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Das Jugendhaus „Come In“ an der Pütrichstraße. 

Jugendhaus feiert 10-Jähriges 

Viel Grund zum Feiern im „Come In“

 Freizeitangebote und Hilfe für junge Leute: Von der Arbeit im Weilheimer Jugendhaus „Come In“ ist auch der Stadtrat begeistert. Nun wird das Zehnjährige gefeiert.

Weilheim – Voll des Lobes waren Weilheims Stadträte, nachdem ihnen in der jüngsten Sitzung vom „aktuellen Geschehen im ,Come In’“ berichtet worden war. Uta Orawetz (CSU) fand „beeindruckend, was dort seit vielen Jahren auf die Beine gestellt wird“. Er sei regelmäßig „begeistert vom Engagement des Teams und den kreativen Ideen“, sagte 2. Bürgermeister und Jugendreferent Horst Martin (SPD). Und Tillman Wahlefeld (BfW), der ebenfalls dem Kuratorium des Jugendhauses angehört, hatte nur einen Wunsch: „Noch mehr Jugendliche aus Realschule und Gymnasium“ – diese Schularten sind bei den Besuchern traditionell unterrepräsentiert – sollten das „Come In“ kennenlernen und sehen, „dass da was richtig Sinnvolles passiert und dass es sich lohnt, da mal hinzugehen“.

Auch Stadtjugendpflegerin Karin Hinzpeter-Gläser, die für die erkrankte Jugendhaus-Leiterin Nina Hofmann den Bericht vortrug, bescheinigte der Einrichtung „exzellente Arbeit“. Neben Freizeitangeboten wie Billard, Kicker, Tischtennis, Konsolen- und Brettspielen gebe es zum Beispiel ein Tonstudio, in dem Jugendliche selbst Musik produzieren und aufnehmen können, und – neu – einen Fitnessraum, die „Muckibude“. Zudem werde regelmäßig gemeinsam gekocht. Und selbstverständlich helfen die drei Hauptamtlichen (zwei Erzieher und eine Sozialpädagogin), die zusätzlich von einem Berufspraktikanten unterstützt werden, den Jugendlichen beispielsweise bei Bewerbungen, stehen für Beratungs- oder Krisengespräche zur Verfügung.

Projekt für straffällig gewordene Jugendliche

Eine Besonderheit des Hauses ist das Projekt „Kreatives Arbeiten anstatt Sozialstunden“ (KrASs): Jugendliche, die eine Straftat begangen haben und Sozialstunden ableisten müssen, verrichten unter Anleitung der Sozialpädagogin Nina Hofmann gemeinnützige Arbeiten im Haus; in Gesprächen werde dabei „oft auch die Tat aufgearbeitet“, erklärte Hinzpeter-Gläser. 18 Jugendliche nutzten diese Möglichkeit bisher.

Bei allen Veranstaltungen im „Come In“ – etwa der Konzertreihe „Bühne sucht Künstler“ – sind die jungen Besucher aktiv mit eingebunden. Einige Projekte in den vergangenen Monaten waren eine „Interkulturelle Woche“ mit Ausstellung und Film, die U-18-Wahlen, auch bei der „Weilheimer EntdeckerTour“ gab es Angebote des Jugendhauses, das zentral an der Pütrichstraße liegt. Und über die Sommerferien wurde eine Graffitiwand eingerichtet, auf der Jugendliche legal sprühen können.

„Basis für gute Integration“

„Wir haben da wirklich ein ganz tolles Haus in der Mitte von Weilheim geschaffen, das sehr gut frequentiert wird und sich vom Standort her sehr bewährt hat“, so das Resümee von Stadtjugendpflegerin Hinzpeter-Gläser. Dem schloss sich der gesamte Stadtrat an. Sie fahre oft am „Come In“ vorbei, sagte CSU-Fraktionssprecherin Marion Lunz-Schmieder, und habe „noch nie erlebt, dass es dort aggressive Stimmung gäbe oder die Umgebung verschmutzt wäre“. Zudem zollte sie den Jugendlichen großes Lob, „dass sie sehr pfleglich mit dem Räumlichkeiten umgehen“. Für Stadträtin Susann Enders (Freie Wähler) wird in dem Jugendhaus „die Basis für gute Integration“ gelegt: „Dort wird jeder herzlich empfangen und so genommen, wie er ist. Daran könnte sich, glaube ich, die ganze Gesellschaft ein Beispiel nehmen.“

Wer sich selbst ein Bild davon machen will, hat am Freitag, 16. November, Gelegenheit dazu. Dann wird ab 16 Uhr das zehnjährige Bestehen des „Come In“ gefeiert; dabei gibt es auch Führungen und abends ab 20 Uhr ein Konzert mit der jungen Peißenberger Bluesrock-Band „Under Attic“. Das auffällige, modern gestaltete blaue Haus an der B 2 war im November 2008 eröffnet worden. Zuvor gab es in Weilheim 32 Jahre lang ein Jugendzentrum am Leprosenweg

Von Magnus Reitinger

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