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Weilheim: Fehlanzeige beim Kulturpreis - aber Auszeichnung für „Motor“ der Agenda

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Von: Magnus Reitinger

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Als „Motor und Macher bedeutender Projekte“ würdigte Bürgermeister Markus Loth (l.) den Sozialpreisträger Kurt Dörr. Der Agenda-Aktive habe „präzise Pläne erarbeitet und deren Umsetzung beharrlich und konstruktiv begleitet“.
Als „Motor und Macher bedeutender Projekte“ würdigte Bürgermeister Markus Loth (l.) den Sozialpreisträger Kurt Dörr. Der Agenda-Aktive habe „präzise Pläne erarbeitet und deren Umsetzung beharrlich und konstruktiv begleitet“. © Gronau

Einer der prägenden Aktiven der Weilheimer Agenda 21 hat den Sozialpreis 2021 der Stadt Weilheim erhalten: Kurt Dörr, so die Begründung, habe mit viel Einsatz „zur Verbesserung der Lebensqualität unserer Bürger beigetragen“ – etwa bei der Barrierefreiheit des Bahnhofs.

Weilheim – In normaleren Zeiten sind die Preisverleihungen das Herzstück der festlichen Weihnachtssitzungen des Weilheimer Stadtrates – mit Kerzenschein, Musik und warmen Worten. Kerzen, Musik und auch die meisten Ehrungen fielen am Donnerstagabend aber erneut der Pandemie zum Opfer. Und dann ist ja auch noch die Stadthalle gesperrt, weshalb in die Enge des Zugspitzsaals im Landratsamt ausgewichen werden musste. Keine Chance also, 19 Weilheimer mit dem Ehrenzeichen der Stadt auszuzeichnen, wie es eigentlich geplant war. Das soll, mitsamt Verleihung der Bürgermedaille, im April 2022 nachgeholt werden, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW).

Umweltpreis und Kulturpreis fallen aus - ohne Begründung

Dagegen fielen die Verleihungen des Umweltpreises und des Kulturpreises gänzlich (und ohne jede Erklärung) aus – obwohl es dem Vernehmen nach für beide Vorschläge gegeben hatte. Doch auf die konnte sich der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung offenbar nicht einigen. So verleiht die Stadt heuer erstmals seit dessen Einführung anno 1988 keinen Kulturpreis. Beim Umweltpreis kam das in 33 Jahren erst zweimal vor.

Immerhin der mit 1000 Euro dotierte Sozialpreis wurde heuer überreicht. Weilheims Stadtrat würdigt damit das „langjährige, vielfältige und große Engagement“, mit dem Kurt Dörr „in unserer Stadt viel bewegt und zur Verbesserung der Lebensqualität unserer Bürger beigetragen“ habe, wie Loth in der Laudatio sagte. Von Beginn an, also seit mittlerweile 24 Jahren, habe der frühere Großhandelskaufmann die Arbeit der Weilheimer Agenda 21 geprägt – in den Arbeitskreisen „Senioren“ sowie „Mobilität und Verkehr“. Letzteren leitete er als Sprecher, ehe er dieses Amt Anfang 2021 aus gesundheitlichen Gründen niederlegte.

Vom „Grünpfeil“ bis zum barrierefreien Bahnhof

Dörr „war in all den Jahren immer wieder Ideengeber, Initiator, Motor und Macher für bedeutende Projekte und Verbesserungsvorschläge“, so Loth. Maßgeblich beteiligt war der heute 80-Jährige etwa an der Broschüre „Seniorenkompass Weilheim“ und der Etablierung der Seniorenmesse. In Sachen Verkehr engagierte sich Dörr mit dem AK unter anderem für Grünpfeile für Rechtsabbieger an Ampeln sowie Zebrastreifen an stark frequentierten Stellen, für bessere Radverbindungen und die Einführung des Stadtradelns im Jahr 2010. Er sorgte für Verbesserungen beim Stadtbus und erarbeitete das Konzept eines Umwelt-Abos und eines Job-Tickets für die RVO-Buslinien im Landkreis. Und bis in höchste Instanzen setzte er sich erfolgreich für die Barrierefreiheit des Weilheimer Bahnhofes ein.

Er freue sich sehr über die Auszeichnung, sagte Dörr, der zudem 15 Jahre lang bei der Weilheimer Tafel aktiv war. Und er betonte, alles sei nur im Team erreichbar gewesen.

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