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Ein stolzer Moment: Die Baudrexls bei ihrer Hochzeit vor 65 Jahren. 

Wie ein „Sechser im Lotto“

Seltenes Jubiläum: Baudrexls feiern Eiserne Hochzeit 

In Weilheim hatten Willi und Centa Baudrexl allen Grund zum Feiern: Das Ehepaar beging das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit. Schon 65 Jahre verheiratet – dafür haben die beiden ein einfaches Rezept.

Weilheim – „Der größte Sechser im Lotto war der, als ich meine Frau geheiratet habe“: Dieses wunderbare Kompliment machte Willi Baudrexl (88) seiner Frau Centa (87) zum 65. Hochzeitstag. Dann erinnert sich der Weilheimer: „Ich suchte damals ein Mädchen, das ich heiraten kann.“

Das war seine Centa, die der gelernte Landmaschinen-Mechaniker in der Arbeit kennenlernte. Er arbeitet seinerzeit bei der Firma Sichart, heute Eberth, in der Werkstatt. Centa Baudrexl absolvierte eine Bürolehre. „Ich war sehr zurückhaltend, da meinte meine Chefin: ,Du musst jetzt mit Willi ins Kino’“, so die Ehefrau. Beide ließen es jedoch langsam angehen. „Wir waren zwei Jahre nur gute Freunde“, so die 87-Jährige.

Nach der Trauung wohnten sie noch getrennt 

Standesamtlich gaben sich die beiden am 24. August 1954 in Peißenberg das Ja-Wort. „Wir sind mit dem Motorrad zum Standesamt gefahren“, erinnert sich Willi Baudrexl. Nach der standesamtlichen Trauung wohnte das Paar noch getrennt – sie in Peißenberg, wo sie bei der Firma „Lindauer“ arbeitete und dort eine Wohnung hatte, er in Weilheim. 

Beide hatten es anfangs nicht leicht. Das Geld war knapp und der Ehemann wurde arbeitslos, bevor er zum Kulturbauamt, dem heutigen Wasserwirtschaftsamt, kam. Täglich fuhr er mit dem Rad in die Lichtenau, wo er im Akkord Wasserleitungen legen musste. Für drei Mark die Stunde. Danach wechselte Willi Baudrexl zum „Bräuwastl“ und arbeitet dort zehn Jahre als Getränkefahrer.

Die kirchliche Trauung fand an einem Montag statt

Kirchlich geheiratet wurde am 13. September 1954 in der Stadtpfarrkirche in Weilheim. „Eigentlich wollte ich am Samstag heiraten, doch mein Chef hat gesagt, ,das geht nicht, da haben wir die meiste Arbeit’“ – so wurde es ein Montag. Dann gab es acht Tage Heiratsurlaub, die nutzte das junge Ehepaar für Tagesausflüge mit dem BMW-Motorrad.

Frisch verheiratet, verdiente Willi Baudrexl den Unterhalt für seine Familie und die beiden Kinder bei der Stadt. Ein Jahrzehnt war er Lastwagenfahrer, bevor er wieder bis zur Pensionierung zum Wasserwirtschaftsamt wechselte. 

Auch baute sich das Paar ein Haus, direkt neben dem Elternhaus des Ehemanns. Im Jahr 1964 zogen sie ein, dann kam die Tochter auf die Welt, dreieinhalb Jahre später der Sohn. 

Viele Jahre verbrachte die Familie ihre Freizeit mit Bergwanderungen, auch in Südtirol – dorthin führte auch die erste Ausfahrt mit einer „Isetta“. Mit dem Wagen fuhren die Baudrexls zudem jedes Wochenende zur Familie der Ehefrau nach Steingaden. 

Beide sind Träger des Ehrenzeichens der Stadt Weilheim 

Und heute radeln die beiden täglich mit ihren E-Bikes in das Weilheimer Moos. Willi Baudrexl fährt sogar mit dem Rad zum Recyclinghof. Und alle vier Wochen geht es mit dem Auto ins „Cafe Geiger“ nach Hopfen am See zum Verwandtenbesuch.

Das Ehepaar ist Ehrenzeichen-Träger der Stadt Weilheim – er seit 1999, seine Frau seit 2007. Sie engagierte sich in kirchlichen Ehrenämtern, war 24 Jahre in der Kirchenverwaltung und 32 Jahre in der örtlichen Caritas. 

Ihr Mann war acht Jahre bei der Albanienhilfe aktiv und fuhr sieben mal einen Lastwagen auf den Balkan. Willi Baudrexl singt zudem seit 70 Jahren im Kirchenchor.

Das Ehepaar wünscht sich für die Zukunft lediglich Gesundheit. Ihr Motto für eine lange Ehe: kompromissbereit und lieb zueinander sein, auch im Alter.

Glückwunsch zum seltenen Hochzeitsjubiläum: Centa und Willi Baudrexl bekamen Besuch und Geschenke von 2. Bürgermeister Horst martin (r.). 

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gratuliert zum seltenen Jubiläum 

Gefeiert wird mit der Familie – Sohn, Tochter, Schwiegerkindern und fünf Enkelkindern. Zum Gratulieren kam auch Weilheims 2. Bürgermeister Horst Martin. Für die Dame gab es Blumen, für den Herrn eine Flasche Sekt – und für beide eine Urkunde. 

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schickte zum seltenen Fest der Eisernen Hochzeit den Baudrexls einen Kalender, den das Bayernwappen ziert.

VON INGE BEUTLER

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