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Heute noch Baustelle, im Sommer 2018 ein Forschungszentrum: der Standort von „Huawei“ in Weilheim.

Die Chinesen  legen ihre Pläne offen

Weilheim wird „Huawei“-Forschungs-Center

Die Firma „Huawei“ wird in Weilheim keine Handys bauen, Weilheim bekommt vielmehr auf dem Gelände neben „Zarges“ eine europaweit einmaliges „Manufacture Technology Center“. In diesem werden ab Sommer 2018 bis zu 300 Mitarbeiter die Möglichkeiten für die digitalisierte „Industrie 4.0“ erforschen und Produkte für die „Fabrik der Zukunft“ herstellen.

Weilheim – Was der chinesische Mobilfunkriese „Huawei“ auf dem 41 000 Quadratmeter großen Areal neben „Zarges“ plant, das er zum 1. April dieses Jahres übernahm, dazu hüllte sich der Konzern bislang in Schweigen. Erst am Mittwoch stellte Torsten Küpper, Vice President und Director „Corporate & Public Affairs“ bei „Huawei Technologies Deutschland“ , das Projekt vor. „Wir bauen eine Produktionsstraße auf“, sagte er, „aber nicht für eine Massenproduktion“. Vielmehr solle dort geforscht und getestet werden. Dabei drehe sich alles um die Möglichkeiten der „Industrie 4.0“. Bei dieser so genannten smarten Industrie, für die dann auch Angebote hergestellt werden sollen, gelte es, die klassische Produktion einer Fabrik mit den digitalen Möglichkeiten zu verknüpfen, um höchste Produktionseffektivität zu erzielen. Robotnik werde in der „Fabrik der Zukunft“ eine große Rolle spielen, sagte Küpper.

„Huawei“ sieht in diesem Markt große Zukunftschancen. Das Unternehmen sei auch mit Industriebetrieben in der Region in Verhandlungen wegen Partnerschaften. Die Namen der Firmen wollte er wegen der laufenden Gespräche nicht sagen, die Branchen schon: Er nannte den Maschinenbau- und den Automotive-Sektor.

„Huawei“ ist in Deutschland vor allem wegen seiner Mobilfunksparte bekannt, „Das ist unser Brot-und-Butter-Geschäft“, so Küpper. Darüber hinaus sei „Huawei“ aber auch der „zweitgrößte Patentanmelder in Europa“. So zählt der Konzern rund 1900 Mitarbeiter in 18 Forschungseinrichtungen in acht europäischen Ländern.

In Deutschland hat „Huawei“ insgesamt rund 2200 Mitarbeiter, rund 400 davon in München, wo eines der Forschungszentren steht. Für Weilheim wird gerade Personal gesucht, vor allem Ingenieure. Mit „mehreren Dutzend Mitarbeitern“, so Küpper, soll das rund 7000 Quadratmeter große „Manufacture Technology Center“ in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres seinen Betrieb aufnehmen.

Dass Weilheim den Zuschlag für diesen Zukunftsbetrieb bekam, liegt auch an der Nähe zu München. Nachdem die Entscheidung gefallen sei, dass das „Center“ in Deutschland angesiedelt werde, seien mehrere Standorte geprüft worden, auch Berlin und Düsseldorf, wo die Westeuropazentrale von „Huawei“ ihren Sitz hat, berichtete Küpper. Letztlich sei aber die Nähe zu München ausschlaggebend gewesen, denn dort befindet sich der Hauptsitz des Europäischem Forschungsinstituts (ER) von „Huawei“.

Begonnen hat die Suche nach einem passenden Grundstück für die Produktionsräume im Großraum München mit Hilfe der Wirtschaftsförderung des Freistaates Bayern im Herbst 2016, Ende 2016 wurde unter mehren Optionen das „Zarges“-Grundstück ausgewählt und gekauft. Staatliche Förderungen erhalte „Huawei“ für seinen Weiheimer Betrieb nicht, so Küpper.

Anfangs sei überlegt worden, ob die ehemalige „Zarges“-Halle abgerissen oder modernisiert werde, man habe sich schließlich für letztere Lösung entschieden, so Küpper. Das „Manufacture Technology Center“ sei ein langfristiges Vorhaben. Wie viel Geld der chinesische Konzern in Weilheim investiert, sagte der Firmen-Sprecher nicht: „Das ist ein Geschäftsgeheimnis“.

„Huawei“ in Zahlen

Huawei“ ist ein chinesisches Unternehmen. Es wurde 1987 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Shenzhen. Weltweit hat es 180 000 Mitarbeiter. Der Umsatz lag im Jahr 2016 bei 75,1 Milliarden US-Dollar, der Gewinn bei 5,3 Milliarden US-Dollar. Seit 2001 ist der Konzern in Deutschland aktiv. 2200 Mitarbeiter verteilen sich hier auf 18 Standorte. In Weilheim sollen im Hochbetrieb zwischen 250 und 300 Menschen beschäftigt sein.

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