1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Weilheim

Weilheim: Debatte um Hallenbad-Zukunft

Erstellt:

Von: Sebastian Tauchnitz

Kommentare

Gut besucht war der Workshop der TSV-Schwimmer zur Zukunft des Weilheimer Hallenbades.
Gut besucht war der Workshop der TSV-Schwimmer zur Zukunft des Weilheimer Hallenbades. © TSV Weilheim

Die Abteilung Schwimmen des TSV Weilheim hatte dieser Tage zu einem Workshop über die Zukunft des Hallenbades in Weilheim eingeladen. Diese steht allerdings immer noch in den Sternen.

Landkreis – Eingeladen zu der Veranstaltung seien Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Weilheims Bürgermeister Markus Loth gewesen, schreibt Heike Grosser im Anschluss an die Veranstaltung an die Heimatzeitung. Zumindest Loth nahm auch teil und brachte mehrere Mitarbeiter der Verwaltung mit. Marc Lehmann von der Wasserwacht habe einen Impulsvortrag gehalten, heißt es weiter. Dabei beschrieb er, dass 84 Flusskilometern und 80 Seen im Landkreis eine stetig wachsende Zahl an Nichtschwimmern gegenüberstehe.

Eine Entwicklung, die nicht nur er mit Besorgnis sehe, weswegen Lehmann appellierte, keine weiteren Hallenbäder mehr zu schließen. Bei den Teilnehmern habe Einigkeit bei der Frage geherrscht, dass das Hallenbad auch in Zukunft benötigt wird.

Stadt trägt aktuell 59 Prozent der Kosten

Der Knackpunkt an der Sache ist aber, dass das Weilheimer Hallenbad dem Landkreis gehört. Die Finanzierung der defizitären Einrichtung teilen sich die Stadt und der Landkreis. Die Stadt trägt, wie im Rahmen der Veranstaltung gesagt wurde, aktuell 59 Prozent der Kosten, der Landkreis 41 Prozent.

Und eben diese Entwicklung ist einem Teil der Kreisräte ein Dorn im Auge. Denn diese Form der Kooperation zwischen Landkreis und Stadt ist ziemlich einzigartig – nicht nur im Landkreis. Im Regelfall errichten die Städte und Gemeinden die Hallenbäder und betreiben diese selbst. Die Landkreise mieten sich dann stundenweise für den Schwimmunterricht der Schulen in ihrer Trägerschaft ein. Auch in Penzberg, wo gerade ein neues Familienbad errichtet wird, beteiligt sich der Landkreis nicht an den Investitionen.

Neubau-Varianten würden bis zu 30 Millionen Euro kosten

Nun stehen im Hallenbad in Weilheim in Zukunft immense Investitionen für eine umfangreiche Sanierung oder einen Neubau an. Im vergangenen Jahr gab es dazu bereits eine gemeinsame Sitzung von Hauptausschuss der Stadt und Kreisausschuss des Kreistags. Dabei wurden verschiedene Varianten vorgestellt, die bis zu 30 Millionen Euro kosten würden. Das allerdings zur Unzeit: Dem Landkreis geht zunehmend das Geld aus. Die Schuldenlast wächst, die Einnahmen wachsen nicht im gleichen Maße mit. Deswegen wurde hinter verschlossenen Türen im Rahmen der Klausurtagungen des Kreistages auch darüber gesprochen, welche Investitionen sich der Landkreis in Zukunft überhaupt noch leisten kann. Dass das Hallenbad in Weilheim, das nicht zu den Pflichtaufgaben des Landkreises gehört, dazu gehört, darf bezweifelt werden. Ein Indiz dafür dürfte auch sein, dass der Landkreis der Veranstaltung der TSV-Schwimmer fernblieb.

Diese und ihre Gäste wollen aber weiter für den Erhalt und die Zukunft des Weilheimer Hallenbades kämpfen. Eine Arbeitsgruppe, zu der auch der Sportreferent der Stadt Weilheim, Tillman Wahlefeld, gehört, will nun, wie Heike Grosser weiter berichtet, damit anfangen, Finanzierungsmodelle für einen möglichen Neubau auszuloten. Denn dieser braucht einigen Vorlauf. So lange soll das bestehende Hallenbad, das in den vergangenen Jahren immer wieder ertüchtigt wurde, noch durchhalten.

Besucher hatten viele Anregungen

Dabei sollen unter anderem Fördermöglichkeiten, das Engagement von Stiftungen und der Bürger geprüft werden. Auch die Bildung eines Zweckverbandes mit Landkreis, Stadt und den umliegenden Gemeinden soll geprüft werden. Wer sich an der Arbeitsgruppe beteiligen möchte, könne sich bei der Abteilung Schwimmen des TSV melden, schreibt Grosser weiter an die Heimatzeitung.

Bei der Veranstaltung ging es freilich nicht nur um die großen Probleme der Zukunft, sondern auch um ganz kleine, praktische Wünsche, die die Nutzer der Halle äußerten. Da kamen unter anderem eine abgetrennte Schnellschwimmbahn im öffentlichen Badebetrieb und eine Ausweitung der Öffnungszeiten zur Sprache. Auch die Einführung eines Jahrestickets wurde angeregt sowie Vergünstigungen für Schwimmtrainer, die während des Vereinsschwimmens nur am Beckenrand stehen.

Auch interessant

Kommentare