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Weilheim: Weiter Widerstand gegen neue Gewerbeflächen am Leprosenweg

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Von: Katrin Kleinschmidt

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Wo bislang der Mähdrescher fuhr, soll das Gewerbegebiet Leprosenweg erweitert werden.
Wo bislang der Mähdrescher fuhr, soll das Gewerbegebiet Leprosenweg erweitert werden. © privat (Archiv)

Zu hoch, zu laut, zu groß: Gegen die Pläne, das Gewerbegebiet Leprosenweg nach Norden zu erweitern, gibt es weiter Widerstand. Das zeigte sich im Weilheimer Bauausschuss - wo jetzt 19 Stellungnahmen präsentiert wurden, die zu den Planungsunterlagen bei der Stadt eingingen.

Weilheim - Zuletzt hatte das Thema im September vergangenen Jahres auf der Tagesordnung des Stadtrats gestanden. Schon da war klar, dass die Erweiterung um rund 25.000 Quadratmeter vor allem von Anliegern kritisch gesehen wird. Unter anderem Bewohner der Kohlwinklstraße hatten das Ausmaß der Pläne kritisiert. Ihre Grundstücke sind teilweise nur durch die Bahnlinie vom Gewerbe-Areal getrennt. Rund 60 Unterschriften hatten die Anlieger bis August vergangenen Jahres gegen das Vorhaben gesammelt.

Nach der erneuten Auslegung gingen nun sieben Schreiben aus der Öffentlichkeit ein. Darin wurden ähnliche Dinge kritisiert. Die Schreiber befürchten unter anderem zu hohe Lärm- und Emissionswerte. Zudem wünschen sie sich niedrigere Wandhöhen und eine kleinere bebaubare Fläche. Bauamtsmitarbeiter Stefan Kirchmayer sagte dazu im Bauausschuss, dass die Vorschriften des Immissionsschutzgesetzes eingehalten werden würden. Die zulässige Gebäudehöhe orientiere sich ebenfalls an der Umgebung und rechtlichen Vorgaben. Sie war zudem bereits im vorigen Jahr reduziert worden – von ursprünglich 11,70 auf 10,80 Meter.

Zudem wurde kritisiert, dass 70 Prozent der ausgewiesenen Fläche bebaut werden dürfen. Einer der Schreiber wünscht sich die Reduzierung auf 60 Prozent. Laut Kirchmayer müsse das nicht sein – denn zulässig seien für solch ein Gewerbegebiet sogar 80 Prozent. Vereinzelt wurde auch das vorgelegte Artenschutzgutachten angezweifelt, wozu es laut Kirchmaye keinen Anlass gebe.

Doch nicht nur die Öffentlichkeit nutzte die Chance, ihre Meinung zum Vorhaben abzugeben. Auch mehrere Behörden, der Bund Naturschutz, die Deutsche Bahn, die IHK sowie die Telekom schickten Stellungnahmen. Ein paar Anregungen davon griff das Weilheimer Bauamt auf. So soll auf Wunsch des Landratsamtes das schalltechnische Gutachten überprüft werden. Zudem soll die Berechnung der Ausgleichsmaßnahmen überarbeitet werden – sie stimme laut Landratsamt nicht. Und die Löschwasserversorgung sowie die Zufahrt für die Feuerwehr sollen geprüft werden.

Ausschussmitglied Horst Martin (SPD) nahm zudem die Idee auf, Photovoltaikanlagen auf dem gesamten Dach zuzulassen. Einstimmig befürwortete das Gremium diesen Vorschlag. Und auch die vom Bauamt vorgesehene Höhenentwicklung bekam den Segen. Ebenso wie die sonstigen Abwägungen des Bauamts. Letztlich muss aber der Stadtrat entscheiden, welche der Einwände im Bebauungsplan berücksichtigt werden. Dann muss der Plan erneut ausgelegt werden.

Ein bisschen verwundert äußerte sich zudem Alfred Honisch im Gremium. Er war kurz vor der Sitzung an der künftigen Gewerbefläche vorbeigefahren. „Warum wird da schon gearbeitet?“, fragte der Grünen-Abgeordnete. Kirchmayer wusste die Antwort: „Die Eidechsen müssen umgesiedelt werden, das geht nur zu bestimmten Zeiten. Man schafft ihnen Möglichkeiten, ins Biotop zu wandern“, so der Bauamtsmitarbeiter. „Das Landratsamt hat zugestimmt. Es ist im Interesse des Naturschutzes.“  

Der Bebauungsplan

ist am Donnerstag, 20. Mai, erneut Thema im Weilheimer Stadtrat: ab 18.30 Uhr in der Stadthalle.

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