Bald Baugebiet: die Wiese zwischen Schießstattweg und Schmuzerstraße in Weilheim. Der Kran auf diesem Bild hat noch nichts mit diesem Projekt zu tun.
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Bald Baugebiet: die Wiese zwischen Schießstattweg und Schmuzerstraße in Weilheim. Der Kran auf diesem Bild hat noch nichts mit diesem Projekt zu tun.

Protest von Anwohnern

Weilheim: Unmut wegen Neubauplänen an der Ammer

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Die geplante Bebauung der großen Wiese zwischen Schießstattweg und Schmuzerstraße schlägt Wellen. Dabei stoßen dem Stadtbauamt einige Vorwürfe von Anwohnern sauer auf. Der Stadtrat hat den vorgestellten Entwurf unterdessen einstimmig abgesegnet.

  • Sechs Wohnblöcke sollen laut Projekt-Entwurf auf einer Wiese an der Ammer gebaut werden
  • Doch Anwohner halten diese Planung für zu dicht und zu hoch
  • Das Stadtbauamt konterte im Stadtrat jetzt mit einem Vergleich

Weilheim – Insgesamt sechs Wohnblöcke mit jeweils drei bis vier Stockwerken will ein Weilheimer Bauträger auf der freien Wiese direkt an der Ammer errichten. Kurz nachdem unsere Zeitung vor zehn Tagen über den ersten Projektentwurf berichtete, der im Bauausschuss des Stadtrates vorgestellt – und für gut befunden – wurde, gingen bereits Protestschreiben aus der Nachbarschaft im Rathaus ein. Deshalb betonte Bürgermeister Markus Loth (BfW) in der jüngsten Stadtratssitzung, dass es sich vorerst „nur um ein Konzept“ handle: Details seien darin noch nicht festgelegt, „die Bauleitplanung geht jetzt erst los“.

Stadtbauamt verwahrt sich gegen Vorwürfe

Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, verwahrte sich in der öffentlichen Sitzung gegen Vorwürfe in Bürger-Briefen, dass der Bauträger eine Vorzugsbehandlung erfahre. Man habe Anträge „rein objektiv zu beurteilen“, erklärte Stork. Zudem habe das Stadtbauamt klare Vorgaben gemacht, die in den Entwurf bereits eingearbeitet worden seien: „Der Vorschlag des Investors hätte anders ausgesehen.“

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Insbesondere die Einwände der benachbarten Maro-Genossenschaft gegen die vorgesehenen Gebäudehöhen und die Bau-Dichte in dem Neubauquartier wies Stork scharf zurück. Maro selbst habe bei ihren Gebäuden vier Vollgeschosse realisiert und auf dem knapp 2200 Quadratmeter großen Grundstück somit eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,007 erreicht. Auf dem Nachbar-Areal mit seinen knapp 9400 Quadratmetern werde sich laut jetzigem Konzept eine GFZ von 0,857 ergeben. Auch Klagen der Maro-Hausgemeinschaft, dass in dem Viertel schon jetzt „ein Kampf um Parkplätze in der Straße“ herrsche, hielt Stork für unangebracht: Denn Maro bewege sich, was eigene Stellplätze betrifft, „auf allerunterstem Level“.

„Kann einen gewissen Unmut der Verwaltung verstehen“

Dass Anwohner bei Neubauprojekten das Recht auf Einwendungen haben, sei gut und richtig, befand BfW-Fraktionssprecherin Brigitte Holeczek: „Aber im Moment ist es etwas viel, deshalb kann ich einen gewissen Unmut der Verwaltung verstehen.“ Holeczek betonte, dass auf solchen Freiflächen in der Stadt prinzipiell Baurecht gemäß der umliegenden Bebauung bestehe. Genau das werde in diesem Fall umgesetzt. Und zwar gut umgesetzt, wie ihr BfW-Kollege Claus Reindl meinte: Ihm gefielen zum Beispiel die „aufgelockerte Bebauung“, die geplante Grünfläche in der Mitte und die „guten Fahrrad-Abstellmöglichkeiten“.

„Wir werden wachsen, ob wir wollen oder nicht“

Horst Martin (SPD) fand positiv, dass ein Bauträger das gesamte Projekt realisiere – was gemäß „SoBoN-Regelung“ mehr sozial vergünstigte Wohnungen bringe. „Wir werden wachsen, ob wir wollen oder nicht“, so verwies auch Martin auf das bereits bestehende Baurecht. Wegen der Einwände gegen die Gebäudehöhen schlug der SPD-Vertreter vor, möglichst früh ein anschauliches Modell des Projekts zu erstellen. Alfred Honisch (Grüne) erklärte, dass die Anlieger im nun erst beginnenden Verfahren ausreichend Gelegenheit hätten, „ihre Bedenken zu äußern“. Und er versicherte: „Der gute Wille von unserer Seite ist da, das optimal zu bebauen.“

Der Stadtrat hat das vorgelegte Planungskonzept sodann einstimmig beschlossen – und mit einem zweiten einmütigen „Ja“ gleich die Aufstellung eines Bebauungsplanes auf den Weg gebracht.

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