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Die Reinigung der Ortsstraßen ist eine der vielen Aufgaben des Betriebshofes. 

Stadt soll bei Betriebshof-Leistungen sparen

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Die jährlichen Zahlungen der Stadt für die Betriebshof-Leistungen der Stadtwerke sind Weilheims Lokalpolitikern zu hoch. Vor allem den stetigen Kostensteigerungen wird nun der Kampf angesagt: Stadtverwaltung und Stadtwerke sollen gemeinsam Einsparpotenziale erarbeiten.

Weilheim – Er kümmert sich um die Instandhaltung und Reinigung von gut 200 Kilometern Straßen, Wegen und Plätzen im Stadtgebiet (samt Winterdienst), pflegt unter anderem 45 Hektar Grünflächen, 100 Kilometer Straßenbegleitgrün, 8000 Bäume, 28 Spielplätze und Sportanlagen, die Freizeitfläche am Dietlhofer See und den städtischen Friedhof. Auch die Wartung der Straßenbeleuchtung sowie Hausmeisterdienste für Schulen, Kindergärten, das Rathaus und andere kommunale Gebäude gehören zu den Aufgaben des Betriebshofes mit seinen 50 Mitarbeitern.

Kosten steigen von Jahr zu Jahr kräftig

Dass all das immer mehr Geld kostet, zeigt ein Blick in den Haushalt der Stadt Weilheim: 2018 wurden an die Stadtwerke 3,5 Millionen Euro für in Anspruch genommene Betriebshof-Leistungen überwiesen; 2019 waren es 3,85 Millionen; heuer sind dafür 4,3 Millionen eingeplant. Die Kosten steigen also kräftig von Jahr zu Jahr. Doch diese Spirale will der Rechnungsprüfungsausschuss des Stadtrates jetzt unterbrechen – zumal den steigenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt tendenziell sinkende Einnahmen gegenüber stehen. Also wurde die Stadtverwaltung gebeten, gemeinsam mit den Stadtwerken zu überprüfen, welche Leistungen reduziert oder eingespart werden können.

Auch interessant: Deutliche Kostensteigerung bei Rathaus-Sanierung

Für Stadtkämmerer Christoph Scharf steht fest: Sparmaßnahmen gehen hier nicht von heute auf morgen. „Ich kann nicht einfach den Geldhahn zudrehen, weil dahinter stehen ja Leistungen und Personen, ein Betrieb, der systematisch aufgebaut wurde.“ Zudem müsse der Stadtrat das Ganze mittragen, „denn die Entscheidung wird auch Außenwirkung haben“, so Scharf am Mittwoch im Hauptausschuss des Stadtrates. Werden etwa Grünflächen seltener gemäht, hagelt es oft Beschwerden bei der Stadt.

„Mit der Leistung sehr zufrieden“

Der Hauptausschuss trägt schon mal mit – und gab einstimmig den offiziellen Auftrag, Einsparpotenziale zu erarbeiten. Das wollte man aber keinesfalls als Kritik an den Stadtwerken verstanden wissen. Der Betriebshof sei „ein fantastisches Konstrukt, wir sind mit der Leistung sehr zufrieden“, betonte 2. Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU) als Sitzungsleiterin. Tillman Wahlefeld (BfW), der auch im Rechnungsprüfungsausschuss sitzt, sagte, man wolle „auf gar keinen Fall die sehr gute Arbeit des Betriebshofes in Frage stellen“. Es gehe darum, „sich rechtzeitig zusammenzusetzen und kreativ zu sein“.

Sparpotenzial sei „immer vorhanden“, räumte Stadtwerke-Chef Peter Müller ein. Grundsätzlich wäre es „wünschenswert, dass die Stadt konkret sagt, was sie haben will“ – dann könnten die Stadtwerke Kosten dafür nennen, man könne über Inhalte diskutieren, und der Betriebshof könne entsprechend angepasst werden. Als Beispiel nannte Müller die Pflege von Grünflächen: Immer wieder böten Bürger an, Teile davon zu übernehmen; doch bisher sei Maxime der Stadt, das nur über die Stadtwerke machen zu lassen. „Über solche Dinge könnte man nachdenken.“

Künftig auch Ehrenamtliche im Einsatz?

Transparenz bei all dem forderte Grünen-Stadträtin Brigitte Gronau („dann gibt es vielleicht auch kreative Lösungen, die man jetzt gar nicht im Blick hat“). Und Petra Arneth-Mangano (SPD) erinnerte an den „schmerzhaften Einsparmarathon“ der Stadt nach der Wirtschaftskrise 2008: „Das war wichtig, und wir werden nicht umhin kommen, das auch jetzt zu tun.“

Lesen Sie auch: Konzept der Stadtwerke für den Stadtbus ab 2022

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