+
Zu den ältesten Gebäuden der „Wohnbau Weilheim GmbH“ gehören die Wohnhäuser an der Seitzstraße im Nordosten der Kreisstadt. Das Areal soll ab 2020 komplett überplant werden.

Wohnblöcke aus den 1950er Jahren

„Wohnbau“: Seitzstraße ist nächstes Projekt

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
    schließen

Ihre Neubauten an der Lindenstraße sind gerade bezogen, da hat die „Wohnbau Weilheim“ schon das nächste Projekt im Auge: Das Areal an der Seitzstraße soll überplant werden.

Weilheim – Insgesamt 1644 Mietwohnungen, viele davon so genannte Sozialwohnungen, besitzt die „Wohnbau Weilheim GmbH“ derzeit. 700 davon befinden sich in Weilheim, wie Geschäftsführer Markus Kleinen in der jüngsten Stadtratssitzung berichtete. Die Stadt Weilheim ist mit 14,5 Prozent der Stammanteile auch der größte Gesellschafter der vor genau 70 Jahren gegründeten „Wohnbau“. Die weiteren sind der Landkreis sowie die Kommunen Peißenberg, Penzberg, Murnau, Seeshaupt, Uffing und Bernried. 

An zwei Komplexen wird gerade gebaut: An der Gustavstraße in Penzberg entstehen bis kommenden Herbst 23 geförderte Wohnungen, an der Adalbert-Stifter-Straße in Murnau in drei Bauabschnitten bis 2022 insgesamt 42 geförderte Wohnungen und sieben frei finanzierte Reihenhäuser. Darüber hinaus, so Kleinen, hat die GmbH in einer „Potential-Analyse“ 20 Wohnanlagen ermittelt, bei denen im eigenen Bestand Aufstockungen, Nachverdichtungen oder Ersatzneubauten möglich wären: Bis zu 370 zusätzliche Wohnungen könnten so entstehen – was dem Geschäftsführer zufolge ein „Bauprogramm für 15 Jahre“ wäre.

Vier Wohnblöcke aus den 1950er Jahren

Darunter sind zwei schon einigermaßen konkrete Projekte in Weilheim. Zum einen soll das Areal an der Seitzstraße neu bebaut werden. Dort stehen vier Wohnblöcke, die in den 1950er Jahren zu den ersten Objekten der „Wohnbau“ gehörten und laut Kleinen „nicht mehr sanierungsfähig“ sind. In den kommenden Wochen werde die GmbH die Aufstellung eines Bebauungsplans beantragen, „um das Gelände überplanen zu können“; 2020 soll die konkrete Planung beginnen. Zum anderen will die „Wohnbau“ ihr Verwaltungsgebäude verlegen – innerhalb Weilheims, wie Kleinen im Stadtrat versicherte. Man habe als neuen Sitz ein Grundstück nahe der Römerstraße im Auge, verriet der Geschäftsführer auf Anfrage unserer Zeitung. Der jetzige Standort an der Weinhartstraße im Süd-Viertel solle zur „Gegenfinanzierung vermarktet werden“.

Er sei „froh, dass die ,Wohnbau’ in Weilheim bleibt“, sagte im Stadtrat SPD-Vertreter Ingo Remesch: „Ihr gehört auch nach Weilheim!“ Bürgermeister Markus Loth (BfW) würdigte allgemein das Wirken der „Wohnbau Weilheim GmbH“ mit ihren derzeit 23 Angestellten – diese sei „ein Segen für Weilheim“ und präsentiere sich „als moderner Dienstleister“. Vergeben werden die Wohnungen in der Regel über die Kommunen. Die Durchschnittsmiete betrug laut Kleinen im Jahr 2017 5,24 Euro pro Quadratmeter (2015 waren es 4,82 Euro). Im jüngsten fertiggestellten Projekt, dem „Lindenpark“ in Weilheim, belaufe sich die Kaltmiete auf 9,50 Euro pro Quadratmeter – wobei die Mieter, die durchweg einen Berechtigungsschein brauchen, zwischen zwei und vier Euro Zuschuss bekommen. „Fehlbelegungen“, so sagte der Geschäftsführer auf Nachfrage von CSU-Sprecherin Marion Lunz-Schmieder, „gibt’s in dem Sinne nicht mehr, weil die Berechtigten regelmäßig Einkommensnachweise vorlegen müssen“. 

„Eine Sache der Prioritäten“

Die Blöcke an der Seitzstraße sind Kleinen zufolge „nicht die einzigen sanierungsbedürftigen Wohnungen in Weilheim“. Überhaupt könnte die Liste der Modernisierungen und Neubauten dem Bedarf nach „beliebig fortgesetzt“ werden: „Das ist eine Sache der Prioritäten.“ Bürgermeister Loth betonte, in Weilheim tue sich – etwa auch durch das „St. Ulrichswerk“ der Diözese Augsburg – „bezüglich Sozialwohnungen in den nächsten Jahren sehr viel“. Der Rathauschef nannte Projekte an der Römerstraße, an der Kanalstraße oder auch „südlich des Bahnhofs“.

Gefragt wurde Kleinen im Stadtrat auch, inwieweit und von wem die Parkplätze der „Wohnbau“-Objekte in Weilheim belegt seien. Zum Teil sei nur etwa die Hälfte der Auto-Stellplätze von den Bewohnern vor Ort genutzt, der Rest werde „auf dem freien Markt vermietet“. Im „Lindenpark“, wo es eine Tiefgarage gibt, werde sich dies in den kommenden zwei, drei Monaten klären. Loth mahnte, man müsse dabei die „tatsächliche Auto-Zahl der Mieter“ im Auge haben: Es könne sein, dass sich mancher die Miete für den Stellplatz sparen wolle und sein Auto dann auf der Straße parke. Kleinen betonte aber, dass die Stellplatzmiete mit 25 Euro „bewusst niedrig gehalten“ sei.

Lesen Sie auch: 

Einzug in den „Lindenpark“: Dieses „Wohnbau“-Projekt ist fertiggestellt. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare