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Weilheim: Prominenter Leerstand wird zum „Zwischenraum“ für Kultur und neue Geschäftsideen

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Von: Magnus Reitinger

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In den früheren Stöppel-Verkaufsräumen gibt es jetzt unter anderem einen „Pop-up-Store“.
In den früheren Stöppel-Verkaufsräumen gibt es jetzt unter anderem einen „Pop-up-Store“. © Gronau

Drei Kultur-Institutionen nutzen ab jetzt ein Jahr lang die früheren Stöppel-Verkaufsräume am Kirchplatz: das Stadtmuseum, das Kunstforum Weilheim und der Lichtkunstverein. Der „Zwischenraum“ ist die erste Maßnahme der Stadt aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ – und startet heute mit einem „Pop-up-Store“.

Weilheim – Immer wieder Neues wird in den kommenden Monaten in dem großen, prominenten Geschäftshaus an der Ecke Pöltnerstraße/Kirchplatz zu sehen, zu erleben und auch zu kaufen sein. Und einem der augenfälligsten Leerstände in der Weilheimer Innenstadt wird damit – vorübergehend – auf vielfältig-bunte Art neues Leben eingehaucht. Denn seit das Traditionsgeschäft Stöppel im September 2020 mangels Nachfolger geschlossen hat, sind die großzügigen Verkaufsräume verwaist.

50.000 Euro stehen für das Projekt zur Verfügung

„Zwischenraum“ heißt das innovative Projekt, das diesen tristen Zustand nun beendet. Möglich machen es die Mittel, welche die Stadt Weilheim aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ des Freistaats erhält – aber auch, so betont Bürgermeister Markus Loth, „die Bereitschaft des Hauseigentümers, sich auf dieses ,experimentelle’ Vorhaben einzulassen“. Wie berichtet, bekommt Weilheim insgesamt 240.000 Euro aus dem Sonderfonds, der infolge der Corona-Krise aufgelegt wurde. 50.000 davon sind für ein kulturelles Zwischennutzungskonzept für maximal zwei Jahre gedacht.

Am Donnerstag gab Loth nun bekannt, dass „die Verkaufsräume der früheren Buchhandlung Stöppel“ dieser „Zwischenraum“ sind. Das Stadtmuseum, das Kunstforum Weilheim und der Lichtkunstverein werden die Räume bis Ende 2022 „unterschiedlich bespielen“, heißt es in der Pressemitteilung des Rathaus-Chefs. Zudem gibt es eine „Pop-up-Fläche“ mit rund 20 Quadratmetern, die verschiedenen Nutzungen zur Verfügung steht: „Dadurch bleibt das Angebot in Bewegung und lädt zum Entdecken ein, so die Idee.“

Junge Unternehmen können Ideen testen

Mit einem „Pop-up-Store“ (der Begriff leitet sich vom englischen Wort für „plötzlich auftauchen“ ab) startet das Projekt „Zwischenraum“ am heutigen Freitag: Die Weilheimer „Paletti GbR“, deren Angebot an exklusiver Papeterie bisher nur im Internet zu finden war, präsentiert im Stöppel-Haus in der Vorweihnachtszeit „klassische und überraschende Produkte aus und für Papier“. Weitere Interessenten zur Nutzung der „Pop-up-Fläche“ können sich bei der Standortförderung der Stadt Weilheim melden. So könnten junge Unternehmen zum Beispiel testen, ob ihr Sortiment oder eine Laden-Idee bei den Kunden ankommt – mit geringen Kosten und ohne Risiken wie einer langen Vertragsbindung. „Im besten Fall ist dies der Anfang einer erfolgreichen neuen Unternehmung in der Innenstadt“, so Bürgermeister Loth.

Das haben die drei Kultur-Institutionen vor

Weil „die Rahmenbedingungen aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen etwas anders als erwartet sind“, wie Loth schreibt, werden die kulturellen Nutzungen erst bis Ende des Monats einziehen. Dann ist laut Pressemitteilung Folgendes geplant:
- Das Weilheimer Stadtmuseum zeigt wechselnde Schätze aus dem Depot und bietet regelmäßig Museumspädagogik sowie eine Kunstsprechstunde an.
- Das Kunstforum Weilheim nutzt die Fläche als Galerie, um das zeitgenössische Kunstschaffen in Weilheim und der Region der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Ausstellungen werden im regelmäßigen Turnus wechseln.
- Der Verein Lichtkunst Weilheim – der im Oktober 2022 wieder ein großes Lichtkunstfestival mit überregionaler Anziehungskraft in Weilheim veranstaltet – hat im „Zwischenraum“ seine Anlaufstelle. Dort wird es wechselnde Installationen und Ausstellungen von Lichtkunstobjekten geben. Im September und Oktober 2022 werden die Räume dann zur Festivalzentrale und „ganz unter dem Thema Lichtkunst stehen“.

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