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Noch grüne Wiese, aber hier an der Römerstraße sollen Wohnungen entstehen. 

Wohnbau ja – aber nicht ganz so massiv

Die Wiesen um das Pfarrheim an der Römerstraße müssen für Wohnungen weichen

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Dass auf den Wiesen um das Pfarrheim an der Römerstraße weitere Mehrfamilienhäuser gebaut werden, steht schon länger fest. Nun legte das Ulrichswerk der Diözese Augsburg erste konkrete Pläne dafür vor. Doch die sind der Stadt etwas zu massiv.

Weilheim – Rund 55 neue Wohnungen unterschiedlicher Größen würden auf dem kirchlichen Areal zwischen Römer- und Hardtkapellenstraße entstehen, wenn es nach den Plänen des Ulrichswerks geht. Und zwar durchweg sozial geförderter Wohnraum – in einer Mischung aus Sozialwohnungen und vergünstigten Wohnungen, die einkommensabhängig vergeben werden. 

Es geht also sowohl um Wohnraum für Ärmere als auch für „die Mitte unserer Gesellschaft“, wie SPD-Stadtrat Michael Lorbacher in der Oktober-Sitzung des Bauausschusses feststellte: „für den Busfahrer, die Krankenschwester oder den Polizisten“.

Römerstraße: Alter Backtein-Teil des Pfarrheims soll abgerissen werden 

„Das ist genau das, was wir wollen“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW), „es ist nur eine Frage der Massivität“. Das Ulrichswerk der Diözese will vier zusätzliche Mehrfamilienhäuser rund um das „Haus Emmaus“ und das „Haus der Begegnung“ der katholischen Pfarreiengemeinschaft errichten und hat dafür zwei Planungsvarianten mit verschiedenen Gebäudehöhen vorgelegt. 

Demnach sind direkt an der Römerstraße ein viergeschossiger Riegel und dahinter ein zweites vierstöckiges Gebäude vorgesehen, dazu an der Hardtkapellenstraße ein dreistöckiger Wohnblock und an der Ecke Römer-/Hardtkapellenstraße ein weiteres drei- bis vierstöckiges Haus. Der alte Backstein-Teil des Pfarrheims („Haus der Begegnung“) soll abgerissen werden, dafür sei am neueren Teil ein kleinerer erdgeschossiger Anbau mit Gruppenräumen geplant, wie es im Bauausschuss hieß.

„Die Römerstraße verträgt durchaus Randbebauung“, so kommentierte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt das Projekt, doch sollten die Bauten am Rand ihrer Meinung nach dreigeschossig sein; „in der Mitte kann man höher gehen“, so Roppelt. Dagegen befand CSU-Vertreter Klaus Gast ein Gebäude in der Mitte für zu viel: „Da bleibt überhaupt keine Grünfläche mehr.“ Statt diesem vierten Block solle ein Innenhof geschaffen werden, forderte Gast, „sonst ist es nicht mehr sozialverträglich“. 

Römerstraße: Erst war von 45 Wohneinheiten die Rede - jetzt sind deutlich mehr geplant

Ähnlich sah es Alfred Honisch: Er erinnerte daran, dass bei einer Info-Veranstaltung des Bauwerbers vor einem Jahr von etwa 45 neuen Wohneinheiten die Rede gewesen sei. „Jetzt hat man ordentlich draufgesattelt“, stellte der Grünen-Sprecher fest. SPD-Vertreter Lorbacher war jedoch dagegen, die Pläne arg abzuspecken: „Grundsätzlich sollte unser Anliegen sein, möglichst viel an sozial gefördertem Wohnraum zu ermöglichen.“

BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek ist dabei „wichtig, ein Auge auf die Zusammensetzung zu haben“. Weil es im Bereich der Römerstraße bereits relativ viele Sozialwohnungen gebe, solle das Ulrichswerk die expliziten Sozialwohnungen eventuell eher in seinem zweiten aktuellen Projekt in Weilheim verwirklichen: in den drei neuen Wohnblöcken an der Singerstraße, für deren Planung man schon einen Schritt weiter ist.

Singerstraße: Aufstellung eines Bebuungspkanes schon beschlossen 

Während der Stadtrat für die Bauten an der Singerstraße bereits die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen hat, dauert es für das Projekt an der Römerstraße noch ein wenig. Auch für die weitere bauliche Entwicklung des Areals an der Römerstraße fordert das Landratsamt die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Dieser soll nach Ansicht des Stadtbauamtes auch die schon bestehenden Gebäude auf den Grundstücken beinhalten, „um diese im Falle einer Sanierung oder Erweiterung mit zu berücksichtigen“.

Der Bauausschuss stimmte bei seiner Vorberatung grundsätzlich der geplanten Bebauung des Areals an der Römerstraße zu. Allerdings solle in der Mitte etwas mehr „Begegnungsfläche“ frei bleiben und die Neubauten eher drei- statt vierstöckig sein, so das einstimmige Votum. „Die Botschaft ist klar“, fasste Bürgermeister Loth zusammen: „etwas reduzieren!“

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