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Weilheim soll (noch) mehr blühen - und das Thema Chefsache im Rathaus werden

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Von: Magnus Reitinger

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Begeistert von den Bemühungen und Erfolgen der baden-württembergischen Kleinstadt Bad Saulgau in Sachen Biodiversität zeigte sich die Besuchergruppe des Weilheimer Verschönerungsvereins um Bettina Pyko (4.v.l.)
Begeistert von den Bemühungen und Erfolgen der baden-württembergischen Kleinstadt Bad Saulgau in Sachen Biodiversität zeigte sich die Besuchergruppe des Weilheimer Verschönerungsvereins um Bettina Pyko (4.v.l.). © privat

Schön und ökologisch, das passt gut zusammen, findet Weilheims Verschönerungsverein: Gemeinsam mit der Agenda 21 setzt er sich für mehr blühendes Grün in der Stadt ein. Lernen soll Weilheim von Bad Saulgau, dessen Konzepte preisgekrönt sind – und nebenbei noch Geld sparen.

Weilheim – Es war eine kleine Delegation, die sich auf Einladung des Verschönerungsvereins kürzlich von Weilheim auf den Weg ins 150 Kilometer weiter westlich liegende Bad Saulgau machte. Doch was die acht interessierten Besucher dort sahen, soll in Weilheim Schule machen und nachhaltig Spuren hinterlassen, so die Hoffnung von Bettina Pyko. Die 62-Jährige ist seit Mai erste Vorsitzende des Verschönerungsvereins der Stadt Weilheim und hat angekündigt, diesem eine ökologische Ausrichtung geben zu wollen: „Wobei die Schönheit immer an erster Stelle stehen soll“, wie Pyko betont, „das eine aber das andere nicht ausschließt“.

Die Vorsitzende hofft, dass das Thema Kreise zieht

Im württembergischen Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen), schon 2011 als „Landeshauptstadt der Biodiversität“ ausgezeichnet und seitdem auch international mit allerlei weiteren Öko-Ehren bedacht, fand eine Gruppe von Weilheimern nun reichlich Inspiration für diesen Weg. Die Projektgruppe „KommBio“ der Weilheimer Agenda 21 hat sich die Vorbild-Kommune schon vergangenen Sommer von treibenden Kräften vor Ort zeigen lassen – und war begeistert. Pyko, damals schon dabei, lud nun Lokalpolitiker und andere Verantwortliche zu einer weiteren Exkursion nach Bad Saulgau ein. Immerhin CSU-Fraktionssprecherin Marion Lunz-Schmieder, Weilheims Klimaschutzmanagerin Katharina Segerer und zwei Grünpfleger der Stadtwerke begleiteten die Aktiven des Verschönerungsvereins. „Das war mal ein Anfang“, sagt die Vorsitzende – und hofft, dass die Begeisterung für Öko à la Saulgau in Weilheim Kreise zieht.

Begeistert vom Klima in Bad Saulgau

„Wenig Rasen, dafür viele auch straßenbegleitende insektenfreundliche Blühwiesen, begrünte Straßenlaternen, Parkplätze mit ökologisch wertvollen Hecken als Abgrenzung, großflächige Entsiegelung von Flächen in der Stadt und einheimische Bäume schaffen ein Klima, das den zunehmend spürbaren Herausforderungen des Klimawandels entgegenwirkt und den Aufenthalt für die Bewohner und Besucher erträglicher macht“, schwärmt der Verschönerungsverein in einer Pressemitteilung vom breit angelegten Konzept der württembergischen 18.000-Einwohner-Stadt.

Kosten fürs Grün sanken um mehr als die Hälfte

„Die koordinierende Hand der Verantwortlichen“ sei in Bad Saulgau nicht nur in der Innenstadt zu erkennen: „Da ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung des Biodiversitätskonzepts die frühzeitige Einbindung der Bewohner ist“, gebe es eine Reihe von Themengärten und Naturlehrpfaden. Anschauliche Informationstafeln, auch für Kinder, erläutern dort die Bedeutung der Maßnahmen. Übrigens fordert eine solche Umstellung auf Ökologie und Nachhaltigkeit nicht nur Investitionen – sie lohnt sich auch ökonomisch. Der finanzielle Aufwand konnte durch ein angepasstes Pflanz- und Pflegekonzept „um mehr als die Hälfte reduziert werden“, wie die Besucher erfuhren: Heute werde in Bad Saulgau die doppelte Fläche von 1989 mit der gleichen Mitarbeiterzahl und 50 Prozent der Kosten für das Pflanzenmaterial bewirtschaftet – weil zum Beispiel kein Dünger zum Einsatz kommt, es keine Wechselbepflanzung gibt und weniger Mäharbeiten nötig sind.

Hoffen auf Weilheims Bürgermeister

So nahmen die Teilnehmer der Exkursion „eine Fülle von positiven Eindrücken und Ideen mit nach Weilheim“. Der Verschönerungsverein werde sich jetzt „mit den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zusammensetzen, um Weilheim bei seinen Bemühungen auf dem Weg zu einer schönen und ökologisch wertvollen Heimat für Bewohner und Besucher zu unterstützen und zu begleiten“. Dabei sei – wie die Verantwortlichen in Bad Saulgau berichteten – „die unbedingte Unterstützung dieser Vorhaben durch die ,oberste Leitung’ der Stadtverwaltung ein entscheidender Erfolgsfaktor“, sagt Pyko. Und sie fügt auf Tagblatt-Nachfrage an, gerne noch einmal eine Exkursion nach Bad Saulgau anzubieten – „wenn unsere drei Bürgermeister mitfahren“.

Lesen Sie hier von den aktuellen Plänen für ein Heizkraftwerk am Stadtrand von Weilheim.

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