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Harald Bauer ist Polizeichef in Weilheim.

Polizei zufrieden

Weilheim: Sicherheitswacht startet im Frühjahr

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In Weilheim kann die Sicherheitswacht spätestens Anfang April starten. Fünf Bewerber bildet die Polizei derzeit für den ehrenamtlichen Dienst aus. 

Weilheim– Der Weilheimer Stadtrat hatte im Juni vergangenen Jahres den Weg frei gemacht: Die Kreisstadt soll eine Sicherheitswacht bekommen. Sie wäre nach Schongau die zweite im Landkreis. Der Beschluss fiel mit großer Mehrheit, fünf Gegenstimmen gab es. Im Frühjahr kann das Vorhaben nun in die Tat umgesetzt werden, berichtet jetzt Weilheims Polizeichef Harald Bauer. Denn es haben sich genug geeignete Bewerber gefunden.

Im Oktober startete die Polizei, unter ihrer Hoheit laufen die Kontrollgänge engagierter Bürger, die Suche nach Kandidaten. Von rund zehn Bewerbern wurde fünf Interessenten für 27. November zu einem Auswahlgespräch bei der Polizei eingeladen. „Sie haben sich bestens präsentiert“, sagt Bauer. Die fünf Kandidaten, darunter eine Frau, sind zwischen 49 und 61 Jahre alt und kommen aus Weilheim und Umgebung. Deren sozialer Hintergrund passt, sagt der Inspektionsleiter. „Das sind total vernünftige Leute und sie haben die richtige Einstellung.“ Bauer betont: „Sie verkörpern Zivilcourage.“

Am 19. Dezember begann für das Quintett die Ausbildung. Ein Interessent für den Dienst in Schongau drückt mit die Schulbank. Unter Federführung von Tobias Neuner und seinen Kollegen absolvieren die künftigen Sicherheitswachtler ein umfangreiches Lernprogramm. In den 40 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten werden abends und an den Wochenenden diverse Themen behandelt – von Grundzügen des Straf- und Waffenrechts über Platzverweise und Ausweispflicht bis hin zu Erste-Hilfe-Ausbildung und vorläufige Festnahmen. Auch „Interkulturelle Kompetenz“ steht auf dem Lehrplan. Ende März, spätestens Anfang April, rechnet Bauer, gibt es die Abschlussprüfungen. Dann startet die Sicherheitswacht sofort mit ihrem Einsatz. Für den offiziellen Termin wird Polizeipräsident Robert Kopp eingeladen, der Leiter des Rosenheimer Präsidiums Oberbayern Süd ist ein überzeugter Anhänger der Bürger-Kontrollgänge.

Mit am Tisch saß bei den Auswahlgesprächen Andreas Wunder, Ordnungsamtsleiter der Stadt. „Wir sind glücklich, dass die Sicherheitswacht zustande gekommen ist“, verweist er auf das Stadtratsvotum. „Sie kann Bereich abdecken, die bislang untergegangen sind.“ Es gebe schon Bedarf, so Wunder – als Beispiel nennt er die Au und die Ammerdämme. Laut Polizeichef Bauer ist daran gedacht, neben der Innenstadt und der Fußgängerzone auch Wohngebiete abzudecken. Dienstpläne stehen noch nicht und würden flexibel erarbeitet. „Wir werden auf die Freizeitplanung Rücksicht nehmen.“

Die Sicherheitswacht läuft komplett unter Ägide der Polizei. Das Innenministerium musste deren Einsatz genehmigen und kommt für die Kosten auf. Der Dienst ist ehrenamtlich, allerdings gibt für jeden Teilnehmer 8 Euro je Dienststunde, auch während der Ausbildung. Die Ausrüstung wird ebenfalls gestellt. Ihre blaue Dienstkleidung haben die fünf Kandidaten bereits erhalten.

Das Quintett bekommt übrigens Unterstützung aus Schongau: Zwei dortige Sicherheitswachtler wollen zusätzlich in Weilheim arbeiten. Mit letztendlich sieben Teilnehmern wurde zwar die vom Ministerium abgesegnete Zahl von zehn Planstellen nicht ausgenutzt, aber Inspektionsleiter Bauer sieht dies nicht dramatisch. „Das reicht aus“, betont er. Der Weilheimer Mitgliederstand sei für derartige Stadtverhältnisse eh schon sehr hoch. Außerdem: Interessenten können sich jederzeit noch bei der Polizei melden.

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