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Überraschende Personalie in Weilheim: Neuer Stadtbaumeister gesucht

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Von: Boris Forstner

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Andrea Roppelt-Sommer sitzt auf dem Weilheimer Marienplatz  auf einer Bank
Bald nur noch als Besucherin, nicht mehr als Mitarbeiterin der Stadt, wird Andrea Roppelt-Sommer künftig auf dem Weilheimer Marienplatz sitzen. © Archiv Ruder

Nach Andreas Wunder, der in Ruhestand geht, verliert die Stadt Weilheim eine weitere Führungskraft im Rathaus: Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt-Sommer hat gekündigt. „Das kam für uns schon überraschend“, sagt Bürgermeister Markus Loth.

Weilheim – Vor sieben Jahren, im April 2015, hatte Roppelt-Sommer den Posten bei der Stadt als Nachfolgerin von Wolfgang Frank angetreten. Die 55-Jährige hatte damals ein eigenes Architekturbüro und bereits mehrfach Projekte im Auftrag der Stadt betreut. „Herr Frank hat mich angesprochen, ob ich mir seine Nachfolge vorstellen könnte“, sagt Roppelt-Sommer. Sie konnte, überstand das Auswahlverfahren und prägt seitdem das Gesicht der Stadt entscheidend mit.

Wichtige Entscheidungen mit auf den Weg gebracht

Denn in ihrer Amtszeit hat sie einige wichtige Entscheidungen mit auf den Weg gebracht, die die Stadt geprägt haben und noch lange prägen werden. Beim Thema Stadtentwicklung unter anderem die Neugestaltung Am Riss, das Radverkehrskonzept, die Entwicklung des neuen Wohnquartiers an der Geistbühelstraße und die Entwicklung der Weilheimer Charta für nachhaltigen Wohnungsbau. Im Hochbau nennt Roppelt-Sommer als wichtigste Projekte die Dachsanierung der denkmalgeschützten Großen Hochlandhalle, den Neubau des Busbahnhofs mit Neugestaltung des Bahnhofsumfelds sowie die Kindergarten-Neubauten Kanalstraße und Sonnenäcker, ebenso die Wettbewerbs-Planung für Sanierung und Neugestaltung des Stadtmuseums. Nicht zu vergessen den Hochwasserschutz am Angerbach und die vielen neuen Themen-Spielplätze, die gut besucht sind.

Ihr sei es wichtig gewesen, die durch die Attraktivität Weilheims entstandene große Nachfrage nach Wohnungen, Gewerbeflächen und Frei- und Freizeitflächen mit einem vorausschauenden Konzept und genügend Vorlauf zu planen, um alle Belange beleuchten zu können. „Das war nicht immer einfach, da man Ideen, Entwürfe und Gefühle ganz vieler Menschen aufnehmen und in ein Gesamtkonzept umsetzen muss“, so Roppelt-Sommer

Wichtig sei ihr auch gewesen, das Instrument der Bürgerbeteiligung mehr einzusetzen: „Nicht als starre Bürgerversammlung, sondern als Veranstaltung, bei der sich alle Akteure auf den gleichen Stand bringen und gleichberechtigt gehört werden können.“ Den Mehrwert aus solchen Veranstaltungen habe man an der Bürgerbeteiligung zur Bewerbung Landesgartenschau oder zur Weilheimer Charta gut sehen können.

„Sehnsucht“ wieder als Architektin arbeiten zu können

„Froh bin ich, dass ich das Vergabeinstrument Architektenwettbewerb implementieren konnte. Ein Wettbewerb bündelt eine breite Palette verschiedener Lösungsansätze, motiviert die beteiligten Architekten und verschafft dem Bauherrn neue, ungeahnte Erkenntnisse über sein Vorhaben“, sagt Roppelt-Sommer. So könne eine Kommune ihrem baukulturellen Auftrag am besten nachkommen und auch seine nachhaltigen Ziele in die gebaute Umwelt steuern.

So schön die Bilanz ist – sie habe eine regelrechte „Sehnsucht“ gehabt, wieder als Architektin arbeiten zu können, wieder selbst Pläne zu entwerfen, anstatt sie nur zu beurteilen. Deshalb habe sie im Dezember gekündigt – und den Bürgermeister auf den falschen Fuß erwischt. Denn damit hatte er nicht gerechnet, wie er zugibt. „Frau Roppelt-Sommer hat gute Arbeit geleistet“, lobte er. Auch die 55-Jährige betont, dass alles gepasst habe und sie sich einfach anders orientieren wolle. Sie werde in einem Architekturbüro außerhalb des Landkreises arbeiten, sagte sie. Mehr wollte Roppelt-Sommer, die am Ammersee lebt, nicht verraten.

Stelle ist bereits ausgeschrieben

Loth ist optimistisch, die Stelle einigermaßen schnell nachbesetzen zu können, „weil der Posten eines Weilheimer Stadtbaumeisters schon sehr interessant ist“. Die Ausschreibung ist raus, Anzeigen wurden bereits geschaltet. Roppelt-Sommer hatte fristgerecht zum 31. März gekündigt, aber bereits zugesagt, dass sie notfalls auch noch ein, zwei Monate länger bleiben könne, bis ein Nachfolger gefunden ist.

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