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Heute verkaufen Karin und Michael Sendl im „Biomichl“ auf 900 Quadratmetern Bio-Produkte

„Wir waren so etwas wie ein Start-up“

„Biomichl“ feiert Jubiläum: Mit dem Verkauf in der Garage fing alles an

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Als „Start-up“ begann Michael Sendl Ende der 1970er Jahre Gemüse und Bio-Fleisch zu verkaufen. Heute, 40 Jahre später, ist er als Inhaber des „Biomichl“ erfolgreich. 

Weilheim – Mit der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft auf dem Hof bei Peißenberg im Jahr 1979 fing alles an. In einem kleinen Hofladen in der Garage verkaufte Michael Sendl Gemüse und das Fleisch der eigenen Rinder. „Ich habe noch nie verstanden, warum man Lebensmittel um die halbe Welt fliegen muss. Dass wir auf Kosten der Dritten Welt leben, hat mich schon immer umgetrieben“, sagt er.

Heute, 40 Jahre später, sind Michael Sendl, 62, und seine Frau Karin, 58, Inhaber des „Biomichl“ in Weilheim. Als „zweite Generation“ werden in den kommenden Jahren wohl auch die drei Töchter in das Geschäft einsteigen. Auf 900 Quadratmetern Fläche werden im Laden Bio-Lebensmittel verkauft, dazu gibt es einen Bistro-Bereich. Täglich kommen rund 1000 Kunden in das Geschäft an der Pütrichstraße. „Dass alles einmal so gut läuft, habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht gedacht“, sagt Sendl.

„Biomichl“ in Weilheim: Eine Party zum 40. Geburtstag

Den 40. Geburtstag des „Biomichl“ möchte er deshalb groß feiern. In den vergangenen Wochen gab es Rabatte und Probier-Aktionen. „Aber wir dachten uns, jetzt machen wir noch eine Party“, sagt er. An diesem Samstag, 22. Juni, findet im Laden ein Sommerfest statt.

Das Jubiläum ist für Sendl aber auch eine Gelegenheit, die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen. Mit dem Verkauf in der Garage ging es los. 1987 folgte der erste Umzug in die ehemalige Gärtnerei von Sendls Onkel in Peißenberg, 2001 eröffnete der erste „Biomichl“ an der Münchner Straße in Weilheim. 2014 ging es im Neubau an der Pütrichstraße weiter. „Früher waren mit unserem Angebot Außenseiter“, sagt Sendl, „heute sind wir damit in der gesellschaftlichen Mitte angekommen.“

Lang ist’s her: Mit einer kleinen Auswahl an Lebensmittel startete Michael Sendl den Verkauf.

Der Zuspruch der Kunden sei zwar immer da gewesen. Leicht waren die ersten Jahre trotzdem nicht. „Ich erinnere mich noch gut an die Gespräche in der Bank. Wir waren so etwas wie ein Start-Up, obwohl man den Begriff damals noch nicht verwendet hat“, sagt er.

Wichtig ist Michael Sendl vor allem Authentizität

Heute sind Themen wie „Tierschutz“ und die Vermeidung von Verpackungsmüll in aller Munde. „Es ist schön, dass das Bewusstsein in der Gesellschaft wächst“, so der „Biomichl“-Inhaber, „aber dadurch, dass jetzt sogar .Aldi’ und ,Lidl’ ein Bio-Sortiment anbieten, gibt es einen brutalen Preisdruck. Ein Stück Bio-Emmentaler kostet da 99 Cent. Da können wir nicht mithalten.“ Statt Billig-Preise setzt Sendl in seinem Geschäft vor allem auf Authentizität. „Selber im Laden zu stehen, das ist wichtig“, sagt er. Auch die Atmosphäre muss stimmen. „Wir möchten, dass sich jeder wohlfühlt. Zu uns kommen die Arbeiter von der Baustelle gegenüber zum Mittagessen – genauso wie der Porschefahrer.“

Immer wieder probiert Sendl im Sortiment Neues aus. Aktuell etwa eine feste „Haarseife“ als Shampoo-Alternative. „Da müssen wir mal schauen, wie die ankommt“, sagt er. Auch heute noch ist er allerdings nicht nur Unternehmer, sondern immer noch Bauer. Der Bioland-Betrieb bei Peißenberg sei das „Herzstück“ des „Biomichl“, sagt er. Die Tiere, die zum Schlachter kommen, holt er jeden Montagmorgen selbst ab. „Ich möchte wissen, was mit ihnen passiert – bis zum Schluss“, sagt Sendl.

Das Sommerfest

zum 40-jährigen Jubiläum findet an diesem Samstag, 22. Juni, ab 17 Uhr im „Biomichl“, Pütrichstraße 9, in Weilheim statt. Es gibt eine Grillstation und Bierausschank, eine Cocktailbar sowie eine Tombola und ein Glücksrad.

nema

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