Bereits im Oktober hat die Stadt Weilheim Tablets bestellt, um sie bei Bedarf an Schüler der Ammerschule und der Hardtschule zu verleihen.
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Bereits im Oktober hat die Stadt Weilheim Tablets bestellt, um sie bei Bedarf an Schüler der Ammerschule und der Hardtschule zu verleihen.

Anfrage im Stadtrat

Stadt wartet seit Oktober auf Tablets für die Grundschulen

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Eine Äußerung von Kultusminister Michael Piazolo (FW) in der BR-Fernsehsendung „Münchner Runde“ vom 3. Februar hatte jetzt ein Nachspiel in Weilheimer Stadtrat.

Weilheim - Petra Arneth-Mangano (SPD) verwies auf die Aussage des Ministers, wonach jeder Schüler, der ein digitales Leihgerät benötige, über die Schulleitung ein solches bekomme. Von den 182.000 Geräten, die das Ministerium den Schülern in Bayern angesichts der Corona-Krise versprochen hat, stünden laut Piazolo noch genügend zur Verfügung;erst 10.000 davon seien bisher abgeholt worden.

Per offizieller Anfrage wollte Arneth-Mangano nun wissen, ob man seitens der Stadt und der beiden Weilheimer Grundschulen bereits „auf das Kultusministerium direkt zugegangen“ sei bezüglich der noch nicht gelieferten Geräte. Denn aufgrund von Lieferschwierigkeiten sei es in Weilheim bisher „eher nicht gelungen, alle Grundschulkinder mit Laptops oder ähnlichen Medien auszustatten“, so die SPD-Stadträtin. Das habe sie von Weilheims Schulamtsdirektorin erfahren. Als Referentin für Flüchtlinge, Asyl und Integration hatte Arneth-Mangano um Auskunft gebeten, „inwiefern Migranten-Kinder und Kinder aus Flüchtlingsfamilien mit EDV-Ausstattungen versorgt sind, um beim Lockdown am Distanzunterricht teilnehmen zu können“.

Der Lockdown, so führte Arneth-Mangano nun in ihrer Anfrage im Stadtrat aus, habe bereits „erhebliche Rückschläge im Bereich der Sprachvermittlung, nicht nur bei Migranten-Kindern, verursacht“. Deshalb müsse „der Mangel an Medien schnellstmöglich behoben werden, insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund, um keine Kluft im Bereich der Bildung entstehen zu lassen“.

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Seitens der Stadtverwaltung erklärte Stefan Popp, dass man bereits im Oktober Tablets für Weilheims Grundschulen bestellt habe – doch diese, so bestätigte er, seien bisher „leider noch nicht geliefert“ worden. Über ein Förderprogramm, das eigens zur Beschaffung solcher Leihgeräte aufgelegt wurde, habe die Stadt für beide Grundschulen ein Budget von 36.578 Euro zur Verfügung gestellt bekommen. „Schulen und IT-Leitung haben sich konzeptionell dafür entschieden, die Leihgeräte in Form von Tablets (I-Pad) anzuschaffen“, so Popp: „Diese sind flexibel einsetzbar, können einzeln verliehen und später als Klassensatz im Rahmen von ,I-Pad-Klassen’ genutzt werden.“

Doch wie gesagt: Obwohl die Lieferung für 2020 angekündigt war, hat die Stadt Weilheim die bestellten Geräte bis heute noch nicht erhalten. Und auch eine telefonische Rückfrage im Kultusministerium nach Piazolos Äußerung half der Stadtverwaltung nicht weiter: „Im Ergebnis“, so fasste Stefan Popp zusammen, „können keine (Leih-)Geräte über das Kultusministerium bezogen, sondern müssen über das Sonderbudget angeschafft werden. Die angeschafften Leihgeräte können dann bei Bedarf an Grundschulkinder ausgeben werden – unabhängig von deren sprachlichem oder kulturellem Hintergrund.“

Dass noch keine Tablets in Weilheim angekommen sind, ist aber offenbar kein akutes Problem für die Adressaten, wie aus Popps Antwort hervorgeht: „Laut Rückmeldung aus der Hardtschule gibt es dort aktuell aufgrund von vorhandenen gespendeten Endgeräten keine Unterversorgung. Auch in der Mittelschule gibt es keinen akuten Bedarf. Die Ammerschule wartet aktuell auf die bestellten Geräte.“

mr

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