Schweres Erdbeben in der Karibik: Tsunami-Warnung für Jamaika und Kuba

Schweres Erdbeben in der Karibik: Tsunami-Warnung für Jamaika und Kuba
+
Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Todespfleger: Eindeutiger Fingerabdruck auf der Spritze gefunden

  • schließen

Ein Opfer des sogenannten „Todespflegers“ wohnte in Weilheim. Der 82-Jährige überlebte die Insulin-Attacke nur knapp. In der Gerichtsverhandlung am Freitag legten Beamte neues Beweismaterial vor.

Weilheim – Wegen sechsfachen Mordes und dreifachen versuchten Mordes muss sich der Pole Grzegorz W. (38) derzeit vor dem Landgericht München I verantworten. Der Pfleger soll seinen Patienten Insulin gespritzt haben, obwohl diese gar nicht an Diabetes erkrankt waren. An das Medikament kam er, da er selber zuckerkrank ist. In der Verhandlung am Freitag ging es speziell um den Fall eines damals 82-jährigen Weilheimers, der im Juni 2017 Opfer des sogenannten „Todespflegers“ geworden war. Der ältere Herr überlebte die Attacke. Nun schilderten Einsatzkräfte die Geschehnisse und Erkenntnisse.

Für den wichtigsten Fakt sorgten Beamte der Spurensicherung: Ein Fingerabdruck auf der leeren Ampulle eines Insulin-Pens, der im Haus des Weilheimers sichergestellt wurde, konnte eindeutig dem Angeklagten zugeordnet werden. „Er stimmt mit dem Abdruck am Ringfinger der linken Hand überein“, bestätigte ein Polizeibeamter des Kommissariats 92.

Außerdem waren die Beschriftungen auf der Ampulle in polnischer Sprache gehalten. Ein eingetrockneter Blutfleck auf einem sichergestellten Wundtupfer enthielt die DNA des Opfers. Auf dem Tupfer waren DNA-Spuren des Pflegers und des Senioren zu finden.

Lesen Sie auchPolizistin bei Kontrolle verletzt - Bäckermeister vor Gericht

Besagter Vorfall ereignete sich am Abend des 27. Juni 2017. Nachdem der 82-Jährige bewusstlos in seinem Bett lag, wurden Hausarzt und Notarzt alarmiert. Als die Sanitäter eintrafen, war auch W. vor Ort. „Ich habe ihn begrüßt, aber mehr als ein Grunzen kam nicht zurück“, sagte der damals im Einsatz befindliche Rettungssanitäter. Da der Pfleger nicht als solcher vorgestellt worden war und sich laut des Sanitäters komisch verhielt, dachte der, W. sei vielleicht der geistig behinderte Sohn des Patienten.

Rettungssanitäter kämpften um das Leben des Senioren

Die Sanitäter ermittelten den Blutzuckerwert des Weilheimers. „Das ist ein standardisiertes Verfahren“, erklärte der damals zuständige Notfallsanitäter. Der Messwert lag bei 17 Milligramm pro Deziliter. Normal seien 65 bis 100 Milligramm. Zur Sicherheit wurde der Test wiederholt, da bei dem Senioren keine Diabeteserkrankung bekannt war: Mit 23 Milligramm war er immer noch viel zu gering. Es wurde Glucose gespritzt, der Patient stabilisierte sich und wurde für den Transport ins Krankenhaus Tutzing vorbereitet.

Todespfleger: Schnell kam dem Arzt ein schlimmer Verdacht

Am Rettungswagen angekommen, sackte er erneut weg, da die Glucose bereits abgebaut war. „Hier äußerte der Notarzt erstmals den Verdacht, dass etwas nicht stimmt“, berichtete der Notfallsanitäter. Unter weiterer Zufuhr von Glucose wurde der Patient ins Krankenhaus nach Tutzing gebracht. Dort erhärtete sich der Verdacht, dass Insulin von außen zugeführt worden sein muss, da auch eine Tumorerkrankung ausgeschlossen werden konnte. Die Polizei wurde eingeschaltet.

In einem beschlagnahmten Brief an die Staatsanwaltschaft beteuerte der Pfleger, dass er nichts von den Nebenwirkungen des Insulin gewusst habe und nicht darüber aufgeklärt worden sei. Die Patienten seien ihm gegenüber aggressiv gewesen. Durch das Insulin wollte er sie zum Schlafen bringen. Er schreibt: „Ich bin eine normale Person und nicht psychisch krank.“

Die größte Datenbank an Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für von Diabetes Betroffene finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bürgermeisterwahl 2020 in der Region Weilheim: Alle Wahlen und Kandidaten
Am Sonntag, 15. März 2020, finden die nächsten Bürgermeisterwahlen in Bayern statt. Hier finden Sie alle Bürgermeister-Kandidaten in der Region Weilheim.
Bürgermeisterwahl 2020 in der Region Weilheim: Alle Wahlen und Kandidaten
Acht Kandidaten für Oderding
Acht Kandidaten für Oderding
Haushalt: Peißenberg ist nicht Grünwald
Der Marktrat wird morgen in seiner ersten Jahressitzung einen historischen Haushaltsplan verabschieden: In der Finanzperiode 2020 wird die Gemeinde beim Etat zum ersten …
Haushalt: Peißenberg ist nicht Grünwald
Landkreis: 2020 ist für Gartenfreunde viel geboten
Ein „Tag der offenen Streuobstwiese“ ist genauso geplant eine Lehrfahrt nach Venetien: Der Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege präsentierte bei der …
Landkreis: 2020 ist für Gartenfreunde viel geboten

Kommentare