Nur vier bis fünf Meter des Stamms bleiben von dem Baum stehen, der am nächsten zur Stützmauer steht – aus Sicherungsgründen. Der Torso soll Lebensraum für Insekten sein.
+
Nur vier bis fünf Meter des Stamms bleiben von dem Baum stehen, der am nächsten zur Stützmauer steht – aus Sicherungsgründen. Der Torso soll Lebensraum für Insekten sein.

Neben dem Stadttheater

Weilheim: Von Prachtbaum bleibt nur ein Torso

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
    schließen

Für einen der stattlichen und stadtbildprägenden Bäume in der Grünfläche zwischen Stadttheater und Unterem Graben stehen die Zeichen schlecht: Die Krone muss weg, es bleibt nur ein Torso.

Weilheim - Bei der alten Robinie, die südwestlich des Stadttheaters - direkt an der Stützmauer zur Straße - steht, wird demnächst die Krone abgenommen. Nur der Stamm bleibt erhalten, etwa vier bis fünf Meter hoch, als „innerstädtisches Habitat für Insekten und Vögel“. Das hat der Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Grund: Die Robinie weise „erhebliche Stammschäden“ auf.

Lesen Sie auch: CSU/FDP fordert „Friedwald“ für Weilheim

Nachdem sie in den vergangenen Jahren schon einige Male ausgelichtet und stark zurückgeschnitten werden musste, sieht die Baumkommission von Stadt und Stadtwerken nach der jüngsten Begutachtung keine Zukunftsperspektive mehr. An dieser Stelle sei „ein erhöhtes Augenmerk auf die Verkehrssicherheit zu richten“, erklärte Manfred Stork, der Leiter der städtischen Bauverwaltung: Der Untere Graben direkt unterhalb des Baumes ist stark befahren, zudem besteht auf der anderen Seite der Grünfläche ein Zugang zum Theaterplatz und zur Innenstadt.

„Da wird es in den nächsten Jahren Folgefälle geben“

Die Baumpfleger der Stadtwerke empfahlen deshalb laut Stork, die Krone der Robinie gänzlich zu kappen und den Stamm als Torso für Insekten stehen zu lassen – oder den Baum zu fällen und eine entsprechende Ersatzpflanzung vorzunehmen. Ersteres gefiel dem Bauausschuss deutlich besser: Man solle den Torso stehen lassen, warb Bürgermeister Markus Loth (BfW). mitsamt „Hinweisschild, warum man das macht“. Das unterstützten auch Gerd Ratter (ÖDP) als Stadtratsreferent für Artenschutz und Rupert Pentenrieder (BfW) als Grünreferent. Auch die nebenstehenden Bäume müsse man auslichten, fügte Letzterer hinzu, „da wird es in den nächsten Jahren Folgefälle geben“.

Dass ein solcher Baumtorso zunächst „gewöhnungsbedürftig“ aussehe, merkte Alfred Honisch (Grüne) mit Blick auf ein Beispiel bei der Obstpresse an: „Aber dann merkt man, welche Kraft da noch drin steckt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare