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Neuer Bahnhof, ohne Toiletten: Die Bahn hat die Sanitäranlagen in Weilheim geschlossen.

Toiletten-Notstand am Bahnhof 

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Der Weilheimer Bahnhof hat einen Service weniger: Die Bahn hat die Toiletten dauerhaft dichtgemacht. Begründet wird der Schritt mit technischen Zwängen. Problem: Die städtische WC-Anlage soll erst zum Jahresende fertig sein.

Weilheim – Es war ein großer Tag für Weilheim: Am 26. Juni 2017 feierten Bahn und Politik den Abschluss des barrierefreien Umbaus des Bahnhofs. Elf Millionen Euro steckte der Konzern in das Projekt. Zur Feier des Tages wurde ein ICE-Zug auf „Weilheim“ getauft. Doch das bauliche Schmuckstück hat seit Anfang dieses Jahres einen Kratzer: Es gibt keine Sanitäranlagen mehr. Die je eine Damen- und Herrentoilette wurde vom Unternehmen dauerhaft geschlossen.

Der Betrieb hatte sich für den Konzern nicht mehr rentiert. „Diese Toiletten wurden leider durch Vandalismus immer wieder beschädigt“, teilt ein Sprecher mit. „Vor allem wurden sie aber durch unsachgemäßen Gebrauch nahezu wöchentlich verstopft.“ Dadurch hätten die Anlagen häufig nicht für Bahnkunden zur Verfügung gestanden. „Wir haben uns deshalb entschlossen, die Toiletten im Bahnhof zu schließen.“ An den Türen verweisen Schilder auf eine interne Lösung: Den Kunden stünden „die Waschräume in den Zügen“ zur Verfügung. Zudem wird auf die geplanten neue WC-Anlage der Stadt am Bahnhofsvorplatz verwiesen.

Vorgehen stößt bei den Stadträten auf Unverständnis

Ein rigides Vorgehen, das bei den Stadträten auf Unverständnis stößt. Den Missstand brachte Michael Lorbacher (SPD) im Bauausschuss aufs Tapet: Er wollte wissen, ab wann wenigstens mit dem städtischen WC am neuen Busbahnhof zu rechnen ist. Die Anlage ist Ende des Jahres fertig, bekam er von Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt zu hören. Bis dahin herrscht ein Toiletten-Notstand. „Die Bahn macht es nicht“, verwies Roppelt achselzuckend auf das Unternehmen. Im Stadtrat wurde Susann Enders (Freie Wähler) mit Blick auf die 2018 offiziell aufgewertete Kreisstadt noch deutlicher: „Wir können doch als Oberzentrum nicht einen Bahnhof ohne Klo haben.“

Das Unternehmen verweist auf Grundsätzliches: „Die Deutsche Bahn möchte ihren Kunden das Reisen in jeder Beziehung angenehm und problemlos gestalten.“ Dazu gehöre selbstverständlich die Bereitstellung von Toiletten in den Zügen. Aber: „Die DB AG ist nicht zur Vorhaltung öffentlicher Toiletten in den Bahnhöfen verpflichtet“, so der Sprecher. Man entscheide daher „grundsätzlich in eigener wirtschaftlicher Verantwortung“, ob Sanitäranlagen für Reisende und Besucher bereitgehalten werden. Auch an kleinen Standorten sei der Konzern bestrebt, mit der Kommune „kundengerechte Lösungen“ zu finden. Für Weilheim gibt es Hoffnung: Die Bahn ist im Gespräch mit Toilettenbetreibern und der Stadt, um „eine Interimslösung“ bis zur Inbetriebnahme der kommunalen Toiletten zu finden.

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Neubau der WC-Anlagen an der Ecke Bahnhofplatz/Bahnhofallee: Kosten über 395 000 Euro

Der Auftrag für den Neubau der WC-Anlagen an der Ecke Bahnhofplatz/Bahnhofallee ist mittlerweile vergeben. Und zwar für knapp über 395 000 Euro an die Firma „Hering Sanikonzept“ aus Burbach, wie es nun im Stadtrat hieß. Für das Geld gibt es nicht nur Toiletten, sondern auch Technikräume für den Zentralen Busbahnhof (ZOB). Die WC-Planungen waren immer mehr abgespeckt worden. Die Stadt hatte aus Kostengründen auf einen Kiosk verzichtet – ein erster Entwurf hatte insgesamt bei über 680 000 Euro gelegen.

Der ZOB wird seit den 1980er Jahren geplant, 2014 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, seit 2018 laufen die Arbeiten. Die Gesamtkosten werden auf 8,5 Millionen Euro geschätzt, die Stadt erhält einen Zuschuss über drei Millionen Euro. Im Juni 2018 war bei den Arbeiten eine US-Fliegerbombe gefunden worden, was eine großräumige Evakuierung zur Folge hatte. Der Busbahnhof als erster Bauabschnitt soll im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen.

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