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Blick aufs neue Quartier bei St. Pölten: ein Teil der „Expertenrunde“ beim ersten Treffen in der Stadthalle.

Bürgerbeteiligung hat begonnen

Neues Quartier und „Bürgerpark“ bei St. Pölten: Weilheim will Vorbild für andere Städte sein

  • Magnus Reitinger
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„Neues wagen!“ – unter diesem Motto hat die Experten- und Bürgerbeteiligung zur Entwicklung eines nachhaltigen Quartiers an der Geistbühelstraße begonnen. Gefragt sind unter anderem Ideen für den „Bürgerpark“.

Weilheim – Die ersten Schlagworte machen neugierig und lassen hohe Erwartungen aufkommen: „Neues wagen!“, das ist der offizielle Titel und Auftrag für ein Stadtentwicklungsprojekt, wie man es in Weilheim bis dato noch nicht erlebt hat. Mit Expertenrunden und groß angelegter Bürgerbeteiligung will die Stadt „eine wegweisende Bebauung an der Geistbühelstraße entwickeln“ und Ideen für den nebenan geplanten „Bürgerpark“ sammeln. Auch der Zeitrahmen dafür ist ehrgeizig: Bis August soll eine Machbarkeitsstudie für „Nachhaltiges Wohnen in Weilheim St. Pölten – Das neue Quartier an der Geistbühelstraße“ erarbeitet werden – und zugleich die Bestandsaufnahme für den Architekten-Wettbewerb zum neuen Park.

Begeisterung nach dem ersten Treffen

Für die Machbarkeitsstudie sind drei Tagesworkshops einer ausgewählten Runde von „Experten aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft“ angesetzt. Der erste fand am Donnerstag in der Stadthalle statt. Und einige Lokalpolitiker, die dabei waren, zeigten sich in der abendlichen Stadtratssitzung begeistert davon: Die Ergebnisse zu Themen wie Bauen, Grün, Mobilität oder Soziales sollten zur „Blaupause für andere Kommunen werden“, sagte 3. Bürgermeister Alfred Honisch (Grüne). Einen hohen Anspruch formuliert auch die offizielle Mitteilung der Stadt dazu: Man wolle „modellhaft eine Charta für künftige Vorhaben der Stadtentwicklung formulieren“

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Dafür werde das Projekt auf eine „ganz breite Basis“ gestellt, erklärte im Stadtrat Stephanie Reiterer vom Münchner Büro „bauwärts“, das den Beteiligungsprozess gemeinsam mit Planern von „Die Stadtentwickler“ (Kaufbeuren) und „Ingevost“ (Planegg) betreut. Zur Machbarkeitsstudie gehört auch eine umfassende Online-Befragung von Agenda-Gruppen, „Fridays for Future“-Aktiven, den „Baukulturfreunde“ und anderen Gruppierungen; sie läuft bis Sonntag und wird sofort ausgewertet. Zum Thema „Bürgerpark“ sind dann sämtliche Weilheimer gefragt: Übernächste Woche geht an alle Haushalte eine Postkarte mit der Bitte um Ideen und Wünsche.

Noch im Juli gibt es einen Rundweg vor Ort

Die Ergebnisse werden vom 23. bis 25. Juli öffentlich präsentiert – direkt vor Ort: Ein Rundweg um das Areal des künftigen Parks und der neuen Wohnbebauung informiert über Pläne, lädt zum Dialog, soll mit Aktionen „den Mehrwert erlebbar machen“, so Reiterer. Man wolle „Orte schaffen, die sich Bürger schon immer gewünscht haben, die aber noch nicht da sind“.

Der ganze Prozess kostet übrigens 48 000 Euro, wobei die Stadt 60 Prozent (28 800 Euro) als Förderung der Regierung von Oberbayern erhält. Mit der Investition sei die Hoffnung verbunden, dass die Quartiers-Entwicklung „größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung findet“, so BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek.

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