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Weilheim: Stadt wahrt Chance für ein wichtiges Stück Radweg

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Von: Magnus Reitinger

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Um die schwarz umrandeten Grundstücke geht es in der aktuellen Änderung des Bebauungsplans „Bärenmühle“. Auf ihnen werden die Baumöglichkeiten „planungsrechtlich flexibler ausgestaltet“, wie es heißt. Oben ist die Deutenhausener Straße zu sehen, darunter die Bärenmühle mit Nachbargebäuden – und darunter wiederum der Stichweg, über dessen mögliche Fortführung als Radweg diskutiert wurde.
Um die schwarz umrandeten Grundstücke geht es in der aktuellen Änderung des Bebauungsplans „Bärenmühle“. Auf ihnen werden die Baumöglichkeiten „planungsrechtlich flexibler ausgestaltet“, wie es heißt. Oben ist die Deutenhausener Straße zu sehen, darunter die Bärenmühle mit Nachbargebäuden – und darunter wiederum der Stichweg, über dessen mögliche Fortführung als Radweg diskutiert wurde. © Grafik: Stadt Weilheim

Zusätzliches Baurecht am Ostrand Weilheims schafft eine Änderung des Bebauungsplans „Bärenmühle“, die jetzt endgültig abgesegnet wurde. Kurz vor Schluss kam dabei die Frage auf, ob dort nicht ein lange ersehntes Stück Radweg möglich wäre.

Weilheim – Die potenziellen Wohnbauten selbst – für die der geänderte Bebauungsplan auf zwei großen Grundstücken südöstlich der Bärenmühle mehr Möglichkeiten eröffnet – waren gänzlich unumstritten in der jüngsten Sitzung des Weilheimer Bauausschusses. Die Fachbehörden mahnten nur redaktionelle Änderungen an; im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung waren gar keine Einwände vorgebracht worden.

Bauwerber will keinen Grund für Radweg abgeben

Aufhorchen ließ die Mitglieder aber eine Anregung des Staatlichen Bauamtes: Man solle doch prüfen, ob in diesem Zuge nicht der Durchstich für einen Radweg hinter der Bärenmühle und deren Nachbargebäuden möglich wäre – was die enge Situation im dortigen Abschnitt der Deutenhausener Straße entschärfen könnte. Das sei jedoch „eigentumsrechtlich nicht darstellbar“, erklärte Stadtbauants-Mitarbeiter Stefan Kirchmayer. Der Bauwerber habe schriftlich erklärt, keinen Grund für diesen Radweg herzugeben. Denn das würde ihm zufolge „die einheitliche Grundstückssituation durchbrechen“.

Doch man dürfe das „nicht so leicht verwerfen“, betonte CSU-Vertreter Klaus Gast. Wolle man wirklich eine Radwegverbindung Richtung Deutenhausen, sei das die einzige Chance: „Dann müssen wir das hier machen, auch wenn zähe Verhandlungen nötig sind.“ Ein Radweg am Grundstück sei „kein unzumutbarer Eingriff“, so Gast. ÖDP und Grüne sahen es ähnlich. „Wir müssen schon schauen, dass wir da den Fuß in die Tür bringen“, sagte Alfred Honisch (Grüne), „und dürfen nicht einfach hinnehmen, dass der Eigentümer keine Lust hat – wer hat das schon?“

„Wir müssen schauen, dass wir da den Fuß in die Tür bringen“

Ob der Radweg als Beitrag zur „sozialgerechten Bodennutzung“ (SoBoN) zu bekommen wäre, fragte Marion Lunz-Schmieder (CSU). Doch die SoBoN greife bei diesem Baugebiet nicht, entgegnete das Stadtbauamt: Für den nördlichen Grundstücksteil bestehe „immer schon“ Baurecht. Und was im Südteil dazu kommt, sei zu klein, um unter die SoBoN-Regelung zu fallen.

Sie könne „gut verstehen, wenn ein Eigentümer keinen Radweg durch sein Grundstück will“, betonte BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek. Doch „Eigentumsverhältnisse ändern sich mitunter“, und dafür dürfe man diese Chance nicht verbauen. In diesem Sinne beschloss der Ausschuss einstimmig, einen Radweg in die Bebauungsplan-Änderung aufzunehmen. Dieser Abschnitt wird nun noch einmal öffentlich ausgelegt.

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