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Fußballer des TSV Weilheim bei einem Spiel gegen Marnbach. 

Fußballer ohne Führung

Zukunft der Fußballer des TSV Weilheim ungewiss: Nicht nur der Jugendleiter fehlt

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Die Fußballabteilung des TSV Weilheim steht ohne Führung da. Die bisherige Abteilungsleitung hätte weitergemacht – doch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Weilheim – Gut zwei Stunden wurde berichtet, geredet und debattiert, doch dann ging es ganz schnell. Nachdem klar war, dass sich bei der Jahresversammlung der Fußballabteilung im TSV Weilheim die bisherige Spartenchefin Claudia Auner nicht mehr zur Wiederwahl stellt und auch sonst kein Vorschlag aus dem Plenum kam, sagte TSV-Vorsitzender Dieter Pausch: „Die Versammlung ist beendet.“ Die Fußballer stehen somit offiziell ohne Führung da und wären am Ende.

Der Hauptverein kommt der Sparte, die zu den ältesten im TSV 1847 zählt, aber entgegen. Trainings- und Spielbetrieb können weiterlaufen, sagte Pausch. Bis zum 15. Juni, da soll erneut eine Mitgliederversammlung stattfinden, muss aber ein neues Vorstandsteam gefunden werden, ansonsten wird die Abteilung, die 1913 gegründet wurde, aufgelöst. „Es würde uns in Weilheim weh tun, wenn es die Fußballabteilung nicht mehr gäbe“, sagte Pausch. „Sie hat eine über 100-jährige Traditon. Es muss weitergehen.“ Der Vorsitzende des rund 4300 Mitglieder starken TSV nahm die Kicker auch in die Pflicht: „Die Fußballer müssen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. Wir können ihnen nicht reinreden. Es braucht jetzt eine gewisse Professionalität.“ Für Gespräche stehe er gern zur Verfügung.

Sorge um die Zukunft auch in der E-3-Jugend des TSV: Den jungen Fußballspielern fehlt ein Trainer.

Kein Kandidat für die Position des Jugendleiters

Mehrere Mitglieder des bisherigen Fußballer-Vorstandes, darunter auch Abteilungsleiterin Claudia Auner, würden erneut ein Amt übernehmen. „Entscheidend ist aber die Position des Jugendleiters“, stellte Auner klar. Doch für diesen Posten, den zuletzt der Ex-Trainer der 1. Mannschaft, Matthias Lumma, kommissarisch innehatte, fand sich weder bei der Vorab-Suche noch in der Jahresversammlung ein Kandidat. Den Jugendleiter sieht Auner vor allem als Bindeglied zwischen der Nachwuchsabteilung und der Vorstandschaft. „Er ist die wichtigste Position. Ohne einen Jugendleiter trete ich nicht an“, sagte Auner – und ließ ihren Worten bei der Wahl Taten folgen.

Das Risiko, dass die Neuwahl der Abteilungsleitung platzen könnte, nahm Auner in Kauf. Den Schritt habe sie sich lange überlegt. „Wir wollten die Leute aufrütteln, damit sich ein jeder Gedanken macht, ob die Unterstützung, die er bringt, reicht“, sagte sie. Sie hofft nun, „dass die Mitglieder nachdenken“. Ein kleines Licht am Horizont tat sich bereits in der Versammlung auf. Es gebe ein Team im Hintergrund, das sich gern in der Abteilung engagieren würde und das bereitstünde, wenn sich eben ein Jugendleiter fände, deuteten sowohl Auner als auch Spieler Patrick Gerold (er hatte sich in der Diskussion zu Wort gemeldet) an.

Zu viele Aufgaben auf zu wenige Schultern verteilt

Das Problem, dass die Arbeit auf zu wenige Schultern verteilt ist, plagt die TSV-Fußballer schon seit einigen Jahren. Auner, seit Oktober 2016 im Amt, wollte die Abteilung mehr zusammenwachsen lassen. „Das Ziel habe ich bislang nicht erreicht. Das hatte mehrere Gründe“, sagte sie. TSV-Vorsitzender Pausch sagte zu den 39 Stimmberechtigten: „Beim Miteinander gibt es Luft nach oben.“

Finanziell steht die Sparte, die derzeit 290 Mitglieder hat (zwei Drittel davon sind Kinder und Jugendliche) ordentlich da. Der Kassenstand am vergangenen Freitag betrug laut Bericht rund 25 600 Euro. Im Jahr 2017 gab es ein Minus von gut 10 000 Euro, im Jahr davor wurde ein Plus von rund 24 000 Euro erwirtschaftet.

A-Jugend plant Spielgemeinschaft

Speziell in den jungen Jahrgängen haben die Weilheimer gleich mehrere Mannschaften. In der A-Jugend ist eine Spielgemeinschaft geplant. Obendrein soll versucht werden, wieder eine B-Jugend, die es zuletzt nicht mehr gab, aufzustellen. Die 1. Mannschaft, in der vergangenen Saison Meister der A-Klasse 5, befindet sich in der Kreisklasse in akuter Abstiegsgefahr.

Auszeichnungen standen allerdings auch an diesem Abend auf dem Programm: Maximilian Obergruber erhielt für 25-jährige Mitgliedschaft die Ehrennadel in Silber. Patrick Gerold, Maximilian Ott, Robin Wieland und Johannes Winkler bekamen für 15 Jahre in der Abteilung eine bronzene Nadel.

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Von Paul Hopp

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