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Der Eingangsbereich von Susanna Mitzkus, ihrer Tochter Nomi und Hund Nockerl ist zwar noch nicht ganz fertig, aber sie ist froh in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen.
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Am Prälatenweg sind die Erschließungsarbeiten des Neubaugebiets abgeschlossen. Der Hausbau kann bald beginnen.
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In die schicke Doppelhaushälfte am Hardtfeld zogen vor einigen Wochen Heiko Meißner (l.) und seine Frau Cindy mit Sohn Leon, der oft Besuch vom Nachbarsjungen Arthur (r.) bekommt.
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Die schlichte Bauweise von Ingo Bücheler (l.) und Stefan Gödeke sticht ins Augo, sobald man beim Baugebiet am Gögerl ankommt.

Privater Bauboom in Weilheim

Der Traum vom Haus wird wahr

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Nicht nur der Bau der Weilheimer Berufsschule geht voran, auch in den drei Weilheimer Baugebieten für private Häuslebauer drehen sich emsig die Kräne. Viele erfüllen sich momentan dort den Traum von den eigenen vier Wänden. Franziska Florian und Leah Reddig (Text) sowie Emanuel Gronau (Fotos) streiften über die Baustellen und sprachen mit den stolzen Besitzern.

Weilheim – Weiße Bauten mit grauen Elementen an den Fenstern, wohin man blickt. Die meisten Neubauten am Gögerl sind fertig. Und die meisten von ihnen sehen irgendwie gleich aus. Selbst die Außenanlagen ähneln allesamt noch einer großen Baustelle: Absperrbänder statt Gartenzaun, Schotter in der Einfahrt, keine Spur von Rasen oder Blumenbeeten.

Stefan Neuner, Geschäftsführer der gleichnamigen Zimmereifirma, lehnt an seinem Kastenwagen und schnauft kurz durch. Viel zu tun heute: „Wir müssen aber nur noch das Grasdach auf dem Carport fertig machen“, sagt er. Generell gehe die Bebauung hier im Neubaugebiet am Gögerl gut voran, sagt er. Viele Einheimische mit Kindern würden hier wohnen. Klar, sind es doch „überwiegend Einfamilienhäuser, die gebaut werden“, so der Zimmerer. Und weiter hinten, da sehe es auch längst nicht so identisch aus wie am Eingang des Gebiets.

Baugebiet am Gögerl: Kontrast zu den Gebäuden im Umkreis

Da sind mehrere Häuser mit Holzverkleidung am Giebel, eines ist sogar ganz aus Holz, sieht aus wie eine riesige Almhütte. Und dann ist da das Haus, in dem Ingo Bücheler, Stefan Gödeke und ihr Hund Faro wohnen – ein schlichter Quader mit Flachdach und bodentiefen Fenstern im Erdgeschoss. Puristisch mit grauen Rollläden und grauer Haustür – ein echter Kontrast zu den Gebäuden im Umkreis.

Gödeke ist Bauingenieur und leitet ein Büro in München: „Ich komme aus der Baubranche und liebe die schlichte Bauweise“, erzählt er. Für ihn müsse Architektur eine Besonderheit widerspiegeln. Und besonders ist das Haus auf alle Fälle.

Wobei die beiden das am Anfang noch gar nicht so genau wissen konnten, schließlich stand es als erstes. Auf das Baugebiet seien sie über das Internet aufmerksam geworden. „Vor einem Jahr sind wir hier eingezogen“, sagt Stefan Gödeke.

Baugebiet am Gögerl: „Fühlen uns in Weilheim sehr wohl“

Nach 17 Jahren in München zog es ihn, der aus einer Kleinstadt in Niedersachsen kommt, wieder aufs Land hinaus. „Ingo kommt ursprünglich aus Stuttgart“, erzählt Gödeke weiter. Doch das sei kein Problem: „Wir fühlen uns in Weilheim sehr wohl – vor allem weil die Weilheimer sehr nette Menschen sind“, schwärmt er.

In Sachen Bauweise lies die Stadt Weilheim dem Ehepaar viele Freiheiten. „Ich wollte schon immer ein Haus mit Wintergarten, Kamin und Flachdach“, so Stefan Gödeke. Diesen Wunsch hat er sich mit dem Neubau erfüllt. Ein Fertighaus sei für beide nie in Frage gekommen.

Aber draußen ist es ja auch irgendwie ungemütlich. Auch im Haus setzen Gödeke und Bücheler auf klare Formen und wenig Schnickschnack. Gemütlich ist es dennoch. Das finden auch die Nachbarn.

Baugebiet am Gögerl: Gut vernetzt in der Nachbarschaft

In der Nachbarschaft sind die beiden gut vernetzt, erzählt der Bauingenieur. Schon allein wegen ihres Hundes Faro kommen die beiden leicht ins Gespräch mit anderen. „Wir kennen unsere Nachbarn gut und lieben den Ausblick auf ihr Haus“, sagt Gödeke. Das Nachbarshaus ist schon ein krasser Gegenentwurf zu ihrem Neubau – ganz im bayerischen Stil gebaut, besteht es komplett aus Holz.

Auch die Nachbarn seien begeistert, wenn sie auf das moderne Haus von Ingo Bücheler und Stefan Gödeke schauen. „Wir würden das Haus des jeweils anderen nicht wollen, weil es nicht unser Stil ist, aber es ist schön anzuschauen“, erzählt Gödeke, lacht und schaut aus dem bodentiefen Fenster auf das Nachbarhaus.

Mehr zum Thema: Startschuss gefallen - wie in Penzberg ein neues Wohnviertel entsteht

Doch die Zeit drängt, weiter geht es in nächste Weilheimer Neubaugebiet – die Stadt wächst an allen Ecken und Enden. Zum Beispiel Am Hardtfeld. Auch hier stehen viele Bagger, zahlreiche Firmen arbeiten Hand in Hand.

Zimmerer Stefan Neuner, der gerade immer noch am Gründach des Neubaus am Gögerl werkelt, hat auch hier einen Auftrag zu erledigen. Handwerker im Dauerstress, wie überall. „Das Haus befindet sich noch im Bau. Da brauchen wir noch circa zwei Monate, bis wir komplett fertig sind“, erklärt Neuner.

Baugebiet am Hardtfeld: Viele Rohbauten stehen hier 

Im Baugebiet am Hardtfeld stehen generell noch viele Rohbauten. Im hinteren Teil ist allerdings schon einiges fertig, dicht an dicht stehen mit Holz verkleidete Reihenhäuser. Auffällig dabei sind die großen Kästen, die vor jedem Eingang stehen. Wofür sind die denn gut?

Heiko Meißner weiß die Antwort: „Das sind Luft-Wärmepumpen“, sagt er. Meißner steht vor dem Haus, in dem er seit einigen Wochen mit seiner Frau Cindy und dem kleinen Leon wohnt und schaut auf die anderen Straßenseite zu den Luft-Wärmepumpenkästen.

„Wir haben auch so eine. Aber unsere ist moderner und im Keller untergebracht“, sagt Meißner. Ursprünglich kommt das Ehepaar aus Sachsen. „Ich bin aber nach der Ausbildung wegen der Arbeit weggezogen und wohne seit 2003 in Weilheim“, so Heiko Meißner. 

Baugebiet am Hardtfeld: Familie Meißner gefällt es hier

Dass sie auf diese Doppelhaushälfte gestoßen sind, „war eher Zufall“, wie der Familienvater sagt. „Der Eigentümer ist ein Freund von uns und wir wohnen jetzt hier bei ihm zur Miete“, erzählt er weiter. Mitte Juli rollten die Umzugswagen vor die schicke Doppelhaushälfte am Hardtfeld, in der seitdem die Meißners wohnen.

Sonderlich weit waren die Lastwagen nicht unterwegs, die Familie hatte auch vorher schon in einem Haus in der Kreisstadt gewohnt. Aber die moderne Bauweise, der größere Garten und die Garage seien im neuen Zuhause einfach besser. „Wir bekommen oft Besuch und da ist mehr Platz natürlich von Vorteil.“

In Weilheim gefalle es der Familie sehr gut: „Es ist eine tolle Gegend und der Freizeitwert ist hier sehr hoch. Man muss nicht extra nach München fahren, man hat hier alles“, so Meißner. Auch „die Berge vor der Haustür“ findet der Familienvater toll.

Er arbeite in Greiling (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Das kann man schon fahren, so weit ist das nicht. „Manchmal mache ich aber auch Home-Office – heute zum Beispiel“, sagt er und lacht.

Baugebiet am Hardtfeld: Die Bauarbeiten zum geplanten Spielplatz haben noch nicht begonnen

Wenn es wirklich was zu meckern gäbe an diesem neuen Wohngebiet hier am Hardtfeld, dann dass die Bauarbeiten zum geplanten Spielplatz noch nicht mal begonnen haben. Auch die Stadt tut sich nicht immer leicht damit, geeignete Firmen zu finden, heißt es dazu beim Weilheimer Bauamt. Aber irgendwann kann der kleine Leon in der Nachbarschaft spielen, da sind sich alle sicher.

Auch Susanna Mitzkus wohnt mit ihrer Familie im Neubaugebiet am Hardtfeld. Angefangen zu bauen haben sie Anfang des Jahres – nach zwei langen Jahren Planung. Anfang September ist sie endlich mit ihrem Mann Stefan, den Kindern Nomi und Arthur und Hund Nockerl in das neue Haus eingezogen.

Zuvor wohnte die Familie in einer Wohnung in der Weilheimer Innenstadt. Aber dann erbte ihr Mann das Grundstück am Hardtfeld und die Familie baute. Jetzt freut sie sich, dass nach und nach in der Nachbarschaft Leben einzieht.

Baugebiet am Prälatenweg: Viel ist noch nicht zu sehen

Im Gegensatz dazu ist das Baugebiet am Prälatenweg noch sehr unscheinbar. Geteerte Straßen mit Laternen, Wiesen und ein großes Schild, das auf das neue Baugebiet hinweist – viel mehr ist noch nicht zu sehen. 

Für die Erschließung des Gebiets und die Planung des Tiefbaus ist Markus Schmidbauer vom Ingenieurbüro „Ott, Sobotta, Schmidbauer“ von der Firma „BayernGrund“ beauftragt worden. Die Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet hätten Ende letzten Jahres begonnen, sagt der Abteilungsleiter „Erschließungsträgerschaften und Städtebauliches Projektmanagement“ von „BayernGrund“, Harald Baumann.

Baugebiet am Prälatenweg: Häuserbau kann beginnen

Die Firma Strommer aus Schongau hat bis jetzt die Tiefbauarbeiten erledigt. Nun kann es mit dem Bau der Häuser losgehen. Vorher muss allerdings die Stadt noch die Erschließungsarbeiten abnehmen. Das soll allerdings demnächst passieren.

Viele warten ungeduldig, aus dem Stadtbauamt heißt es, „fünf bis zehn Bauanträge wurden bereits gestellt.“ Dann können sich auch hier Familien wie am Gögerl und Am Hardtfeld ihren Traum vom eigenen Haus endlich erfüllen.

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