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Streit zwischen Nachbar-Landwirten eskaliert - Am Traktor kommt es zum Showdown

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Weilheim: Streit zwischen Nachbar-Landwirten eskaliert - Am Traktor kommt es zum Showdown. (Symbolbild)
Weilheim: Streit zwischen Nachbar-Landwirten eskaliert - Am Traktor kommt es zum Showdown. (Symbolbild) © dpa

Die beiden Landwirte haben sich schon vorher nicht verstanden. Als der eine am Abend sein Odelfass befüllte, drehte sein Nachbar durch - mit Folgen.

Zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilte das Amtsgericht Weilheim einen Landwirt aus einem Dorf im östlichen Landkreis. Er hatte mit einem Schaufelstiel auf seinen Nachbarn eingeschlagen. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit.

Meist ging es um Ruhestörung zwischen den beiden Landwirten. Die Höfe liegen sehr nahe beieinander. Als im April dieses Jahres der Nachbar (52) des Angeklagten um 20 Uhr noch das Odelfass befüllte, war das dem 48-jährigen Angeklagten zu laut. Zumal dies fast unter dem Schlafzimmerfenster seines achtjährigen Sohnes geschah – aber noch auf dem Grundstück des Nachbarn. „Das kam schon häufig vor“, sagte Verteidiger Florian Ott in der Verhandlung am Amtsgericht Weilheim.

Landwirt geht im Landkreis Weilheim-Schongau auf Nachbarn mit Schaufelstil laus

Der 48-Jährige nahm damals einen Schaufelstiel, ging zum Bulldog des 52-Jährigen, riss die Fahrertür auf und forderte ihn laut eigenen Angaben mehrfach auf, den Lärm zu beenden. Er gab weiter an, dass ihm sein Nachbar einen Fußtritt verpasst habe, woraufhin er ein paar Mal mit dem Schaufelstiel gehauen und gestochen habe.

Der am Arm und Knie verletzte Landwirt bestritt den Fußtritt. Er sei immer weiter nach hinten gerückt auf seinem Sitz, um den Schlägen zu entkommen, berichtete er. Einige Zeit war er wegen seiner Verletzungen arbeitsunfähig.

Der Verteidiger hatte im Vorfeld einen Täter-Opfer-Ausgleich angeboten. 500 Euro wollte der Angeklagte seinem Nachbarn als Schmerzensgeld zahlen, mit der Bitte um Rücknahme des Strafantrages. „Ich habe eine persönliche Entschuldigung erwartet, aber die ist nie gekommen“, sagte der Geschädigte. Den Ausgleich wollte er nicht annehmen.

Die Landwirte gehen sich seit der Tat so gut es geht aus dem Weg. „An der Ruhestörung hat sich aber nichts geändert“, gab der Verteidiger an, der in seinem Plädoyer die Tat als Riesenblödsinn bezeichnete. „Mein Mandant steht dafür gerade“, sagte er.

Die Vorsitzende Richterin Christiane Serini verhängte eine Bewährungstrafe von zwei Jahren. Außerdem muss der Angeklagte 500 Euro Schmerzensgeld an seinen Nachbarn zahlen und 1000 Euro an die Staatskasse.

Lesen Sie auch: Was macht ein Landwirt, der nicht aufgeben will, aber alleine nicht mehr kann?

Regina Wahl-Geiger

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