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Den Hochwasserschutz am Klärwerk haben die Stadtwerke nach dem Pfingsthochwasser 1999 aufgerüstet. Nun fürchten sie, dass sie ihn als Folge des Wehr-Umbaus weiter erhöhen müsse n. 

Weilheim-Süd

Verschlechterungen beim Hochwasserschutz darf es nicht geben

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Der Umbau des Oderdinger Wehrs für den Hochwasserschutz hat  keine negativen Auswirkungen für den Norden Weilheims. Das belegt eine Untersuchung.

Weilheim – Die Sorge, der Rückbau des Oderdinger Ammerwehrs könnte bei einem Hochwasser negative Auswirkungen auf den Norden der Stadt Weilheim haben, sind unbegründet. Das sagte Sigrun Frank vom Sachgebiet „Planung, Wasserbau, Gewässerentwicklung“ vom Wasserwirtschaftsamt in der Oktober-Sitzung des Bauausschusses. Sigrun Frank war von der Stadtverwaltung in die Sitzung gebeten worden, da den Mitgliedern des Bauausschusses die Ausführungen zu diesem Thema in der Septembersitzung zu allgemein gehalten waren.

Die Befürchtung, dass sich die Situation durch den Umbau des 1,64 Meter hohen Ammerwehrs bei Oderding in drei lange Teilrampen bei einem Hochwasser für Oderding und den Weilheimer Süden (Achalaich/Trifthof) zwar verbessert, für Weilheim-Nord aber verschlechtert, weil der Wasserpegel dort dann steigen könnte, wurde von Stadtwerke-Chef Peter Müller in der Stadtrats-Sitzung im Mai geäußert. „Wir haben aufgrund unserer Liegenschaften an der Ammer, insbesondere der Kläranlage, ein nachhaltiges Eigeninteresse, dass mit der vorgelegten Lösung nicht nur eine gute Lösung für Oderding, sondern auch eine gute Lösung für Weilheim gesamt geschaffen wird“, so Müller damals. Aus Sicht der Stadtwerke müsse es eine Gesamtbetrachtung der Folgen des Wehrumbaus geben, wobei nicht nur punktuell der Bereich Oderding bis Weilheim-Süd betrachtet werden müsse, sondern die ganze Strecke der Ammer bis nach Unterhausen.

Die Stadtwerke haben einschlägige Erfahrung mit Hochwasser: Beim Pfingsthochwasser 1999 entstand, wie bei der Sitzung an diesem Dienstag bekannt wurde, an der Kläranlage ein Sachschaden in Höhe von rund 130.000 Euro.

CSU-Stadträtin Uta Orawetz befürchtet zudem, dass durch die Abflachung des Wehrs mehr Geröll und Ablagerungen in den Weilheimer Bereich der Ammer transportiert werden. Dadurch könnte es zu unerwarteten Aufstauungen kommt.

Sigrun Frank wies bei ihrer Präsentation am Dienstag darauf hin, dass oberste Prämisse des Hochwasserschutzes sei, dass dadurch für niemanden eine Verschlechterung eintreten dürfe. Zudem werde der technische Hochwasserschutz, der auch durch den Bau von Dämmen erfolge, immer für ein so sogenanntes 100-jähriges Hochwasser (HQ 100) plus einem Klimazuschlag von 15 Prozent ausgelegt. Es könne sein, dass dieser Schutz nicht immer ausreichen werde.

Nach den neuen Berechnungen des Wasserwirtschaftsamtes kann bei einem HQ 100 nach Umbau des Oderdinger Wehrs der Wasserpegel im Süden von Weilheim um bis zu 30 Zentimeter steigen. An der Fußgängerbrücke in der Au werde davon aber nichts mehr zu spüren sein – und somit auch flussabwärts im weiteren Stadtgebiet nicht mehr.

„Im Prinzip“, so Sigrun Frank, werde der Rückbau des Wehrs auch keine negativen Auswirkrungen auf Geröll- und andere Ablagerungen haben. Es werde aber eine Optimierung des Geschiebemanagements geben, mit Schwerpunkt an der Eisenbahnbrücke und an der Wessobrunner Straße. Starkregenereignisse mit Gewittern spielten bei der Ammer keine Rolle, sie beträfen vor allem Bäche, so Sigrun Frank.

Die Mitglieder des Bauausschusses waren mit den Ausführungen der Vertreterin des Wasserwirtschaftsamtes durchwegs zufrieden. Diese kündigte an, dass das Wasserwirtschaftsamt seine Berechnungen und Modelle für den Hochwasserschutz „Weilheim-Süd“ noch verfeinern werde, bis Jahresende könnten dies geschehen sein.

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