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Demnächst öfter: Die Stadtwerke Weilheim verlegen ab dem 2. Juni im Bahnhofsbereich Wasser- und Kanalrohre sowie Breitbandleitungen. Dafür sind Sperrungen nötig.

Weilheim

Fundstück unter Bahnhofsplatz ist harmlos - Stadtwerke verlegen Rohre

  • Paul Hopp
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Die Stadtwerke Weilheim verlegen im Bahnhofsgebiet Wasser- und Kanalrohre sowie Breitbandleitungen. Dafür wurde vorige Woche schon mal gebuddelt - wegen eines metallenen Fundstücks im Boden.

Weilheim – Die Corona-Pandemie beeinträchtigt auch die Arbeit der „Stadtwerke Weilheim“. Das Unternehmen wollte Ende März unmittelbar vor dem Bahnhof und in der Bahnhofallee Wasser- und Kanalrohre sowie Breitbandleitungen verlegen. Doch unmittelbar vor dem Beginn stoppten die coronabedingten Beschränkungen das Vorhaben. Der neue Anfangstermin sollte laut Homepage „voraussichtlich in der 22. Kalenderwoche“ liegen. Tatsächlich waren am Dienstag auf dem Vorplatz des Bahnhofs Mitarbeiter der Stadtwerke in Aktion und öffneten dort die Teerdecke. Doch das „war nur die Vorhut“, wie Stadtwerke-Chef Peter Müller auf Anfrage sagte. Richtig losgehen – mit zeitlich begrenzten Sperrungen in dem Bereich – soll es nun am 2. Juni.

Die Arbeiten finden in drei Abschnitten statt, auch, um die Verkehrsbehinderungen gering zu halten. Zunächst wird direkt am Bahnhofvorplatz gearbeitet, dann am Gehweg vor dem Bahnhof und schließlich an der Bahnhofallee. Das Ganze muss auch mit den Arbeiten am Busbahnhof (im nördlichen Bereich des Bahnhofareals) verzahnt und abgestimmt werden. „Das ist kompliziert“, sagt Müller. Den Tiefbau macht die Firma „Haseitl“, den Straßenbau übernimmt die Firma „Richard Schulz“, die auch am Busbahnhof involviert ist. Das Baulager ist eingerichtet, und zwar auf einer Fläche in Richtung Innenstadt, in der Nähe des Dönerstandes.

Stadtwerke: Corona verzögerte Baubeginn am Bahnhof

Die Stadtwerke erneuern unter anderem die Wasser- und Abwasserleitungen. „Die Abwasserrohre erhalten teils einen größeren Durchmesser als bisher“, sagt Stefan Hartmann, Bereichsleiter „Wasser & Abwasser“. „Das ist auch der anstehenden Bebauung an der Bahnhofsgasse geschuldet.“ Der Busverkehr wird temporär zum Stadtwerke-Ersatzparkplatz an der Bahnhofstraße verlegt. „Wir schildern die aktuellen Umleitungen jeweils aus“, so Müller. Gleichzeitig verdichten die Stadtwerke ihr Glasfasernetz im Zentrum von Weilheim sowie im Bahnhofsumfeld. Die gesamten Arbeiten dauern laut Mitteilung der Stadtwerke voraussichtlich bis September.

Am vergangenen Dienstag rückten Mitarbeiter der Stadtwerke an, um ein Metallstück auszugraben, das bei Untersuchungen unter dem Vorplatz entdeckt worden war. Auf vier Quadratmetern wurde der Asphalt freigelegt. Der Fund entpuppte sich als harmlos – es war offenbar die Halterung an einem alten Telefonmasten. Von einer etwaigen Fliegerbombe (der Weilheimer Bahnhof war am 19. April 1945 das Ziel eines Angriffs gewesen) „war nix zu sehen“, so Müller, der froh darüber ist. Ein weiter „Verdachtspunkt“, so der Stadtwerke-Chef, fand sich in der Bahnhofallee – es war ein Kanaldeckel, der seinerzeit mit Teer eingehüllt worden war.

Stadtwerke: Zeitlich befristete Sperrungen am Bahnhof

Nachdem Mitte März wegen der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen worden waren, hatten die Stadtwerke davon Abstand genommen, die Metallteile an die Oberfläche zu befördern. Denn wären die Mitarbeiter auf eine Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkriegs gestoßen, hätte das Gebiet womöglich in einem größeren Umkreis evakuiert werden müssen. Das Risiko, dabei Ansteckungen zu riskieren oder Auflagen nicht einhalten zu können, wäre laut Müller zu groß gewesen.

In den vergangenen Jahren gab es bei Bauarbeiten am Bahnhof schon öfter Weltkriegsfunde. 2018 wurde eine 500 Kilo schwere Fliegerbombe zutage gefördert. In einem 500-Meter-Radius um den Fundort mussten mehr als 3000 Menschen evakuiert werden, knappe 700 kamen in Notunterkünften unter. Am Abend konnte die Bombe entschärft werden.

Stadtwerke: Bauarbeiten am Bahnhof dauern wohl bis September

Im Jahr 2014 war bei Baggerarbeiten im Gleisbett eine 500-Kilo-Bombe entdeckt worden. Die Evakuierung betraf seinerzeit 2800 Menschen, 420 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Die Entschärfung, die am Abend über die Bühne ging, dauerte 20 Minuten.

Und im Jahr 2007 wurde in einer Juninacht direkt unter Gleis 1, dem unmittelbar am Bahnhofsgebäude liegenden Schienenstrang, von Bauarbeitern eine 250-Kilo-Bombe entdeckt. Um 8.20 Uhr hatte der herbeigerufene Sprengmeister seine Arbeit damals erledigt. Schon gegen 9 Uhr verkehrten die Züge wieder.

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