind zwei Zehntklässler nicht dabei – sie wurden von der Schulleitung ausgeschlossen. Der Grund: Sie hatten nach der Notenbekanntgabe vergangenen Freitag ein Bier in Schulnähe getrunken.

Weilheim – „Nach sechs Jahren Schule darf sich mein Sohn jetzt sein Zeugnis im Sekretariat abholen. Ich halte das für völlig überzogen“, sagt Wolfgang Mrazek, der Vater eines der betroffenen Schüler.

Vater ist fassungslos

Nach der Notenbekanntgabe sei sein Sohn am Vormittag mit zahlreichen Schulkollegen beim Dachsbräu direkt gegenüber gewesen und habe zur Feier des Tages ein Bier getrunken, sagt Mrazek. Danach seien sie mit einem Bier in der Hand zum kleinen Parkplatz am Schulgelände gegangen, weil dort weitere Schulkameraden standen – und zwei wurden, weil sie Bierflaschen dabei hatten, gleich von einem Lehrer mit ins Sekretariat genommen. „Dort erhielten er und der andere Junge eine kurze Ansprache von dem Lehrer und Schulleiterin Sabine Kreutle mit der Ankündigung, dass sie von der Zeugnisvergabe ausgeschlossen werden“, so Mrazek. Der Brief dazu sei am Wochenende angekommen.

Darin schreibt Kreutle, dass sich sein Sohn „alkoholisiert auf dem Schulgelände aufgehalten bzw. dort Alkohol auch konsumiert“ habe. Er habe auch gegrölt. „Das alles kann nicht akzeptiert werden“, heißt es.

Für Mrazek werde mit zweierlei Maß gemessen. Als eine Gruppe Schüler auf dem Pausenhof laut war, hätten andere Schüler Bier getrunken, sein Sohn aber nicht. „Die sind nur weggeschickt worden. Und er wird jetzt bestraft, weil er quasi außerhalb des Schulgeländes ein noch geschlossenes Bier dabei hatte“, ärgert sich Mrazek. Die Schulleitung gönne den Schülern gar nichts, „nach einem Jahr Lockdown solche Maßnahmen wegen einem Bier. Wo leben wir eigentlich?“, sagt Mrazek.

Schulleiterin sieht sich im Recht

Kreutle sieht sich im Recht. „Dieser Parkplatz ist noch Schulgelände, und ich dulde dort keinen Alkohol, egal ob das Bier offen ist oder nicht“, sagt sie. Denn wenn betrunkenen Schüler etwas passiere, könne man haftbar gemacht werden.

Schon nach dem Ende der Prüfungen hätten sich manche Schüler so aufgeführt, dass man die eigentlich geplante Feier der Abschlussschüler am Schulpausenhof abgesagt habe. „Da sind Mädchen zu mir gekommen, die sich für manche Jungs entschuldigt haben“, sagt Kreutle. Der Abschlussstreich am Mittwoch wiederum habe toll funktioniert, da habe es keine Probleme gegeben. Der Ausschluss der Schüler werde nicht zurückgenommen.

Da half auch der Einsatz von Elternbeiratsvorsitzender Sybille Kampfrath nicht, die die Schulleitung gebeten hatte, „die Kirche im Dorf zu lassen. Die Bestrafung ist in meinen Augen einfach zu hart.“ Jetzt könnten die Klassenkameraden die zwei Schüler „wegen dieser Kleinigkeit bei der feierlichen Verabschiedung nicht dabeihaben“.

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