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Vorerst keine Förderung von E-Lastenrädern in Weilheim

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Vater und Sohn fahren mit Elektro-Lastenrad
Vater und Sohn sind hier gemeinsam mit einem  Elektro-Lastenrad unterwegs. Nach Weilheim wird eine Förderung für E-Lastenräder vorerst allerdings nicht kommen. © dpa / Claus Völker

Der Hauptausschuss war sich einig: Die Förderung des Fahrradverkehrs und der E-Lastenräder ist wünschenswert. Nur den Weg dorthin sehen die Fraktionen unterschiedlich.

Weilheim – Die BfW hatte beantragt, den Kauf von zulassungs- und versicherungsfreien Elektro-Lastenrädern, die mehr Ladevolumen und Gewicht als ein herkömmliches Fahrrad aufnehmen können, zu unterstützen. Gedacht war von den Initiatoren an ein Budget von 30 000 Euro, aus dem es pro Anschaffung 1000 Euro geben sollte, insofern diese in Weilheim und über mindestens drei Jahre genutzt werde. Dabei war nicht nur der private Gebrauch, sondern explizit auch der gewerbliche Einsatz gemeint.

Kämmerer Christoph Scharf hatte zu bedenken gegeben, dass der Hauptausschuss über ein Budget in dieser Höhe nicht entscheiden könnte, sondern dass der Stadtrat zuständig sei. Stefan Frenzl vom „Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus“ erläuterte, dass mehrere Städte Programme zur Förderung der Elektromobilität aufgelegt hätten. Darunter Wolfratshausen, wo nicht nur E-Lastenräder, sondern auch E-Mobile, Pedelecs und Lastenanhänger förderfähig seien. Außerdem würden dort MVV-Tickets und das Abwracken von Fahrzeugen, die mindestens zehn Jahre alt sind, gefördert.

Ausschussmitglieder hatten Bedenken - auch wegen fehlender sozialer Aspekte 

Auch wenn sich der Hauptausschuss einig war, den Fahrradverkehr fördern zu wollen, hatten viele Ausschussmitglieder Bedenken. So fehlte dritter Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU) ein sozialer Aspekt, wenn nur maximal 30 Bürger in den Genuss dieser Förderung kommen könnten und andere E-Fahrzeuge oder Fahrradanhänger ausgeschlossen seien. Dem schloss sich in weiten Teilen Ingo Remesch (SPD) an. Er bezweifelte auch die Überprüfbarkeit der dreijährigen Nutzung und stellte die Frage, warum nur E-Lastenräder: „Das müssen eh Leute sein, die es sich leisten können.“ Laut Tillman Wahlefeld, Eigentümer eines Zweiradladens, liege der Preis zwischen 3500 und 6000 Euro.

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Als unzulässig bezeichnete Marion Lunz-Schmieder den Antrag, da er keinerlei Deckungsvorschläge enthalte, was laut Geschäftsordnung des Stadtrats vorgeschrieben sei. Eckart Stüber (Grüne) kam der Antrag bekannt vor, er habe bereits 2018 einen solchen Vorstoß gemacht, der damals als „seiner Zeit voraus“ bezeichnet worden sei. Auch Walter Weber (FW) hatte seine liebe Not mit der sehr speziellen Förderung und wünschte sich eine breitere Fächerung, die nicht nur E-Mobilität betreffe.

Von Bianca R. Heigl

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