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Stadtrat informiert über mögliche Trassen für Weilheimer Umfahrung - und 750 Besucher kommen

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Von: Magnus Reitinger

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Zwei Trassen im Westen, zwei im Osten und eine Tunnellösung: In einer Sondersitzung des Weilheimer Stadtrats hat das Staatliche Bauamt die Varianten für eine Umfahrung präsentiert. 750 Zuhörer waren dazu in die Stadthalle gekommen.

Weilheim – Wohl keine Stadtratssitzung in Weilheims Geschichte hatte je so viele Besucher. „Schön, dass das Interesse so groß ist“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW) am Montagabend in der randvollen Stadthalle, wo viele Zuhörer sogar zweieinhalb Stunden stehen mussten. Eigentlich war die Sitzung sechs Tage früher anberaumt gewesen – im Rathaus. Die Bürgerinitiative „Heimat 2030“ hatte eine Verlegung in die Stadthalle gefordert, Loth sich dazu aber erst auf Nachfrage unserer Zeitung entschieden; dafür musste der Termin verschoben werden.

Für die „Zwischenergebnisse“, die das Staatliche Bauamt vorstellte, war es damit keineswegs zu spät, denn Vieles in puncto „Ortsumgehung B 2 Weilheim“ ist noch offen. Klar ist laut Behördenchef Uwe Fritsch aber der Auftrag des Bundes, „dieses Projekt zu verwirklichen“. Der Bund ist der Träger und hat letztlich das Sagen. Doch „die Belange der Stadt Weilheim haben ein ganz besonderes Gewicht bei der Abwägung der Varianten und auch bei der späteren Realisierung“, betonte Fritsch: Ohne „eindeutige Positionierung der Stadt und starken Rückhalt“ würde das Projekt, das durch die Aufnahme im „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans 2030 quasi „Gesetz“ wurde, nicht die nötige Dynamik entwickeln. Der Stadtrat müsse deshalb beizeiten eine Entscheidung treffen, so Fritsch, der Bund realisiere „kein Projekt gegen ausdrücklichen Willen“ der betroffenen Kommune.

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Das sind – in Rot – die fünf Varianten einer Umfahrung Weilheim, die näher untersucht werden: (v.l.) die „ortsfernen Westumgehungen“ (in zwei Varianten), der Zentrums-Tunnel, die „ortsnahe Ostumgehung“ und die „ortsferne Ostumgehung“. © Staatliches Bauamt

Für die Entscheidung habe die Stadt Zeit. Im Frühjahr 2019 sollen die Voruntersuchungen – der Freistaat Bayern investierte dafür laut Fritsch bereits über 500 000 Euro – abgeschlossen sein. Dann könne man alle Zahlen und Fakten zu den verbliebenen Varianten vorlegen, „dann beginnt die Diskussion“, so Fritsch. Eine Vorzugsvariante wolle das Bauamt bis dahin noch nicht festlegen.

Die Stadt werde sich ab Frühjahr Zeit nehmen für die Diskussion, es werde eine eigene Bürgerversammlung geben und eine Broschüre an alle Haushalte verschickt, sagte Loth: „Wir wollen einen ernsthaften Dialog mit der Bürgerschaft.“

Zugleich betonte der Rathaus-Chef am Montag bereits, dass Weilheim eine Entlastungsstraße brauche: Die Einfallsstraßen seien an ihrer Kapazitätsgrenze, der Anteil des Durchgangsverkehrs betrage insgesamt 34, bei Lastwagen sogar 59 Prozent (wobei Loth auf die niedrigeren Prognosen des Verkehrsgutachtens für eine tatsächliche Entlastung nicht einging), und Weilheim ziehe als Oberzentrum „täglich Autoverkehr in die Stadt“. Unabhängig vom möglichen Verlauf biete eine Entlastungsstraße laut Loth „die große Chance, die enormen Verkehrsmengen im Weilheimer Stadtgebiet zu reduzieren, bestehende Verkehrsengpässe aufzulösen und den überörtlichen Verkehrsfluss zu optimieren“.

Das Staatliche Bauamt hat „neun Hauptvarianten mit zahlreichen Untervarianten“ untersucht – und daraus folgende fünf mögliche Umfahrungstrassen herausgefiltert, die in den kommenden Monaten nun „genauer betrachtet“ werden:

Unter den Varianten, die das Bauamt bereits ausgeschlossen hat und nicht weiter verfolgt, waren unter anderem „ortsnahe Westumgehungen“ (für die laut Lenker Wohnbebauung an der Tankenrainer Straße umgesiedelt werden müsste) sowie Untertunnelungen der bestehenden B 2 oder der Krottenkopf- und Römerstraße in Deckelbauweise. Für Letztere sei schlicht zu wenig Platz, außerdem müsste die B 2 in diesem Fall während der Bauzeit – zwei bis drei Jahre lang – komplett gesperrt werden.

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