Die korrigierte Version der Stadtwerke für die Darstellung des geplanten Parkhauses durch den Agenda-AK: Die westseitige Rampe sei kleiner als vom Arbeitskreis behauptet.
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Die korrigierte Version der Stadtwerke für die Darstellung des geplanten Parkhauses durch den Agenda-AK: Die westseitige Rampe sei kleiner als vom Arbeitskreis behauptet.

„Leidtragende wären Feuerwehr und Rotes Kreuz“

Weilheim: Stadtwerke warnen vor Scheitern des Parkhaus-Baus

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Weilheims Stadtwerke weisen vehement die Vorwürfe des Agenda-AK „Stadtentwicklung“ zum geplanten Parkhaus an der Krumpperstraße zurück. Ein Scheitern des Projekts wäre vor allem für Feuerwehr und Rotes Kreuz dramatisch, warnt der Stadtwerke-Chef.

Weilheim – Ein knapp 80 auf 26 Meter großes, 12,50 Meter hohes Parkhaus mit Feuerwehrgaragen und darüber zwei Ebenen mit insgesamt 100 Autostellplätzen für Dauerparker: Das sind die Pläne der Stadtwerke für ihr Areal an der Krumpperstraße. Doch der AK „Stadtentwicklung“ der Weilheimer Agenda 21 kritisiert die Ausmaße des Vorhabens heftig: Das Parkhaus müsse niedriger und teils unter Geländeniveau gelegt werden, fordert der AK in seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan.

Dagegen wendet sich wiederum Stadtwerke-Vorstand Peter Müller mit deutlichen Worten. In einer Stellungnahme geißelt er fünf Inhalte der Agenda-Kritik als „Fake News“. Etwa den Vorwurf, die Stadtwerke versuchten ein „Pokerspiel“ und forderten „das Dreifache des Möglichen, um letztlich das Doppelte zu bekommen“: Das Kommunalunternehmen, kontert Müller, versuche seit über vier Jahren, an dieser Stelle eine „noch darstellbare eigene Nutzung zur langfristigen Abfinanzierung der Altlastensanierungskosten von rund 3,5 Millionen Euro hinzubekommen“ und zugleich „eine noch vertretbare Nutzung“ durch die Feuerwehr und das Rote Kreuz Weilheim. Dabei gehe es um „eine städtebaulich noch akzeptable Lösung zu noch tragfähigen Investitionskosten“. Müller wörtlich: „Wir waren noch nie so nah an einer Realisierung dran. Sollte es jetzt wieder nicht klappen, so sind die Hauptleidtragenden die Feuerwehr und das Rote Kreuz, denen Erweiterungsmöglichkeiten fehlen.“

Gegen Tiefgarage sprechen „ein Dutzend Gründe“

Gegen die vom Agenda-AK geforderten Tiefgaragen-Etagen sprechen laut Stadtwerke-Chef „etwa ein Dutzend Gründe“. Vor allem, dass diese unter der Bodenplatte der Lkw-Garagen lägen – was wegen „mehr als dreimal so hoher Lasten“ zu erheblichem statischem Mehraufwand und baulichen Mehrkosten führen würde. Diese könnten kaum auf die Nutzer umgelegt werden, „denn wer würde schon 600 oder 700 Euro pro Jahr für einen Pkw-Stellplatz zahlen?“

Die Folge wäre ein Verlust für die Stadtwerke, zu dem laut Müller auch die nötige Lüftungsanlage für die Tiefgaragen-Etagen beitrüge. „Aufgrund der zahlreichen gesetzten Eckpunkte ist Ziel, dass die Kalkulation Null zu Null aufgeht“, so Müller: „Einen Reibach machen die Stadtwerke damit sicher nicht, aber sie erbringen eine Leistung an die Allgemeinheit.“ Im übrigen wäre auf dem Grundstück aufgrund der geforderten Abstände und der feuerwehrlichen Anforderungen auch kein Platz für die Rampe, die es für Tiefgaragen-Etagen bräuchte.

Architektenwettbewerb wäre „reichlich überzogen“

Einen Architektenwettbewerb, wie ihn der Agenda-AK fordert, nennt der Stadtwerke-Vorstand „reichlich überzogen“. Dach- und Fassadenbegrünungen seien bereits vorgesehen, und für den „normalen Betrachter“ werde das Gebäude nur von der Krumpperstraße aus zu sehen sein.

Es sei „schade, wenn nicht bedenklich“, so schließt Müller, „wenn sich immer mehr Macher Gedanken machen, weiterzumachen, weil sie es scheinbar sowieso niemandem Recht machen können“.

mr

Große Pläne hat die „Wohnbau Weilheim“ - nicht nur für moderne Wohnblocks, sondern auch für ein neues, vierstöckiges Verwaltungsgebäude. Neues zur Debatte um eine Umfahrung Weilheim: Ein Kurztunnel unter der B2 wird noch einmal Thema.

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