Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: RKI zieht Konsequenz und macht Insel jetzt zum Risikogebiet

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Michael Öfele an den Russel Falls in Tasmanien.

Ehemaliger Lehrer am Weilheimer Gymnasium

Weltreise auf dem Fahrrad: Corona-Krise zwingt Michael Öfele zur Pause

  • Stephanie Uehlein
    vonStephanie Uehlein
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Bei seiner Weltreise mit dem Fahrrad, die sechs Jahre dauern soll, sitzt Michael Öfele derzeit wegen der Corona-Krise in Neuseeland fest. Von der Polizei war der ehemalige Lehrer am Gymnasium Weilheim aufgefordert worden, zu seiner Gastgeberfamilie in Dunedin zurückzukehren. Dort hält sich der 44-Jährige nun auf.

Weilheim – „Seit 14. April gibt’s keine Rückflüge mehr nach Deutschland, das heißt ich bin am anderen Ende der Welt komplett von der Außenwelt abgeschottet“, schrieb Öfele am vergangenen Freitag per E-Mail an die Heimatzeitung. „Hätt’ ich mir vorher nie träumen lassen, dass der Spruch ,Die Welt ist durch das Fliegen ja so klein geworden’ einmal nicht mehr gilt.“

Wie es für ihn genau weitergeht, weiß der Weltenbummler nicht, aber er teilte mit: „Nachdem mein Visum automatisch bis Ende September verlängert wurde, werde ich hier auf Neuseeland bleiben, bis sich hoffentlich eine Möglichkeit ergibt, nach Südostasien weiterzureisen.“ Der 44-Jährige hofft nun, dass der „Lockdown“ nicht verlängert wird – die Entscheidung darüber falle am heutigen Montag.

Per Fahrrad durch Südostaustralien

Was er auf seiner Etappe durch Südostaustralien erlebte, ehe er nach Neuseeland kam, schildert Öfele in seinem jüngsten Reisebericht. Auf der „monotonen Küstenstraße, die so weit vom Meer entfernt war, dass es nur am latenten Rauschen wahrnehmbar war, galt es, die bis zu 100 Kilometer langen Abschnitte ohne jegliche Wasserversorgung zu überwinden“, so Öfele über seine Route südlich von Adelaide. „So gönnte ich mir eine wohlverdiente Regenerationspause im feinen Städtchen Mount Gambier mit betontem ,English style’ und dem surrealistisch wirkenden Blue Lake.“ Beim Blue Lake handelt es sich um tiefblauen See inmitten eines Vulkankraters.

Im Nachbarstaat Victoria besuchte der Weltreisende ein Naturidyll im „Tower Hill Wildlife Reserve“ mit munter umherhüpfenden Wallabys (Mini-Kängurus) und Koalas, „die regungslos auf nicht allzu komfortablen Ästen sitzen und nachts brüllen, als wären sie ganz besonders gefährliche Monster(chen)“, so Öfele.

Entlang der Küste folgte der 44-Jährige der Great Ocean Road mit Aussichtspunkten auf die circa 100 Meter hohen, senkrecht abfallenden Klippen, die bei Sonnen-auf- und -untergang orange-rot leuchten.

Nach über 4000 Kilometern auf dem von Buschfeuern heimgesuchten australischen Kontinent bekam der Globetrotter dann einen Eindruck vom verheerenden Ausmaß der Katastrophe, als ihm Rauch die Sicht vernebelte. Er war, wie er berichtet, mit orangefarbener Warntafel, neongelber Leuchtweste und rot blinkendem Rücklicht unterwegs.

Von Melbourne per Fähre nach Tasmanien

Von Melbourne legte er per Fähre nach Tasmanien ab, zu der Insel, die – wie er erfahren hatte – dem australischen Kontinent das „Tüpfelchen auf dem I“ verleihen soll. „Auf meiner Route entlang der Nord-, dann der Ostküste hielt ich diese Lobpreisung eher für ein Gerücht – bis ich im Freycinet-Nationalpark nach einem extrem rutschigen Aufstieg auf den circa 700 Meter hohen Mount Amos mit einem fantastischen Blick auf die Wineglass Bay belohnt wurde, deren türkises Wasser mit dem gelben Sandstrand und den grün bewaldeten Bergen der dahinter gelegenen Halbinsel unglaubliche Farbkontraste bildet“, so Öfele.

Noch intensiver sei das „Inselgefühl“ auf Maria Island gewesen, in deren Nationalpark die von der Brandung ausgewaschenen, beige bis dunkelbraun gefärbten Painted Cliffs zu sehen sind. Öfele erklomm die Gipfel des Mount Maria und des „Bishop and Clerk“, um „am Rande schwindelerregender Abgründe die unvergessliche Rundum-Aussicht auf die Konturen der kleinen Insel aufzusaugen wie ein Schwamm“.

Zurück auf dem tasmanischen „Festland“ steuerte er den westlichen Gebirgszug an und landete im Mount-Field-Nationalpark mit wild-romantischen Wasserfällen, wie den Russell Falls, und Eukalyptusbäumen, die bis zu 100 Meter in den Himmel ragen. In diesem Regenwald war er schnellen Wetterwechseln ausgesetzt.

Corona-Krise: Abbrechen möchte der Weltenbummler seine Reise nicht

Weil er sich bei Cockle Creek nicht mit der Ankunft am südlichen Straßenende der Insel zufrieden gab, packte Öfele seinen Rucksack, um zum südlichsten Punkt Australiens zu wandern. Er nutzte einen engen, schlammigen und steilen Pfad, um zum Strand Rivulet zu gelangen, wo er sich wie an der Karibik fühlte – bis er in die „antarktisch kalten“ Meereswellen sprang. „Gut erfrischt ließ ich mich im Hartz-Mountains-Nationalpark zu einer letzten Gipfelbesteigung hinreißen“, schreibt Öfele, „bei der die Halbtags-Wanderung auf den Peak im Vergleich zum langen und steilen Anfahrtsweg eher ein Sonntagsspaziergang war.“

Der Globetrotter kehrte dann zurück zur Provinzhauptstadt Hobart, um nach Neuseeland zu fliegen. Dort wartet er nun in Dunedin auf der südlichen Insel, wie sich die Corona-Krise weiter entwickelt und wie er seine Tour fortsetzen kann. Abbrechen möchte er seine Weltreise nicht.

Lesen Sie auch: Michael Öfele von Australiens Schönheit begeistert - er war kurz vor den Bränden dort

Und: Michael Öfele und seine Flucht vor dem Wasser in Chile

Über ein „Danke“ in Zeiten von Corona freuen sich wohl viele Mitarbeiter in systemrelevanten Berufen. In Weilheim haben sie nun besondere Botschaften erhalten.

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