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Weilheim: Wie weiter umgehen mit Spazierwegen am Ammerdamm oder in Unterhausen?

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Von: Magnus Reitinger

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Viel genutzt ist der Weg, der von hier in den Unterhausener Auwald führt.
Viel genutzt ist der Weg, der von hier in den Unterhausener Auwald führt. © Ruder

Es sind viele Wege-Kilometer, die die Stadt Weilheim in Schuss hält, obwohl sie ihr zum Teil noch nicht mal gehören. Wie weiter damit umgehen? Das war jetzt die Frage im Bauausschuss – etwa für Geh- und Radwege am Ammerdamm oder für die Spazierwege im Unterhausener Auwald.

Weilheim – Seit einigen Monaten leitet Monika Pierson die Abteilung Tiefbau im Weilheimer Stadtbauamt – und hat dabei unter anderem die Aufgabe, all die Vorgänge im Verantwortungsbereich dieser Abteilung neu zu erfassen. Ein ziemlich großer Brocken beschäftigte in diesem Zuge nun auch den Bauausschuss des Stadtrates: nämlich die Frage, ob die Stadt weiter für den Unterhalt und die Verkehrssicherheit verschiedener Wege sorgen soll, die gar nicht ihr selbst gehören – die aber zum Teil durchaus wichtig sind für die Bürger. Und solche gibt es nicht zu knapp in und um Weilheim, ob Geh- und Radwege am Ammerdamm oder auch verschiedene nicht ausgebaute Feld- und Waldwege.

Beschilderungen zurücknehmen?

Mögliche Lösungen skizzierte Pierson nun in der Dezember-Sitzung des Bauausschusses: Man könnte sich künftig auf einige geeignete Geh- und Radwege beschränken, was teils auch bedeuten würde, Beschilderungen und Angaben in Landkarten zurückzunehmen. Oder die Stadt gibt Wege offiziell frei, intensiviert den Unterhalt und erhöht auch das nötige Budget dafür.

Eine Reduzierung kam für den Ausschuss nicht in Frage: Die Stadt, so der einstimmige Grundsatzbeschluss, solle den Unterhalt „wie bisher weiterführen“, nähere Details dazu sind allerdings noch auszuarbeiten. Beispielsweise seien die Wege am Ammerdamm durch die jüngsten Bauarbeiten „teils stark in Mitleidenschaft gezogen“, erklärte Rupert Pentenrieder (BfW), der Stadtratsreferent für städtisches Grün, Landwirtschaft und Forsten sowie unbebaute Grundstücke im Außenbereich. Deshalb müssten das Wasserwirtschaftsamt und der Freistaat eigentlich „für die Sanierung sorgen und die Wege wieder anständig zur Verfügung stellen“. Man könne das Gespräch mit dem Freistaat suchen, meinte Pierson dazu. Das Problem sei allerdings, dass die genannten Wege für diesen nur Wirtschaftswege seien – für die geringere Anforderungen gelten als etwa für Radwege.

Biber im Auwald in Unterhausen

Auf „sichere Beine stellen“ müsse die Stadt auch die Pflege einiger Feld- und Waldwege, betonte Pentenrieder: Das sei „ein großes Thema“, es gehe dabei „um viele Kilometer, oft weit draußen“. Und 30 Jahre nach der Flurbereinigung seien diese Wege zum Teil sanierungsbedürftig. CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder mahnte an, „dabei die Eigentümer nicht völlig aus der Verantwortung zu nehmen“, sondern sie „dort, wo es Sinn macht, einzubeziehen“.

Eine klare Entscheidung traf der Bauausschuss für den Auwald in Unterhausen. Dort gehören die von vielen Spaziergängern genutzten Feld- und Waldwege dem Wasserwirtschaftsamt. Viel Pflege sei für dessen Zwecke jedoch nicht nötig, erläuterte Pierson – weshalb seit jeher die Stadt Weilheim (per Dauerauftrag an die Stadtwerke) für den Unterhalt und auch für Bauwerke wie kleine Brücken sorge. Nun seien größere Maßnahmen nötig, zumal „der Biber den Bereich für sich entdeckt hat“, wie Pentenrieder sagte. Aktuell würde eine Kiesaufschüttung auf rund 30 Meter helfen; die sei aber „relativ teuer, weil man nicht hinfahren kann“.

„Dieses Gebiet ist fantastisch“

Gerd Ratter (ÖDP) warb im Bauausschuss als einziger dafür, diesen Weg langsam aufzulassen und an Biber und Natur „zurückzugeben“: Es sei „nicht so wichtig, dass man da einen jederzeit begehbaren Weg hat“. Die Stadt solle auf einem Schild darauf hinweisen, „dass sich durch Biber die Verhältnisse geändert haben und kein Unterhalt mehr erfolgt“. Das sahen alle anderen Ausschuss-Mitglieder jedoch anders und entschieden, die Pflege wie bisher weiterzuführen – selbstverständlich ohne „Biber-Entnahme“, wie betont wurde.

„Dieses Gebiet ist fantastisch“, sagte Alfred Honisch (Grüne), es biete vor allem für Kinder „Abenteuer pur“. Auch Rupert Pentenrieder hatte gebeten, „den Weg auf keinen Fall aufzugeben“: Denn dieser sei von Kindergartengruppen, Spaziergängern und Freizeitsportlern stark frequentiert. Dank vieler Erneuerungen in den vergangenen Jahren sei der Weg im Grunde auch „in Top-Zustand“ – von den Biber-Schäden abgesehen. Die Reparatur der letzteren müsse eigentlich aus dem „Biberfonds“ des Landkreises bezahlt werden, forderte Pentenrieder. Das soll mit den beteiligten Behörden besprochen werden.

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