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Wollen auch in Corona-Zeiten „Fenster zu kulturellem Leben offen halten“: Yvonne Brosch und Andreas Arneth planen für Juli und August Freilichttheater an der Großen Hochlandhalle. 

Kultur-Angebot soll wieder möglich gemacht werden

Theater unter freiem Himmel in Weilheim geplant

  • Magnus Reitinger
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Ein Hoffnungsschimmer für Kulturfreunde: Auf einer Freilichtbühne an der Hochlandhalle will Weilheims Theatermacher Andreas Arneth im Juli und August „im kleinen Format“ Musik, Schauspiel und Lesungen bieten – als Ersatz für all die ausgefallenen Veranstaltungen.

Weilheim – Seit Wochen schon arbeitet Andreas Arneth, der Leiter des Weilheimer Stadttheaters, an einem Konzept, wie nach den komplett veranstaltungslosen Monaten des Corona-Shutdowns wieder ein Kultur-Angebot vor Ort möglich wäre. Man müsse „zeigen, dass das Theater nicht tot ist“, sagt der 56-Jährige, der 1999 gemeinsam mit der Schauspielerin und Regisseurin Yvonne Brosch die „Weilheimer Festspiele“ gründete. Zugleich gilt es natürlich die amtlichen Vorgaben zum Schutz vor dem Virus einzuhalten, also entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, Mindestabstände und Hygienestandards.

Auch Vereine könnten die Freilichtbühne nutzen

„Wenn die Verordnungen so bleiben und keine zweite Welle kommt, werden wir auf jeden Fall was machen“, sagt Arneth – „im kleinen Format“, wie er hinzufügt. Auf einer kleinen Freilichtbühne an der großen Hochlandhalle – im Hof rechts vom Haupteingang – will er im Sommer im Rahmen des städtischen Kulturangebots „ein kleines alternatives Programm“ anbieten: Musik, Lesungen und „ein, zwei Theaterstücke“, in denen eine oder zwei (zusammenlebende) Personen auf der Bühne stehen; auch für Familien und Kinder soll etwas dabei sein. Das genaue Programm wird gerade ausgearbeitet.

Man warte noch auf offizielle Verlautbarungen der Staatsregierung, so Arneth, doch Gespräche mit dem Landratsamt laufen bereits. Im Juli und August solle auf der Freilichtbühne „möglichst an jedem Wochenende“ gespielt werden. 30 bis 50 Zuschauerplätze will der Organisator schaffen, selbstverständlich mit anderthalb bis zwei Meter Abstand. Die Bühne werde teils aus Kulissen der letztjährigen „Brandner Kaspar“-Inszenierung gestaltet – „das schafft Atmosphäre“. Auch Bewirtung ist geplant. Und bei Regen könnte man mit den anvisierten Besucherzahlen ins Stadttheater ausweichen. Denkbar ist laut Arneth zudem, dass einzelne Weilheimer Vereine die Freilichtbühne nutzen – „wenn sie sich an die Gegebenheiten halten“.

„Theater ohne Publikum ist kein Theater“

Parallel arbeitet der Theaterleiter an der weiteren Planung fürs Stadttheater, dessen Betrieb aktuell noch komplett eingestellt ist. Man wolle Modelle entwickeln, „die uns allen helfen, Fenster zu kulturellem Leben offen zu halten“, schreibt Arneth auf der Internetseite stadttheater-weilheim.de – und richtet sich direkt ans Publikum: „Wir brauchen Sie dabei, denn Theater ohne Publikum ist kein Theater!“

Die aktuelle Lage im Stadttheater

Seit März ist der Betrieb im Weilheimer Stadttheater wegen der Corona-Pandemie eingestellt. Man wartet auf neue Verordnungen. Für das Theater-Abo der Stadt stellt sich die Lage wie folgt dar: Für die entfallenen Gastspiele „Acht Frauen“ und „Die Puppe“ stehen Ersatztermine Anfang Oktober und Mitte November im Raum. Die Produktionen der Weilheimer Festspiele („Ist das nicht nicht mein Leben?“ ab 16. Oktober und „Lauter Lügen um eine Leiche“ ab 12. Dezember) sollen wie geplant stattfinden. Abonnenten können laut Theaterleiter Arneth „mit uns noch so lange durchhalten, bis wir sicher sind, ob gespielt werden kann oder nicht“. Abos und verkaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. 

Wer aber die anteilige Erstattung des Eintrittsgeldes bereits jetzt wünscht, kann sich per E-Mail an andreas.arneth@weilheim.de wenden. Generell habe man „Durchführungs- und Sicherheitskonzepte“unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände von 1,5 bis 2 Metern vorbereitet. Sollten die Festspiele nicht möglich sein, will Arneth die Reihe „Theater im Off“ ausbauen. Die für die kommenden Wochen geplanten Vorstellungen anderer Veranstalter sind vorerst zumeist abgesagt. Für die Show „Spiel des Lebens“ sind neue Termine Ende November anvisiert.

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